Photo: Hochschule OsnabrückHochschule Osnabrück

1. internationaler Kongress zu Musikergesundheit

 

Osnabrück (19. März 2012) – Professionelle Musiker können ihren Instrumenten oftmals virtuose Klänge und Melodien entlocken. Was dem Publikum in den Konzerten so leicht und locker erscheint, ist aber harte Arbeit, die wiederum in meist mehrstündigen Auftritten in unbequemer Haltung durchgeführt wird. Schmerzen in Schulter, Nacken, Rücken, Armen und Händen – die Liste ist lang mit Problemzonen, die Musikern ihre Arbeit zur schmerzhaften Alltagsprozedur werden lassen.

 

Der 1. internationale musikphysiotherapeutische Fach-Kongress vom 16. bis 18. März an der Hochschule Osnabrück nahm sich genau dieser Thematik an. „Musiker sind Leistungssportler und ihre andauernde einseitige wie auch repetitive Fehlbelastung kann zu Problemen der Muskulatur, des Nervensystems und der Knochen führen“, betont Dr. Christoff Zalpour, Professor für Physiotherapie an der Hochschule Osnabrück und Organisator der Tagung. „Mit unserem Projekt MusikPhysio, der physiotherapeutischen Intervention bei Musikern, sind wir Vorreiter auf dem Fachgebiet. Und die klinischen und wissenschaftlichen Lösungsansätze wollen wir bei dieser Tagung diskutieren“, sagt Zalpour.

 

Bereits seit 2007 besteht eine Kooperation des Instituts für angewandte Physiotherapie und Osteopathie (INAP/O) der Hochschule und dem Institut für Musik (IfM). Eine speziell eingerichtete physiotherapeutische und osteopathische Musikersprechstunde behandelt und berät Musikstudenten, Orchestermusiker und Musiklehrer. „Diese Erkenntnisse aus den Behandlungen haben uns wertvolle Hinweise auf wirksame und nachhaltige Ansätze in den Behandlungstechniken gegeben“, weiß Zalpour und verweist hier auch auf die Kooperationen mit der deutschen Orchestervereinigung, dem Orchester der städtischen Bühnen Osnabrück und der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung.

 

Die dreitägige Veranstaltung an der Hochschule setzte ihren Schwerpunkt auf das wissenschaftliche und klinische Arbeiten im Bereich der therapeutischen Musikertherapie, deren Stellenwert, insbesondere auch im Hinblick auf die fortschreitende Akademisierung der Therapieberufe, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dazu konnten internationale Referenten wie die australischen Musiker-Physiotherapeutinnen Dr. Bronwen Ackermann, (University of Sydney) und Dr. Sonia Ranelli (Curtin University Perth, Gewinnerin des Young Investigator Awards 2010) gewonnen werden. Aus Kanada referierte Dr. Christine Guptill über ihre ergotherapeutische Forschungsarbeit mit Musikern. Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Leiter des Instituts für Musikermedizin und Musikphysiologie (IMMM) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (DGfMM), nahm ebenfalls an der Tagung teil.

 

Neben Fachvorträgen wurden auch Workshops zu Therapiemöglichkeiten bei Musikern angeboten. Aktiv vorgestellt wurden Themen wie der diagnostische Ultraschall in der Musikerphysiotherapie, Behandlungen von funktionellen Stimmbeschwerden bei Sängern, Osteopathie bei Musikern und ergotherapeutische Einsatzmöglichkeiten in der Musikersprechstunde. Und natürlich wurde das Rahmenprogramm durch erstklassige Musik von Jazz bis Klassik von Musikern des IfM ausgestattet.

 

 

Weitere Informationen

 

 


 

Quelle: Hochschule Osnabrück, 19.03.2012 (tB).

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