GOLD-Update wird Komplexität der COPD besser gerecht

Erste Erfahrungsberichte bestätigen gute Umsetzbarkeit in der Praxis

 

Nürnberg (30. März 2012) – Das Komitee der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) hat zum Jahreswechsel 2011/2012 eine deutlich überarbeitete Version ihres GOLD-Reports veröffentlicht und damit einen Paradigmenwechsel im COPD-Management vollzogen: Die bisherige eindimensionale Klassifizierung nach dem FEV1-Wert trug der Komplexität der Erkrankung nicht ausreichend Rechnung; so liegt ein wesentlicher Schwerpunkt des GOLD-Updates nun mehrdimensional auf der Beurteilung sowohl der symptomatischen Belastung als auch des Exazerbationsrisikos.1

 

Erste positive Erfahrungsberichte zur Umsetzung des GOLDUpdates präsentierten Professor Dr. Claus Vogelmeier vom Universitätsklinikum Marburg und der niedergelassene Pneumologe Dr. Wilhelm Winkels in einem Spiriva®-Fachpresse-Gespräch im Rahmen des 53. DGP-Kongresses. Auf dem COPDServiceportal www.copd-aktuell.de stellt ein kostenloses eBook Ärzten die wesentlichen Neuerungen des GOLD-Reports zur Anwendung für die Praxis anschaulich vor.

 

COPD-Patienten wurden bisher in die GOLD-Schweregrade I – IV eingeteilt. Diese basierten auf der Einschränkung der Lungenfunktion, insbesondere des FEV1-Wertes. In der pneumologischen Praxis gibt es neben dem Grad der Obstruktion weitere Faktoren, die für COPD-Patienten von großer Bedeutung sind. Dazu gehören körperliche Belastbarkeit und Atemnot sowie bisherige Exazerbationen. Exazerbationen, die akuten Krisen der COPD, beeinträchtigen Lungenfunktion und Lebensqualität anhaltend und können in schweren Fällen die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten verringern. Sie können in allen Stadien der COPD auftreten. Die ECLIPSE-Studie hat deutlich gemacht, dass bereits im mittelschweren COPD-Stadium das Exazerbationsrisiko signifikant erhöht ist und es zu häufigeren und schwereren akuten Krisen kommt.2 „Exazerbationsprophylaxe ist daher eines der Hauptziele der COPD-Therapie“, so Professor Dr. Claus Vogelmeier, Direktor der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie, Universitätsklinikum Giessen und Marburg. Diese Erkenntnisse hat das GOLD-Komitee zum Jahreswechsel 2012 nun auch in einer deutlich überarbeiteten Version ihres Berichts „Globale Strategien zu Diagnose, Management und Vorbeugung von COPD“ niedergelegt.

 

 

GOLD-Update: Symptomschwere und Exazerbationsrisiko erhalten stärkeres Gewicht

 

„Mit dem GOLD-Update hat ein Umdenken stattgefunden“, fasste Professor Vogelmeier, selbst Mitglied des GOLD-Komitees, in seinem Vortrag auf dem Fachpresse-Gespräch zusammen, „weg von einer eindimensionalen Einteilung von COPD-Patienten nach der Einschränkung ihrer Lungenfunktion hin zu einer multivariaten Phänotypisierung.“ Das GOLD-Update1 klassifiziert COPD-Patienten nun basierend auf ihrer Symptomschwere und ihrem Exazerbationsrisiko in vier Patientengruppen A bis D. Die Schwere der Symptome zum aktuellen Zeitpunkt wird anhand einfacher Fragebögen, z. B. des mMRC3, ermittelt. Das in die Zukunft gerichtete Risiko für das Auftreten von Exazerbationen wird anhand zweier Parameter abgeschätzt: Aus dem Grad der Obstruktion, gemessen wie bisher als FEV1-Wert, und der Exazerbationshistorie der letzten 12 Monate. „Damit erhält die Stimme des Patienten ein stärkeres Gewicht und die individuelle Ausrichtung der COPD-Therapie ist so besser verankert“, hob Vogelmeier hervor.

