HER2-Antikörper erhält Robert Koch Award

 

München (14. Juli 2008) – Der diesjährige Robert Koch Award ging an Trastuzumab (Herceptin®) von der Roche Pharma AG. Der zum Springer Medizin Verlag GmbH gehörende Verlag Urban & Vogel würdigt damit die herausragende Medikamentenwirkung und die Verbesserung der Patientenversorgung. Trastuzumab hat sich in der Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs etabliert. Verliehen wurde der Preis im Rahmen der Pressekonferenz „Innovative Ansätze in der Medizin – Therapeutische Proteine in der Krebsbehandlung".

 

Für gezielte Therapien sind Antikörper bedeutend, da sie an ihr Zielmolekül mit hoher Effektivität binden und so beispielsweise eine Aktivierung des körpereigenen Immunsystems auslösen können. „Trastuzumab stellt die erste gezielte, ausschließlich auf den Tumor gerichtete Antikörpertherapie dar, wodurch eine deutliche Qualitäts-Verbesserung in der Versorgung von HER2-positiven Brustkrebspatientinnen möglich wird", begründet der Vorsitzende der Jury Prof. Dr. med. Thomas Unger, Direktor des Pharmakologischen Institutes der Charité Berlin, die Entscheidung. Bei der Auswahl des Preisträgers orientiert sich die Jury vor allem an die Kriterien Innovation, Verbesserung der Patientenversorgung und Potential für weitere klinische Forschungen.

 

Antikörper gegen Brustkrebs

Mit therapeutischen Proteinen und hier insbesondere monoklonalen Antikörpern wurden in den letzten Jahren immense therapeutische Fortschritte erreicht und sind auch zukünftig zu erwarten. „In der Brustkrebstherapie ist Herceptin eine Innovation, sowohl was den spezifischen Wirkmechanismus als auch den Nutzen für den Patienten betrifft", erklärt Prof. Dr. Dr. Klaus Strein, Leiter der Pharmaforschung und Pharmaentwicklung bei Roche Deutschland. Die Aussichten auf ein verlängertes Leben und möglichen Heilungschancen bei frühzeitigem Einsatz von Trastuzumab haben sich bei Frauen mit Brustkrebs deutlich erhöht.


„Die überragende Wirksamkeit von Trastuzumab bei gleichzeitig guter Verträglichkeit und hoher Sicherheit der Therapie zeigt eindeutig das große Potenzial von Trastuzumab", resümierte Frau Prof. Dr. Nadja Harbeck, Leitende Oberärztin Konservative Senologie, Frauenklinik der TU München.

 

Therapeutische Proteine für unterschiedliche Erkrankungen

„Unsere Aufgabe ist es nun, Antikörper noch wirkungsvoller zu gestalten und weitere, zielgerichtete Behandlungsansätze zu entwickeln", ergänzt Strein. „So ist Trastuzumab bsp. mit Zytostatika, weiteren Antikörpern oder Small Molecules kombinierbar, was zu besseren Therapieergebnissen führt." Auch lässt sich die stimulierende Wirkung der Antikörper auf Zellen des Immunsystems gentechnisch so verändern, dass die Immunzellen verstärkt an Krebszellen binden. Dies führt zu einer effektiven Zerstörung von Tumorzellen und somit zu besseren Behandlungsmöglichkeiten. "Im Mittelpunkt unserer Forschung steht weiterhin die Krebstherapie. Aber auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer, Rheumatoide Arthritis oder multiple Sklerose können so therapiert werden", erläutert Prof. Dr. Dr. Strein.


Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema "Innovative Ansätze in der Medizin – Therapeutische Proteine in der Krebsbehandlung" am 14. Juli 2008 in München (medical relations).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung