Gute Praxis in der Rückenprävention des Pflegepersonals

BAuA-Broschüre: Ergonomie in Krankenhaus und Kliniken

 

ergonomieDortmund (8. Februar 2010) – Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ist Deutschland noch ein Entwicklungsland, wenn es um nachhaltige Prävention im Pflegebereich geht. Hohe körperliche Belastungen, schwerere und immobile Patienten sowie älter werdende Belegschaften sind gute Gründe für eine ergonomische Kultur im deutschen Gesundheitswesen. Darum gibt die neue Broschüre „Ergonomie in Krankenhaus und Kliniken“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nicht nur Empfehlungen für „Gute Praxis“ im Patiententransfer, vielmehr zeigt sie Wege zu einer integrierten Gesundheitsförderung auf.

 

Insbesondere im Pflegebereich gerät die Gesundheit der Beschäftigten angesichts der Belange der Pflegebedürftigen oft aus dem Blickfeld. Doch die Zunahme arbeitsbedingter Erkrankungen, die Verdichtung der Aufgaben am Arbeitsplatz und der demografische Wandel gehören zu den Herausforderungen, denen sich Management und Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen stellen müssen. Dabei dringt die Erkenntnis, wie wichtig betriebliche Gesundheitsförderung für alle Mitarbeiter ist, erst langsam ins Bewusstsein. Erfahrungen zeigen, dass es ein langer Weg zu einer nachhaltigen Umsetzung ist.

 

Deshalb verdeutlicht die Broschüre, dass auch das Thema Ergonomie einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt. Dazu geht sie vertiefend auf das Thema Rückenprävention im Krankenhaus ein und stellt systematische Problemlösungen durch gute Arbeitsgestaltung vor. Anschließend beleuchtet sie ergonomische Problemlösungen im Krankenhaus. Dazu gehören beispielsweise technische Hilfen, bauliche oder organisatorische Maßnahmen. Anschließend stellt sie ein ergonomiebasiertes Präventionsprogramm vor, das in der Praxis erprobt wurde und dort bereits gute Erfolge gezeigt hat.

 

Das Präventionsprogramm empfiehlt, alle Mitarbeiter zu schulen. Allerdings lässt sich das rückengerechte Arbeiten nur dann erfolgreich umsetzen, wenn es in Form eines betrieblichen Projektes durchgeführt und langfristig in die betrieblichen Strukturen integriert wird. Dies gelingt mit einem engagierten Projektmanagement, das alle Führungsebenen im Unternehmen voll unterstützen.

 

Abschließend gibt die Broschüre Hinweise zu weiterführender Literatur, Arbeitshilfen und gesetzlichen Grundlagen in der Prävention.

 

Die in kleinen Mengen kostenlose Broschüre „Ergonomie im Krankenhaus“ kann über das Informationszentrum der BAuA telefonisch, 0231.90 71 20 71, per Fax, 0231.90 71 20 70 oder E-Mail, info-zentrum@baua.bund.de, bezogen werden. Eine Version im PDF-Format (854 KB) kann von der BAuA-Homepage heruntergeladen werden unter der Adresse http://www.baua.de/de/Publikationen/Broschueren/A69.html

 


Forschung für Arbeit und Gesundheit

 

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt. Sie garantieren Unternehmen wie auch der gesamten Volkswirtschaft einen Vorsprung im globalen Wettbewerb. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit Hauptsitz in Dortmund forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Rund 660 Beschäftigte arbeiten am Hauptsitz in Dortmund, den Standorten Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.


 

Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vom 08.02.2010 (tB).

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