.: Mit einem einfachen Bluttest können viele Lebererkrankungen früh erkannt werden. Photo: Deutsche LeberstiftungHeilung immer häufiger möglich

 

Die Deutsche Leberstiftung empfiehlt einen Bluttest zur Früherkennung von Lebererkrankungen

  •  

Essen (17. Mai 2010) – Lebererkrankungen sind wenig bekannt, aber weit verbreitet – vermutlich leiden mindestens fünf Millionen Menschen in Deutschland an einer Lebererkrankung. Viele davon, ohne es zu merken. Lebererkrankungen verursachen kaum Schmerzen und weisen uneindeutige Symptome auf. Daher werden Lebererkrankungen oft erst spät erkannt, manchmal zu spät, um schwerwiegende Folgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs zu vermeiden.

 

„Der Leberzellkrebs gehört zu den Krebsarten, die in ihrer Häufigkeit weiter zunehmen. Das können wir verhindern, wenn wir chronische Lebererkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln. Wir haben heute die Möglichkeit, viele Betroffene zu heilen. Diese Chancen dürfen wir nicht ungenutzt lassen!“ betont Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender den Deutschen Leberstiftung. „Deshalb ist die Früherkennung von Lebererkrankungen so wichtig“.


Mit einem einfachen Bluttest können viele Lebererkrankungen erkannt werden. Vor allem der GPT-Wert (Glutamat-Pyruvat-Transaminase, auch ALT genannt) ist dabei wichtig, denn er zeigt sehr gut an, ob die Leber krank ist. Bei einem erhöhten GPT-Wert sollte die Ursache dafür auf jeden Fall abgeklärt werden.


Häufig sind Infektionen mit den Hepatitisviren B und C Ursache für eine Hepatitis. Beide Erkrankungen können inzwischen gut behandelt werden.


Die Behandlung der chronischen Hepatitis B hat in der letzten Zeit sehr große Fortschritte gemacht. Eingesetzt werden Interferone, die das Immunsystem beeinflussen und die Virusvermehrung hemmen. Hiermit kann man bei einigen Patienten eine teilweise „Immunkontrolle“ erreichen. Außerdem sind in den letzten 15 Jahren mehrere Medikamente entwickelt worden, die die Virusvermehrung sehr effektiv eindämmen. Diese Medikamente, die einmal täglich als Tablette eingenommen werden müssen, haben so gut wie keine Nebenwirkungen und wirken praktisch immer. Sie bewirken allerdings nur eine Hemmung der Virusvermehrung, so lange sie eingenommen werden, nicht aber eine Virusausheilung. Daher müssen sie sehr lange eingenommen werden. Bislang ist noch nicht erwiesen, wie lange die Einnahme notwendig ist. Grundsätzlich ist die Entwicklung von Medikamenten gegen das Hepatitis B-Virus einer der größten Erfolge in der Bekämpfung von Lebererkrankungen überhaupt. Während Ende der 1990-er Jahre die meisten Patienten mit fortgeschrittener Hepatitis B verstorben sind, können heute fast alle Patienten erfolgreich behandelt werden. Dadurch ist der Anteil der Hepatitis B-Patienten mit einer Transplantation in den letzten Jahren stark zurückgegangen.


Bei einer Hepatitis C-Virusinfektion im frühen Stadium kann man mit Interferonen fast immer eine Heilung erreichen. Leider wird die Erkrankung jedoch in den meisten Fällen erst später entdeckt. Dann führt eine Kombinationstherapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin in 40 bis 80 % der Fälle zu einer dauerhaften Ausheilung. Die unterschiedlichen Ansprechraten werden vom Hepatitis C-Genotyp bestimmt. Aufgrund der Nebenwirkungen von Interferon und Ribavirin können damit nicht alle Patienten behandelt werden. Für diese Patienten werden zurzeit in zahlreichen Studien neue Therapien entwickelt, die direkt die Virusvermehrung hemmen. Getestet werden sogenannte Proteaseinhibitoren und Polymeraseinhibitoren und auch Hemmer von anderen Viruseiweißen oder körpereigenen Molekülen, die an der Hepatitis C-Virusvermehrung beteiligt sind. Die bisherigen Ergebnisse der Studien sind sehr vielversprechend, es zeichnen sich hohe Heilungsraten ab. Mit der Zulassung der ersten Proteaseinhibitoren ist Ende 2011 zu rechnen.


„Erhöhte Leberwerte müssen erkannt und ernst genommen werden. Nur wenn wir Lebererkrankungen frühzeitig erkennen, können wir die Möglichkeiten der modernen Medizin nutzen und den Betroffenen helfen.“ fordert Prof. Manns.

Die Deutsche Leberstiftung verfolgt das Ziel, die Patientenversorgung durch die Vernetzung der Forschung zu verbessern und die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen zu steigern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.deutsche-leberstiftung.de.


Spenden für die Forschung – Um die Arbeit der Stiftung zu fördern, besteht die Möglichkeit einer Spende oder Zustiftung. Bankverbindung: Deutsche Leberstiftung, Konto: 10 55 600, BLZ: 370 205 00 (Bank für Sozialwirtschaft).

 

 

Weitere Informationen

 

http://www.deutsche-leberstiftung.de/aktuelles

 

 

 

Mit einem einfachen Bluttest können viele Lebererkrankungen früh erkannt werden. Photo: Deutsche Leberstiftung

 

Abb.: Mit einem einfachen Bluttest können viele Lebererkrankungen früh erkannt werden. Photo: Deutsche Leberstiftung

 


Quelle: Deutsche Leberstiftung, 17.05.2010 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung