HbA1c-Senkung, geringes Hypoglykämierisiko, positiver Gewichtseinfluss

Neue Chancen in der Therapie des Typ 2 Diabetes mit dem humanen-GLP-1 Analogon Liraglutid

 

Frankfurt (27. Januar 2010) – Neben einer effektiven HbA1c-Senkung sind die Vermeidung von Hypoglykämien und ein effektives Gewichtsmanagement zentrale Aspekte bei der Behandlung von Menschen mit Typ 2 Diabetes. Auf einem Presse-Workshop, der Ende Januar 2010 in Frankfurt stattfand1, er­läuterten die Experten, wie diese Forderungen mit Hilfe moderner Therapie-optionen in der Praxis umgesetzt werden können. So senkt das erste einmal täglich anzuwendende humane-GLP-1 Analogon Liraglutid (Victoza®) mit seinem physiologischen Therapieprinzip signifikant den HbA1c – bei sehr geringem Hypoglykämierisiko.2 Gleichzeitig unterstützt eine Behandlung mit Liraglutid die Patienten bei einer dauerhaften Gewichtsabnahme und beein­flusst durch seine multisystemische Wirkung weitere Risikofaktoren der kom­plexen Erkrankung positiv. Damit hat der Arzt gleichzeitig mehrere entschei­dende Parameter im Griff.

 

Für das Jahr 2030 rechnet die International Diabetes Federation (IDF) mit weltweit 438,4 Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind. Allein in Deutschland wird für das Jahr 2010 mit etwa 7,5 Millionen Menschen gerechnet.3 90 Prozent der Betroffenen leiden dabei an einem Typ 2 Diabetes, einer facettenreichen Erkrankung, bei der mehrere kardio-metabolische Risikofaktoren zusammenspielen und schwere mikro- und makrovaskuläre Komplikationen wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen auslösen können. Die Experten betonten deshalb die Bedeutung eines umfassenden, mög­lichst frühzeitigen Managements der Patienten mit Typ 2 Diabetes.


 

 

Hypoglykämien und Gewichtszunahme vermeiden

 

Die zur Behandlung des Typ 2 Diabetes einsetzbaren Optionen werden immer vielfältiger: Neben einer ganzen Reihe oraler Antidiabetika sowie kurz und lang wirksamer Insuline stehen seit einiger Zeit auch GLP-1-basierte Therapeutika zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Medikament wann zum Einsatz kommt, wird für den Hausarzt damit immer komplexer.


Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt, betonte, dass die wichtigste Anforderung an ein Anti­diabetikum die Normalisierung des Blutzuckerspiegels ist. Gemäß den aktuellen Leitlinien der DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) sollte der HbA1c-Wert unter 6,5 % liegen.4 Dies gilt jedoch nur, wenn Hypoglykämien (insbesondere schwere) weitgehend vermieden werden und der therapeutische Effekt nicht mit einer wesentlichen Gewichts­zunahme einhergeht.5

 

 

GLP-1-basierte Therapieoptionen

 

Neue Wirkansätze leiten nach Einschätzung der Experten einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patienten mit Typ 2 Diabetes ein. So regen GLP-1-basierte Therapie-optionen (GLP-1-Rezeptor-Agonisten und DPP-IV-Inhibitoren) die Insulinsekretion nur bei erhöhten Blutzuckerspiegeln an. „Das Hypoglykämierisiko ist unter diesen Therapeutika deshalb sehr gering“, so Kaiser. Insbesondere die GLP-1-Rezeptor-Agonisten bewirken zudem eine effektive glykämische Kontrolle und haben einen positiven Einfluss auf das Gewicht. Darüber hinaus weisen klinische Studien mit dem humanen-Glucagon-like-Peptide-1 (GLP-1) Analogon Liraglutid auf eine verbesserte Funktion der Betazellen hin6, was nach Ansicht der Experten als Hinweis auf einen möglicherweise nicht rein symptomatischen Therapieansatz gewertet werden kann.

 

 

Die Therapieentscheidung in der Praxis

 

Kaiser machte deutlich, welche Aspekte für die Therapieentscheidung in der Praxis wichtig sind. Für einen typischen Patienten mit Typ 2 Diabetes, der bereits Metformin bekommt, damit aber keine zufrieden stellende HbA1c-Einstellung erreicht, gibt es diverse moderne Therapiemöglichkeiten: unter anderem DPP-IV-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten. Die Vorteile der GLP-1-Rezeptor-Agonisten sind eine effektivere Blutzucker- und HbA1c-Senkung mit geringer Hypoglykämiegefahr – Hintergrund sind die unter DPP-IV-Inhibitoren im Vergleich zu GLP-1-Rezeptor-Agonisten niedrigeren GLP-1-Spiegel.7,8 Darüber hinaus sind unter dieser Therapie­option eine Gewichtsabnahme sowie möglicherweise eine Regeneration der Betazellen zu erwarten.

