Hepatitis C: Hochwirksam und gut verträglich schneller ans Ziel: Sofosbuvir setzt Zeichen in der HCV-Therapie. Der neue pangenotypische Polymerasehemmer Sofosbuvir (SOVALDI®) verkürzt die Therapiedauer erheblich und führt bei mindestens 90 % der nicht vorbehandelten Patienten aller Genotypen zur Heilung. Darüber hinaus machen eine hervorragende Verträglichkeit, geringe Abbruchraten, eine hohe Resistenzbarriere und die einfache Anwendung Sofosbuvir zu einer attraktiven Therapieoption. Hepatitis C: Hochwirksam und gut verträglich schneller ans Ziel

Sofosbuvir setzt Zeichen in der HCV-Therapie

Frankfurt am Main (30. Januar 2014)* – Der neue pangenotypische Polymerasehemmer Sofosbuvir (SOVALDI®) verkürzt die Therapiedauer erheblich und führt bei mindestens 90 % der nicht vorbehandelten Patienten aller Genotypen zur Heilung. Darüber hinaus machen eine hervorragende Verträglichkeit, geringe Abbruchraten, eine hohe Resistenzbarriere und die einfache Anwendung Sofosbuvir zu einer attraktiven Therapieoption.

Bis zu 500.000 Menschen in Deutschland leiden an einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV).(1) Die Standardbehandlung bestand lange Zeit aus pegyliertem Interferon alfa 2a/b (peg-IFN) plus Ribavirin (RBV) und wird über 24 bis 48 Wochen (Genotyp 1) bzw. 24 Wochen (Genotypen 2 und 3) verabreicht(1). „Dieses Regime ist potenziell nebenwirkungsreich, und vor allem beim Genotyp 1 mit dauerhaften virolo­gischen Ansprechraten zwischen 42 und 52 % nur eingeschränkt wirksam“, sagte Professor Dr. Stefan Zeuzem, Frankfurt.(1) Die Zugabe eines Proteasehemmers bei diesem Kollektiv erhöht zwar die Ansprechraten auf 67 bis 75 %(1), führt aber häufig zu zusätz­lichen problematischen Nebenwirkungen und macht die Einnahme komplexer.(1,2) Weitere Therapiedefizite bestehen für Patienten jeglichen Genotyps, für die peg-IFN nicht in Frage kommt oder die nicht darauf ansprechen: Ihnen standen bislang keine Behandlungsalter­nativen zur Verfügung. Mit Sofosbuvir (SOVALDI® / Gilead) ist nun seit kurzem eine Option auf dem Markt, die einen Umbruch in der HCV-Therapie darstellt und mehr Patienten neue Heilungsmöglichkeiten eröffnet.

Patienten mit HCV-Genotyp 1

Sofosbuvir (einmal täglich 400 mg oral) ist ein pangenotypischer Polymerasehemmer mit hoher Resistenzbarriere und als Bestandteil einer antiviralen Kombinationsbehandlung bei chronischen HCV-Infektionen aller Genotypen zugelassen.(3)

Patienten mit den Genotypen 1, 4, 5, und 6 erhalten Sofosbuvir kombiniert mit peg-IFN und RBV für 12 Wochen. In der Phase-III-Studie NEUTRINO(4) sanken die HCV-RNA-Spiegel bei 91 % der 327 nicht vorbehandelten Patienten bereits nach zwei Wochen unter die Nachweisgrenze. Der primäre Endpunkt – ein anhaltendes virologisches Ansprechen, definiert als nicht nachweisbare HCV-RNA 12 Wochen nach Therapieende (SVR12) – wurde bei 90 % erreicht. Die Raten waren über die eingeschlossenen Genotypen hinweg ähnlich und signifikant besser als jene in einem vorab spezifizierten historischen Kollektiv (60 %, p < 0,001). Selbst in der Subgruppe der Patienten mit Zirrhose (17 %) zum Studienbeginn erreichten 80 % den primären Endpunkt.(3) Virologische Durchbrüche unter der Therapie wurden nicht beobachtet, 28 von 326 Patienten mit nicht nachweisbarer HCV-RNA zum Therapieende erlitten einen Rückfall (8,6 %). In ihrer HCV-RNA fanden sich jedoch keine Mutationen, die mit einer Resistenz gegenüber Sofosbuvir einhergehen. Lediglich 2,4 % der Patienten brachen die Therapie aufgrund unerwünschter Ereignisse ab, die Inzidenz schwerer unerwünschter Ereignisse betrug 1,2 %. Die weiteren Daten zur Verträglichkeit deuten darauf hin, dass unerwünschte Ereignisse, die bei mehr als 10 % der Patienten unter dem Regime Sofosbuvir kombiniert mit peg-IFN / RBV auftraten, denen unter einer alleinigen Therapie mit peg-IFN/RBV entsprechen.