 

„Die Umsetzung des GOLD-Updates im Praxisalltag ist wesentlich einfacher als erwartet“, berichtete Dr. Wilhelm Winkels, niedergelassener Pneumologe aus Düren. „Die Symptomschwere wird über Fragebögen strukturiert erfasst, die Spirometrie wird wie bisher durchgeführt und mit Hilfe der Unterlagen kann die Exazerbationsanamnese erhoben werden. So kann eine deutlich bessere Klassifizierung bei überschaubarem Aufwand herbeigeführt werden. Das GOLD-Update bündelt alle bisherigen Vorgehensweisen in einem strukturierteren Vorgehen im COPD-Management“, illustrierte Winkels auch an Fallbeispielen aus seiner eigenen Praxis.

 

 

Tiotropium – Eine erste Wahl zum Start in die COPD-Dauertherapie

 

In der medikamentösen Therapie empfiehlt das GOLD-Update Patienten mit wenig Symptomen und niedrigem Risiko (Gruppe A) eine Bedarfstherapie mit kurzwirksamen Bronchodilatatoren. Alle anderen Patienten (Gruppen B – D) werden mit einer langwirksamen Dauertherapie behandelt.

 

Für alle Patientengruppen, die eine Dauertherapie erhalten sollen, empfiehlt das GOLDUpdate langwirksame Anticholinergika (LAMA). Tiotropium (Spiriva®) ist derzeit das einzige in Deutschland zur COPD-Therapie zugelassene LAMA.

 

Bei Patienten mit hohem Exazerbationsrisiko (Gruppen C und D) kommt als gleichrangige Alternative zum LAMA eine Kombination aus einem langwirksamen Beta-Mimetikum (LABA) und inhalativen Steroiden (ICS) in Betracht. Eine LABA-Monotherapie wird für Patienten der Kategorie B als gleichrangige Alternative zur LAMA-Therapie empfohlen. Die durchgängige Empfehlung für die Dauertherapie (Patientengruppen B bis D) gilt damit nur für langwirksame Anticholinergika mit Tiotropium als derzeit einzigem für die COPD-Therapie zugelassenen Vertreter in Deutschland.

 

Die Position der LAMA im GOLD-Report ist wesentlich auf die klinischen Daten zu Tiotropium (Spiriva®) zurückzuführen. Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Tiotropium sind mit über 10.000 Patientenjahren in mehr als 30 kontrollierten Studien umfassend belegt.4

 

Tiotropium bewirkt bei einmal täglicher Anwendung eine relevante und über 24 Stunden anhaltende Bronchodilatation5 und verringert die Lungenüberblähung anhaltend.6 Die körperliche Belastbarkeit wird gesteigert7-9, die Obstruktion verringert10 und das Exazerbationsrisiko reduziert.11-13

 

Aktuell zeigte die Ein-Jahres-Studie POET-COPD® mit 7.376 COPD-Patienten im direkten Vergleich, dass das LAMA Tiotropium (Spiriva®, 1 x 18 μg HandiHaler®, Inhalationspulver) gegenüber Salmeterol aus der Klasse der LABA (2 x 50 μg Dosieraerosol) hinsichtlich der Reduktion von mittelschweren und schweren Exazerbationen signifikant überlegen ist.13 „Diese Ergebnisse sind ein klares Argument für den Einsatz von Tiotropium in der COPDDauertherapie, da sich die Substanz einmal mehr als wirksam und sicher erwiesen hat“, so der Studienleiter Professor Vogelmeier.

 

 

Weiterhin große Bedeutung der nicht-medikamentösen COPD-Therapie

 

Über die medikamentöse Therapie der stabilen COPD hinaus geht das GOLD-Update intensiv auch auf die Rolle der nicht-medikamentösen Therapie, wie Raucherentwöhnung, Rehabilitation und Influenza-Impfung ein. Körperliche Aktivität wird nach wie vor für alle COPD-Patienten empfohlen. Komorbiditäten werden deutlich stärker berücksichtigt, was der Komplexität der Erkrankung Rechnung trägt. In Summe repräsentiert das GOLD-Update einen ganzheitlicheren Ansatz, der auch die Rolle des Hausarztes im Zusammenhang mit der Versorgung von COPD-Patienten betont.

 

www.copd-aktuell.de: eBook-Reihe um GOLD-Update erweitert

 

Die Neuerungen des GOLD-Reports stellen Boehringer Ingelheim und Pfizer interessierten Ärzten fundiert und praxisnah in Form eines weiteren eBooks auf der Webseite www.copd-aktuell.de vor.