 

Anschließend fasste Kaiser seine Kriterien für Patienten, die erfolgreich mit einem GLP-1-Analogon therapiert werden könnten, zusammen: der Patient, der weniger als zehn Jahre an Diabetes erkrankt ist, einen hohen BMI aufweist und unter Metformin keine ausreichenden HbA1c-Werte mehr (>7 % und <10 %) erzielt.

 

 


Signifikante HbA1c-Reduktion bei niedrigem Hypoglykämierisiko

 

Liraglutid (Victoza®), das im Sommer 2009 eingeführt wurde, ist das erste, einmal täglich anzuwendende humane-GLP-1 Analogon, das mit einer Homologie von 97 % fast identisch mit natürlichem GLP-1 ist. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Liraglutid wurde so­wohl in Kombination als auch in der Monotherapie mit anderen Antidiabetika oder Placebo verglichen. In allen Studien zeigte sich eine signifikante Reduktion des HbA1c, die beispielsweise in der LEAD 2-Studie, in der Liraglutid in Kombination mit Metformin zum Einsatz kam, durchschnittlich 1,25 Prozent betrug.2 In allen Patientengruppen, die mit Liraglutid in alleiniger Kombination mit Metformin behandelt wurden, kam es bei weniger als drei Prozent der Patienten zu einer leichten Hypoglykämie (schwere Hypoglykämien wurden nicht beobachtet).2

 

 

Dauerhafte Gewichtsreduktion

 

Ein weiterer Vorteil von Liraglutid: Die Behandlung mit dem GLP-1-Analogon unterstützt die Patienten bei einer dauerhaften Gewichtsreduktion. In Kombination mit oralen Anti­diabetika wie Metformin oder Rosiglitazon konnte eine Gewichtsabnahme bis zu 2,8 kg gezeigt werden. Eine stärkere Reduktion wurde mit steigendem Ausgangswert für den Body Mass Index (BMI) beobachtet. Gründe für die Gewichtsabnahme unter Liraglutid sind eine Verstärkung des Sättigungsgefühls sowie eine Reduktion der Kalorienaufnahme.6 Die Gewichtsabnahme vermindert dabei auch die viszerale Fett­masse9 – eine besonders kritische Komponente des Übergewichts und ein erheblicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, so Kaiser abschließend.

 

 

Novo Nordisk – Spezialist für Diabetes-Management

 

Mit der Einführung des humanen-GLP-1 Analogons Liraglutid führt das Unternehmen Novo Nordisk seine Tradition als Diabetes-Experte fort. Zum vollständigen Portfolio zählen neben modernen Insulinen orale Antidiabetika sowie aktuelle Insulin-Pens und Nadeln. Ärzte und Patienten profitieren dabei von der jahrelangen Erfahrung des Unternehmens in Sachen Diabetes-Management.


 

Abbildungen

 

 

Abb. 1: Direkte Wirkweise des humanen-GLP-1-Analogons Victoza®. Alle Abbildungen: Novo Nordisk

 

Abb. 1: Direkte Wirkweise des humanen-GLP-1-Analogons Victoza®. Alle Abbildungen: Novo Nordisk

 

 

Grafik_Vergleich.jpg

 

Abb. 2: Eigenschaften von GL-1-Agonisten und DPP-IV-Inhibitoren.

 

 

Abb. 3: Einsatz von Liraglutid im Verlauf einer typischen Diabetes-Karriere.

 

Abb. 3: Einsatz von Liraglutid im Verlauf einer typischen Diabetes-Karriere.

 

 

 

 

Quellen

 

  1. Journalisten-Workshop „GLP-1- basierte Therapie des Typ 2 Diabetes“, Frankfurt, 27. Januar 2010
  2. Nauck M et al. Diabetes Care 2009;32(1):84–90
  3. IDF 2010, www.diabetesatlas.org
  4. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Medikamentöse antihyperglykämische Therapie des Diabetes mellitus Typ 2. Update der evidenzbasierten Leitlinie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Oktober 2008
  5. Stellungnahme der DDG zu ACCORD und ADVANCE, Juni 2008
  6. Fachinformation Victoza, Stand Juni 2009
  7. Degn et al. Diabetes 2004;53:1187-1194
  8. Mari et al. J Clin Endocrinol Metab 2005;90:4888-4894
  9. Jendle J et al. Paper presented at 44th Annual Meeting of the European Association for the Study of Diabetes, Sept. 2008, Rom, Italien

 

 

Download 

 

 

Factsheet_GLP1.pdf Factsheet_GLP1.pdf (53.54 KB)

Factsheet_Liraglutid.pdf Factsheet_Liraglutid.pdf (56.39 KB)

Hintergrundinformation_LEAD_Programm.pdf Hintergrundinformation_LEAD_Programm.pdf (92.24 KB)

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Novo Nordisk zum Thema „GLP-1- basierte Therapie des Typ 2 Diabetes“ am 27. 01.2010 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…

DIABETES

„Körperstolz“: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Neue Darreichungsform zur Antiemese bei Chemotherapie: Akynzeo® ist ab sofort…

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…