Für Patienten mit den Genotypen 1, 4, 5 und 6 und einer Unverträglichkeit oder Kontra­indikation gegenüber peg-IFN ist SOVALDI® (Sofosbuvir) auch allein mit RBV zugelassen. Die Behandlung dauert in diesem Fall 24 Wochen. In Studien (n = 273) betrug die SVR12-Rate unter diesem Regime 65 % bzw. 76 %.(3)

„Bei Patienten mit den Genotypen 1, 4, 5, und 6 hat sich Sofosbuvir in Kombination mit peg-IFN und RBV als gut wirksam erwiesen“, resümierte Zeuzem. „Darüber hinaus ver­kürzt das Regime die übliche Behandlungsdauer sowohl gegenüber der Standardtherapie als auch gegenüber der Triple-Therapie mit einem Proteasehemmer deutlich.“ Weitere Pluspunkte seien die gute Verträglichkeit, die hohe Resistenzbarriere und das vergleichs­weise einfache Einnahmeschema. Und schließlich ist mit Sofosbuvir plus RBV erstmals ein rein orales, peg-IFN-freies Regime für die Behandlung über 24 Wochen zugelassen.

Patienten mit HCV-Genotypen 3 und 2

Diese beiden Therapieregime – Sofosbuvir mit peg-IFN und RBV für 12 Wochen bzw. mit RBV allein für 24 Wochen – sind auch für die chronische HCV-Infektion mit dem Genotyp 3 zugelassen. Unter dem Triple-Regime erreichten nicht vorbehandelte Patienten in Stu­dien (n = 39) SVR12-Raten deutlich über 90 %, bei vorbehandelten Patienten (n = 24) sprachen 83 % an, zu Therapieabbrüchen kam es nicht.(3) Unter dem dualen Regime wurden SVR12-Raten von 93 % (nicht vorbehandelte Patienten, n = 105) und 77 % (vorbehandelte Patienten, n = 145) erreicht.(3) „Damit können auch Patienten mit dem Genotyp 3 von der erheblichen Therapieverkürzung, der guten Wirksamkeit und der guten Verträglichkeit der Sofosbuvir-Regime profitieren“, sagte Zeuzem.

Für Patienten mit dem Genotyp 2 schließlich ist Sofosbuvir zusammen mit RBV und einer Behandlungsdauer von 12 Wochen zugelassen. Die SVR12-Raten in diesem Kollektiv lagen zwischen 82 % und > 90 %.(3)

Epidemiologie vor einer Wende?

Experten setzen große Hoffnungen auf neue Therapieoptionen wie Sofosbuvir. „Denn die bisherige Standardtherapie ist für mehr als die Hälfte der Patienten nicht geeignet“, sagte Professor Dr. Heiner Wedemeyer, Hannover. Von den verbleibenden Patienten treten nicht alle die Therapie an oder beenden sie vorzeitig. Diejenigen, die die Behandlung zu Ende führen, sprechen nicht alle an. Die meisten HCV-Patienten haben daher bislang keine Chance auf eine Heilung.(5) „Damit die HCV-assoziierte Morbidität und Mortalität – trotz einer rückläufigen Zahl an Neuinfektionen – in den nächsten beiden Jahrzehnten nicht zunimmt, ist es erforderlich, die Patienten rechtzeitig einer wirksamen Therapie zuzuführen“, sagte Wedemeyer.(6)

Neue Regime wie jene mit Sofosbuvir haben das Potenzial, diese Epidemiologie grund­legend zu verändern; einerseits, weil ein nachhaltiges virologisches Ansprechen die HCV-Morbidität und Mortalität deutlich senkt(7), andererseits, weil durch einfachere und verträg­lichere Behandlungen möglicherweise erheblich mehr Patienten geheilt werden können.

Gilead Sciences (Nasdaq: GILD) ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das Therapeutika erforscht, entwickelt und vertreibt, die weltweit einer Verbesserung der Behandlung von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen dienen. Das Unternehmen vertreibt derzeit in den USA elf Produkte und konzentriert sich in Forschung und klinischer Entwicklung auf den Bereich Infektiologie insbesondere auf HIV, chronische Hepatitis B, systemische Pilzinfektionen, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Gilead Sciences Inc., mit Firmenhauptsitz in Foster City, Kalifornien, unterhält Niederlassungen in den USA, Europa und Australien. Der deutsche Firmensitz befindet sich in Martinsried bei München. In Deutschland besteht das Gilead Sciences Portfolio aus derzeit sieben Produkten für die Indikationen HIV, HBV, Cystische Fibrose und systemische Pilzinfektionen.

Anmerkungen

  • * Changing Moments – Umbruch in der Hepatitis C-Therapie. Eine Presseveranstaltung der Gilead GmbH.
  1. Hofmann WP, Sarrazin C, Zeuzem S: Current standards in the treatment of chronic Hepatitis C.
    Dtsch Arztebl Int 2012; 109(19): 352–8. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0352
  2. Liang TJ, Ghany MG; N Engl J Med 2013; 368: 1907-17. DOI: 10.1056/NEJMra1213651
  3. Fachinformation SOVALDI®, Stand Januar 2014
  4. Lawitz E et al.; N Engl J Med 2013; 368: xx-xx. DOI: 10.1056/NEJMoa1214853
  5. North CS et al.; Gen Hosp Psych. 2013; 35(2): 122-128 http://www.ghpjournal.com/article/S0163-8343%2812%2900336-2/abstract
  6. Rein DB et al.; Dig Liver Dis. 2011; 43(1): 66-72 http://www.dldjournalonline.com/article/S1590-8658%2810%2900170-2/abstract
  7. van der Meer AJ et al.; JAMA 2012; 308(24): 2584-2593
    http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1487498

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Quelle: Gilead Sciences, 30.01.2014 (tB).

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