Hygiene-Tipp der DGKH, März 2009

Händehygiene des Chirurgen

Berlin (1. März 2009) – Hände, Nägel und Nagelfalze sollen bei Betreten des OP-Trakts sauber sein. Hände und Unterarme sind wegen des Irritationsrisikos nicht mit einer Bürste zu reinigen. Fingernägel müssen kurz- und rund geschnitten sein, mit den Fingerkuppen abschließen und eine glatte Oberfläche aufweisen. Künstliche Fingernägel und Schmuck sind zu untersagen. Wurden die Hände nicht schon zu Dienstbeginn gewaschen, wird zur Sporenentfernung eine einmalige kurze Händewaschung vor Anlegen der Bereichskleidung in der OP-Schleuse durchgeführt. Anschließend sind die Hände mit keimarmem Tuch zu trocknen.

Vor dem Anlegen der OP-Bereichskleidung wird eine hygienische Händedesinfektion durchgeführt, um die Bereichskleidung vor Kontamination zu schützen. Die Waschphase vor der chirurgischen Händedesinfektion ist nur bei sichtbar verschmutzten Händen nötig und kann ansonsten grundsätzlich entfallen. Zur chirurgischen Händedesinfektion werden Hände und Unterarme lückenlos durch eingeübte Einreibetechnik benetzt.

Die Gesamtanwendungsdauer beträgt je nach Händedesinfektionsmittel 1 min, 1,5 min oder 3 min und schließt die Benetzung der Unterarme ein.

Bezüglich Wirksamkeit, Verträglichkeit und Anwendungskomfort sind Alkohol-basierte Präparate Mittel der Wahl. PVP-Iod und Chlorhexidin sind sowohl in wässriger oder Tensid-basierter Grundlage als auch als Zusatz zu Alkoholen bezüglich der Wirksamkeit entbehrlich, aus toxikologischen Gründen ist ihr Einsatz abzulehnen.

Nach dem Ablegen der OP-Handschuhe können die Hände zur Entfernung des Handschuhsafts gewaschen werden. Eine hygienische Händedesinfektion ist indiziert bei sichtbar perforiertem OP-Handschuh, nach septischer Operation und als virusspezifische Desinfektion nach Operation mit viraler Kontaminationsgefahr.

Axel Kramer und Günter Kampf


Quelle: Hygiene-Tipp zum Monat März der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

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