 

 

Quellen 

  1. Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Global strategy for the diagnosis, management and prevention of chronic obstructive pulmonary disease. 2011. http://www.goldcopd.org/uploads/users/files/GOLD_Report_2011Dec30.pdf. (Accessed:20 January 2012).
  2. Hurst JR et al, NEJM 2010; 363: 1128–1138.
  3. Bestall JC et al, Thorax 1999; 54: 581–586.
  4. Celli B et al, Chest 2010; 137: 20–30.
  5. Fachinformation Spiriva®, Stand August 2010.
  6. O’Donnell DE et al, Eur Respir J 2004; 23: 832–840.
  7. Casaburi R et al, Eur Respir J 2002; 19: 217–224.
  8. Verkindre C et al, Respiration 2006; 73: 420–427.
  9. Maltais F et al, Chest 2005; 128: 1168–1178.
  10. Tashkin DP et al, N Engl J Med 2008; 359: 1543–1554.
  11. Niewoehner DE et al, Ann Intern Med 2005; 143: 317–326.
  12. Dusser D et al, Eur Respir J 2006; 27: 547–555.
  13. Vogelmeier C et al, N Engl J Med 2011; 364: 1093–1103.
  14. Gershon et al, Lancet 2011; 378: 991–96.
  15. World Health Organization, Global Burden of Disease (GBD) 2005 Study, www.who.int
  16. Pritzkuleit R et al, Pneumologie 2010; 64: 535–540.
  17. Geldmacher H et al, DMW 2008; 133: 2609–2614.

 

Die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)

 

COPD ist weltweit eine der Hauptursachen für Todesfälle und Invalidität. Symptome sind unter anderem Husten, Sputumbildung (Schleimbildung) und Atemnot bei körperlicher Belastung. Zusätzlich kann es zu akuten Verschlechterungen der Symptome, so genannten Exazerbationen, kommen, die wegen ihrer umfangreichen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des Patienten auch als „akute Krise der COPD“ bezeichnet werden und die Alltagsaktivitäten des Patienten stark beeinträchtigen können.1 Hauptsymptom der COPD ist die Dyspnoe (Atemnot), die charakteristischerweise anhaltend und fortschreitend ist und die Lebensqualität des Patienten stark beeinträchtigt.1 In besonders schweren Fällen ist der Patient nicht einmal mehr in der Lage, einfache Tätigkeiten auszuführen, wie zum Beispiel sich zu waschen oder sich anzuziehen. Jeder vierte heute 40-Jährige entwickelt im Laufe seines Lebens die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD14 und laut WHO wird die Erkrankung bis zum Jahr 2030 weltweit Todesursache Nummer 3 sein.15 In Deutschland sind derzeit etwa 6,8 Millionen Menschen an COPD erkrankt.16 Die Prävalenz liegt bei über 40-Jährigen bei etwa 13,2 Prozent und bei über 70-Jährigen bei über 25 Prozent, aber nur bei etwas mehr als der Hälfte der Betroffenen ist die Erkrankung diagnostiziert.17

 

 

Boehringer Ingelheim

 

Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 145 verbundenen Unternehmen vertreten und beschäftigt insgesamt mehr als 42.000 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.

 

Für Boehringer Ingelheim ist die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Dazu zählt das weltweite Engagement in sozialen Projekten ebenso wie der sorgsame Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Respekt, Chancengleichheit sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bilden dabei die Basis des Miteinanders. Bei allen Aktivitäten des Unternehmens stehen zudem der Schutz und Erhalt der Umwelt im Fokus. Im Jahr 2010 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von rund 12,6 Mrd. Euro. Fast 24 Prozent der Umsätze aus dem größten Segment verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. Aktuelle Informationen zu den Unternehmensergebnissen im Jahr 2011 stehen am 24. April 2012 zur Verfügung. Weitere Informationen zu Boehringer Ingelheim finden Sie unter www.boehringer-ingelheim.de.

 

 

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

 

Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Krebs, Entzündungskrankheiten, Schmerz oder bei Impfstoffen. Pfizer erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 67,8 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 4.000 Mitarbeiter an vier Standorten: Berlin, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.

 


Quelle: Fachpressekonferenz der Firmen Pfizer und Boehringer Ingelheim zum Thema "Das GOLD-Update und seine praktische Relevanz für die COPD-Therapie" am 30.03.2012 in Nürnberg (tB).

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