Logo_Deutsche_Palliativ_StiftungGroßer Erfolg für die Deutsche PalliativStiftung

Änderung am Betäubungsmittelrecht geplant

 

Fulda (23. Januar 2012) – Ein Jahr nachdem die Deutsche PalliativStiftung eine Petition zur Änderung der Rechtslage bei der Betäubungsmittelsabgabe an den Deutschen Bundestag gerichtet hat, ist ein erster Etappensieg geschafft: Die Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) soll nach Auskunft eines Sprechers des Bundesgesundheitsministeriums geändert werden. Anfang Februar solle die Verordnung durch das Kabinett, meldete heute die „Ärzte-Zeitung“. Zustimmen müsse dann noch der Bundesrat. In einem weiteren Schritt sei in der Folge eine entsprechende Anpassung des Betäubungsmittelgesetzes geplant, hieß es weiter. „Aus meiner Sicht ist eine verdiente Sensation geschafft“, kommentierte Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung (DPS), die Meldung erfreut.

 

Bislang dürfen nur Apotheker Schmerzmittel abgeben, Ärzte machen sich bei der Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden in deren Zuhause in solchen Fällen strafbar – auch wenn sie nur zur Überbrückung nachts, an Wochenenden oder Feiertag den Patienten eine Art Notration überlassen, bis die nächste Apotheke wieder geöffnet hat oder dieses Medikament liefern kann. „Diese absurde Rechtslage wollten und wollen wir ändern, um unnötiges Leid für Patienten zu verhindern und Ärzte nicht mehr mit Dealern gleichzusetzen“, so Sitte. „Es war ein sehr harter Kampf, der viel Kraft und Geld gekostet hat. Jetzt feiern wir das Ergebnis und danken den Politikern, die den Mut haben, eine mittelalterliche Tradition an die moderne Zeit anzupassen.“

 

In den vergangenen Monaten hatte sich nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden der DPS eine breite Front von Unterstützern für die Petition quer durch alle Parteien, Verbände und gesellschaftlichen Schichten gebildet. „Aber ein wesentlicher Schritt für die geplanten Änderungen war aus meiner Sicht die klare Stellungnahme des Deutschen Richterbunds Anfang Juni 2011. Dies war ein Durchbruch in der notwendigen öffentlichen Anerkennung.“

 

Sitte weiß zwar noch nicht, welche Änderungen konkret vorgenommen werden, doch es sehe so aus, dass die medizinisch wichtige Abgabe von Betäubungsmitteln durch Ärzte künftig nicht mehr bestraft wird. „Wir können endlich Leiden lindern ohne Angst vor Gefängnis.“

 

Bedenken von Apothekern, wonach die geplante Neuregelung eine völlige Aufweichung des sogenannten Dispensierrechts und damit eine unkontrollierte Abgabe von Betäubungsmitteln mit sich bringen werde, trat Sitte entgegen: „Apotheker werden aus meiner Sicht entlastet. Denn eigentlich müssten alle Apotheker für viel Geld die notwendigen Medikamente bereithalten und liefern können, wenn die Abgabe durch Ärzte nun nicht ermöglicht würde.“

 

Link zum Artikel in der Ärzte-Zeitung


Quelle: Deutsche PalliativStiftung (DPS), 23.01.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…