Hände waschen, abtrocknen und Lanzette nur einmal nutzen

Die häufigsten Fehler beim Blutzuckermessen vermeiden

 

Berlin (22. April 2014) – Diabetes lässt vielen Betroffenen keine Pause, sie müssen bis zu sechsmal am Tag den Blutzucker bestimmen. Ein falsch gemessener Wert kann gefährlich werden, wenn daraufhin eine unangemessene Dosisanpassung des Insulins erfolgt. Der Patient könnte in eine Über- oder Unterzuckerung geraten. Häufig verfälschen Verunreinigungen an den Händen das Messergebnis, weiß Dr. med. Guido Freckmann vom Institut für Diabetes-Technologie, Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbh an der Universität Ulm. Deshalb sollten Menschen mit Diabetes ihre Hände vor der Messung gründlich waschen und abtrocknen. Welche vermeidbaren Fehler bei der Blutzuckermessung auftreten können, erklärt der Diabetologe DDG Freckmann im nächsten Experten-Chat von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe am 24. April 2014.

 

Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen, müssen verlässlich ihren Blutzucker messen, um anschließend die Insulin-Dosis korrekt anpassen zu können. Moderne Messgeräte benötigen nur noch kleine Blutstropfen, die am besten aus der Fingerkuppe mit einem schnellen Stich gewonnen werden. „Ich empfehle Mittel- Ring- oder kleinen Finger für die Blutzuckermessung, weil die im Alltag weniger benutzt werden“, sagt Freckmann. Der Einstich sollte seitlich an der Fingerkuppe erfolgen. „Der Blutstropfen darf nicht zu klein sein und die Messung sollte gut vorbereitet und schnell durchgeführt werden um ein genaues Messergebnis zu erhalten.“

 

Wie Studien zeigen, passieren bei der Blutzucker-Selbstmessung häufig Fehler. An erster Stelle stehen unreine Hände. Bereits kleinste Rückstände zuckerhaltiger Verunreinigungen auf der Haut führen zu falschen Messwerten, wenn sie sich bei der Blutentnahme mit dem Testtropfen mischen. „Wir kommen ständig mit zuckerhaltigen Substanzen, etwa in Früchten, Gebäck, Brot oder Getränken in Berührung, von denen Spuren an unseren Fingern haften bleiben“, so der diabetesDE-Chat-Experte Freckmann. Auch Seifen- und Wasserreste können das Ergebnis der Blutzuckermessung verfälschen, weshalb die Hände beim Waschen gut abgespült und anschließend abgetrocknet werden sollten.

 

 

Diabetesberatung ist ein Muss

 

„Eine gute Diabetesberatung könnte viele Fehler verhindern“, sagt Elisabeth Schnellbächer, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD). Hier lernen Menschen mit Diabetes unter anderem, wie sie ihr Blutzucker-Messgerät korrekt handhaben. „Anschließend sollten sie ihrem Arzt oder Diabetesberater/-assistenten das Erlernte vorführen, um sicher zu gehen, dass sie alles richtig machen“, rät Schnellbächer. Für Fachpersonal hat der VDBD einen Leitfaden zur Blutzucker-Selbstkontrolle geschrieben. Dieser wird zum Diabetes Kongress 2014 erscheinen.

 

Bei der Blutentnahme passieren weitere Fehler. Das fängt damit an, dass Stechhilfen nicht sachgemäß angewendet werden. „Lanzetten sind für die Einmalnutzung vorgesehen und sollten daher nach jedem Stich gewechselt werden,“ erklärt Freckmann. Auch beschädigte Teststreifen führen zu ungenauen Ergebnissen, etwa wenn sie falsch gelagert wurden. Denn Teststreifen sind empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie z.B. Luftfeuchtigkeit, weshalb das Aufbewahrungsgefäß sofort nach der Entnahme wieder verschlossen werden muss, betont Freckmann. Fragen rund um das Thema „Zuverlässige Blutzuckerwerte – Häufige Fehlerquellen beim Blutzuckermessen vermeiden“ beantwortet der Experte am 24. April ab 17 Uhr im Chat. Eine Liste der häufigsten Fehler beim Blutzucker messen, hat diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zusammengestellt.

 

 

diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ist eine gemeinnützige und unabhängige Organisation, die Menschen mit Diabetes, Diabetesberater, Ärzte und Forscher vereint. Gemeinsam schaffen wir Öffentlichkeit für das Thema und vertreten die Interessen der Menschen mit Diabetes. Wir setzen uns für eine bessere Prävention, Versorgung und Forschung im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes ein. Die Krankheit breitet sich auch in Deutschland rasch aus. 6 Millionen Menschen sind in Behandlung, und jeden Tag kommen fast 1000 Neuerkrankte hinzu.

 

Gegründet wurde diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) www.ddg.info und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) www.vdbd.de.  Die Selbsthilfe ist innerhalb von diabetesDE durch die selbstständige Selbsthilfeorganisation Deutsche Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) www.ddh-m.de vertreten.

 

Weitere Informationen

 

 

 


 

Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, 22.04.2014 (tB).

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