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Herzschwäche-Patienten profitieren von elektronischen Frühwarn-Systemen und Überwachung per Telemedizin

 

76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vom 8.-10. April 2010 in Mannheim

 

Mannheim (10. April 2010) – Patienten mit Herzschwäche ("Herzinsuffizienz", HI) profitieren von den automatischen elektronischen Warn-Systemen ihrer implantierten Defibrillatoren (ICD) und Resynchronisations-Systeme (CRT). Solche Systeme tragen nicht nur zu einer optimalen Herzfunktion bei, sondern schlagen auch bei Auffälligkeiten Alarm. Die dem Alarmton folgenden ärztlichen Untersuchungen ermöglichen es, frühzeitig eine mögliche HI-Verschlechterung zu entdecken.

 

Frühe Warnung erspart HI-Patienten Notaufnahmen ins Krankenhaus

 

Bei 78 Prozent der durch den Alarm bedingten Arzt-Visiten wurden körperliche Anzeichen einer Verschlechterung der HI festgestellt, berichtet Prof. Dr. Uwe Wiegand (Sana Klinikum Remscheid) auf der 76. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim über die Ergebnisse des "InSync-Sentry-Registers" (Medtronic). Die Arztkontakte, die dem Monitoring folgten, trugen massiv dazu bei, Notaufnahmen ins Krankenhaus zu reduzieren.

Eine Dekompensation der HI – also Wasseransammlungen oder Luftnot bereits in Ruhe – ohne vorangegangene Alarmton gab es hochgerechnet nur zwei Mal pro 100 Patientenjahre.

Analysiert wurden 896 Patienten des Registers. Bei 234 dieser Patienten traten insgesamt 321 ungeplante Arztvisiten auf, davon 75 Prozent aufgrund von Alarmton-Abgabe, 13 Prozent bei Symptomen einer HI und drei Prozent bei Gerätefehlfunktion.

Telemedizinische Verfahren, bei denen Daten aus dem ICD/CRT über größere Distanzen per Internet abgefragt werden können oder automatisch kommuniziert werden, sollen die Performance weiter verbessern: unter anderem, weil technisch bedingte Fehlalarme im Vorfeld des Arztkontaktes identifiziert werden können.

 

Nachsorge per Home Monitoring ist sicher und spart Ressourcen

 

Im Modellprojekt Monitoring Center, das in Deutschland und Österreich durchgeführt und durch das Unternehmen BIOTRONIK unterstützt wird, wurde erstmals unter wissenschaftlichen Bedingungen das Szenario eines zentralisierten "Home Monitorings" von ICD und Schrittmachern evaluiert. Dabei wurden im Monitoring Center der Charité Universitätsmedizin Berlin von Dr. Thomas Vogtmann (Med. Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie, Charité) zentral die Daten von 121 Patienten aus neun Satelliten-Kliniken- und -Praxen erfasst, insgesamt 47.343 Patientenmonitortage.

Bearbeitet wurden mehr als 2200 eingehende Event-Nachrichten, 174 davon wurden als möglicherweise problematisch herausgefiltert und an Spezialisten weitergeleitet. Über ein Drittel der weitergeleiteten Nachrichten hatten Patientenkontakte zur Folge, aus denen für 15 Prozent aller weitergeleiteten Events eine Änderung in der Therapie erfolgte.

"Die Studie zeigt, dass ein tägliches Home Monitoring mit einem überschaubaren Aufwand von weniger als 30 Minuten pro Tag für 100 Patienten sicher und effektiv umsetzbar ist", so Dr. Vogtmann. "Die Integration von telemedizinisch übermittelten Implantat- und Patientendaten in das Nachsorge-Management ist sinnvoll."

Ein zentralisiertes Datenmanagement durch ein Telemedizin-Zentrum könnte den Arzt dabei unterstützen, die Patientenversorgung effektiver zu gestalten und Klinik-Ressourcen effizienter zu nützen.

 


 

Quelle: Pressemitteilung Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) vom 10.04.2010.

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