Gute Noten für die Rotavirus-Schluckimpfung – aktuelle Daten bestätigen die Wirksamkeit

 

Dresden (8. Dezember 2010) – Die Rotavirus-Schluckimpfung (z. B. RotaTeq®) kann die Anzahl der durch Rotaviren bedingten Gastroenteritiden erheblich reduzieren und auch die Anzahl der damit verbunden Komplikationen verringern. Dies zeigen aktuelle Zahlen aus Sachsen, wo die Impfrate auch durch die Empfehlung der Sächsischen Impfkommission (SIKO) mit 56,8 % relativ hoch ist.1 Dies deckt sich mit Erfahrungen aus anderen Ländern, wo z. B. durch nationale Impfprogramme innerhalb kurzer Zeit hohe Impfraten erreicht werden konnten, die zeitnah zu einer Senkung der Krankheitslast und Rückgang der durch Rotavirus-Gastroenteritiden verursachten Hospitalisierungen führten. In Deutschland, wo es bis jetzt keine allgemeine Empfehlung gibt, werden bundesweit nur rund ein fünftel der Säuglinge gegen Rotaviren geimpft.1 Dabei zeigen die Daten, dass bei hoher Impfrate die Morbidität stark zurückgeht.

 

Die SIKO hat bereits Anfang 2008 eine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen.2 Die Ergebnisse zur Impfeffektivität in der praktischen Anwendung liegen jetzt vor: „Die Morbidität ist stark zurückgegangen. Auch bei den älteren Kindern ist ein positiver Effekt zu beobachten. Ob man bereits von einer Herdenimmunität sprechen kann, müssen weitere Beobachtungen zeigen“, erläuterte Prof. Dr. Volker Schuster, Leiter der Poliklinik der Universitätskinderklinik Leipzig.

 

Rotaviren zählen zu den weltweit häufigsten Ursachen für schwere Gastroenteritiden bei Kindern.3 Ein Großteil der Kinder infiziert sich bis zum Alter von drei Jahren mindestens einmal mit den hartnäckigen Erregern.4 In Deutschland werden jährlich schätzungsweise über 22.000 Kinder unter fünf Jahren wegen einer Rotavirus-Gastroenteritis im Krankenhaus behandelt.4 Die Impfung ist die einzige Maßnahme zur gezielten Prävention vor einer Erkrankung durch Rotaviren.

 

In Sachsen konnte zwei Jahre nach der Empfehlung der SIKO bereits eine Impfrate von 56,8 % erreicht werden.1 Es stellte sich die Frage, ob sich die hohe Impfrate auch auf die Krankheitslast auswirkt. Die Ergebnisse der Analysen sind eindeutig. Bei den unter 1-Jährigen konnte die Morbidität um fast 50 % gesenkt werden. Auch die Zahlen bezüglich der Hospitalisierungen aufgrund einer Rotaviruserkrankung sind sehr viel versprechend.1 Im zweiten Impfjahr ist bei den unter 1-Jährigen ein Rückgang von 51 % zu verzeichnen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Kinderärzte bei einer Befragung die Impfung sehr gut bewerteten.1

 

 

Aktive Ansprache durch den Kinderarzt

 

„Bei einem konsequenten Einsatz der Rotavirus-Schluckimpfung werden die positiven Effekte auch in einer einzelnen Praxis sichtbar. In unserer Praxis sprechen wir alle Eltern aktiv auf die Impfung an – mit großem Erfolg. Die meisten entscheiden sich für die Impfung“, so Dr. Gunther Gosch, niedergelassener Pädiater aus Magdeburg. Das 3-Dosen-Schema z. B. mit dem pentavalenten Schluckimpfstoff lässt sich sehr gut in den Impfplan integrieren, so dass keine zusätzlichen Arzttermine nötig sind. Viele Krankenkassen übernehmen inzwischen die Kosten, so dass mehr als 60 % der Kinder von der Impfung profitieren könnten. 

 

 

Referenzen 

  1. Beier D et al. Rotavirusimpfung und Erfahrungen mit der Impfempfehlung in Sachsen. Ärzteblatt  Sachsen 2010;8:464–469.
  2. SIKO. Empfehlungen der Sächsischen Impfkommission zur Durchführung von Schutzimpfungen im Freistaat Sachsen. Stand: Januar 2008.
  3. WHO. Rotavirus vaccines. Weekly Epidemiological Record 2007;32:285–296.
  4. Rose M et al. Rotaviruserkankung: Lästiges Übel oder schwere Belastung für Familie und Gesundheit? Prävention und Gesundheitsförderung 2008;3:266–272.

 
Download

 

 

  • Prof. Dr. med. Volker Schuster: „Der breite Einsatz lohnt sich – aktuelle Daten zur Rotavirus-Schluckimpfung am Beispiel Sachsen und USA“
    Abstract: Abstract_Schuster.doc Abstract_Schuster.doc (34.50 KB)

 

 

Informationen zu Sanofi Pasteur MSD

 

Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich ausschließlich auf die Herstellung und den Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert hat. Dabei kann der Impfstoff-experte auf die Produktinnovationen und die Forschungserfahrungen von Sanofi Pasteur (Frankreich) und Merck & Co. Inc. (USA) zurückgreifen. Beide Anteilseigner halten je 50 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Sanofi Pasteur MSD. Die deutsche Niederlassung hat ihren Sitz in Leimen bei Heidelberg.
Weltweit arbeiten Forscherteams an der Entwicklung neuer Impfstoffe für Europa. Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen die Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher keinen Impfstoff gibt. Zum anderen die Verbesserung bestehender Impfstoffe, um die Verträglichkeit, Wirksamkeit und die Akzeptanz von Impfungen zu optimieren.

 


 

Quelle: Presseroundtable der Firma Sanofi Pasteur MSD  zum Thema „Gute Noten für die Rotavirus-Schluckimpfung – aktuelle Daten bestätigen erneut die Wirksamkeit“ Sanofi Pasteur MSD  (MCG-Medical Consulting Group) (tB).

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