Hauptstadtkongress 2008 zieht Bilanz

Gesundheitswirtschaft im Aufwind

Berlin (6. Juni 2008) – Der „Gesundheitsregionen-Wettbewerb" des Bundesforschungsministeriums (BMBF)wird der Gesundheitsbranche in Deutschland erheblichen Auftrieb geben. Davon zeigen sich die Veranstalter des heute zu Ende gehenden Hauptstadtkongresses Medizin und Gesundheit 2008 überzeugt. „Dadurch ist unheimlich viel ins Rollen gekommen", so Berlins früherer Gesundheitssenator und Kongresspräsident, Ulf Fink.

Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan hatte am Mittwoch (4. Juni) die 20 Preisträger des Wettbewerbs „Gesundheitsregionen der Zukunft" präsentiert. Die Gewinner erhalten je 100.000 €, um die Zusammenarbeit von Forschern, Medizinern und Gesundheitsunternehmen zu fördern. 2009 sollen dann fünf der Projekte in einem zweiten Schritt bis zu 10 Mio. € Fördermittel erhalten. „Es besteht die gute Aussicht, dass die fünf Sieger auf dem nächsten Hauptstadtkongress 2009 in Berlin präsentiert werden", so Fink.

Der Gesundheitsfonds war ein zentrales Thema bei der Eröffnungsveranstaltung mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Der Fonds werde für eine gerechtere Mittelverteilung sorgen, zeigte sich die Ministerin überzeugt. Es gebe jedoch noch zwei Schwachpunkte: Weder habe man es geschafft, Privatversicherte einzubeziehen, noch gebe es bislang einen umfassenden Sozialausgleich über Steuern. „Wenn wir beides regeln, ist der Fonds für mich ein absolut gutes Instrument", sagte Schmidt.

Prof Heinz Lohmann, Leiter des Kongresses Krankenhaus Klinik Rehabilitation 2008, betonte: „Viel Paragrafenschrott der Vergangenheit gehört in den Schredder der Geschichte, wenn die Gesundheitswirtschaft die Erwartungen erfüllen soll, Konjunktur- und Jobmotor zu sein." Als Beispiel nannte er die Umsatzsteuerbefreiung von Gesundheitsanbietern, die in der Vergangenheit als Privileg gedacht war, sich inzwischen aber wegen der fehlenden Vorsteuerabzugsfähigkeit mehr und mehr als Innovationsbremse erweist.

„Die Pflege hat auf dem diesjährigen Hauptstadtkongress eine zentrale Rolle gespielt. Damit wird die öffentliche Diskussion der realen Situation endlich gerecht", sagte die Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR).

Am diesjährigen 11. Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit nahmen rund 7.400 Fachbesucher teil – das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 8 %. In über 100 Einzelsitzungen waren Vorträge und Diskussionsbeiträge von rund 500 Referentinnen und Referenten zu hören.

Die Eröffnungsveranstaltung war mit rund 1.600 Teilnehmern nahezu ausgebucht gewesen. Am Kongress Krankenhaus Klinik Rehabilitation 2008 nahmen 1.950 (plus 5 % im Vergleich zu 2007) teil. Den Deutschen Pflegekongress 2008 besuchten 1.900 (plus 12 %) und das Deutsche Ärzteforum 2008 rund 1.200 (plus 10 %). Außerdem nahmen rund 270 Physiotherapeuten am Kongress teil.

Die über 50 Events, Lounges und Workshops, die im Rahmen des Aussteller- und Workshopprogramms angeboten wurden, besuchten mindestens 2.000 Menschen. „In der Gesundheitsbranche gibt es einen großen Bedarf an Austausch, Information und Vernetzung. Der Hauptstadtkongress bietet all das", so Fink. Rund 250 Tages- und Fachjournalisten begleiteten den Kongress mit Reportagen und Berichten.

Der nächste und dann 12. Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2009 findet vom 27. bis 29. Mai im ICC Berlin statt. Dann wird erstmals ein „Tag der niedergelassenen Ärzte" angeboten. „Beim Hauptstadtkongress 2009 werden wir den Freitag (29. Mai) als Plattform für die Anliegen der Niedergelassenen nutzen", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereingigung (KBV), Dr. Andreas Köhler.

„Es geht darum – gerade im Wahljahr – klare politische Signale zu setzen. Am Vormittag wollen wir deshalb eine öffentliche Diskussion zwischen Gesundheitspolitikern und den in der Praxis stehenden Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten führen." Aber nicht nur gesundheitspolitische Themen sollen im Zentrum der Veranstaltung stehen. Es geht auch um das zunehmend wichtiger werdende Thema „Qualität in der ambulanten Versorgung". Dazu werden mehrere Workshops angeboten.

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