Hollywood entwickelt Impfstoff in zwei Tagen

 

Das Ebola Virus: Tödlicher Virus und 'Hollywood-Star'. Quelle: Cynthia Goldsmith, Content Providers: CDC/ Cynthia Goldsmith, PD-USGov-HHS-CDCHeidelberg (13. August 2009) Ob Bakterien, Viren oder Parasiten – Krankheitserreger sind nicht nur Objekte intensiver Forschung, sondern mitunter auch Hollywood-Filmstars. Eine besondere Ausgabe der Zeitschrift "Biotechnology Journal" befasst sich mit diesem "Doppelleben".
Der Heidelberger Malaria-Forscher Dr. Friedrich Frischknecht hat wissenschaftliche Beiträge von Forschern aus den USA, Kanada, Südafrika und Europa zusammengestellt, die von unterhaltsamen Artikeln zu Infektionskrankheiten in Literatur und Hollywood-Filmen sowie zur Geschichte der Mikroskopie ergänzt werden. Das englischsprachige Sonderheft fasst eine zweitägige wissenschaftliche Konferenz zusammen, die im September 2008 in Heidelberg stattfand und von der Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Stiftung unterstützt wurde. Die Artikel des Hefts können im Internet eingesehen und heruntergeladen werden.

Das heimtückische Ebola-Virus bedroht die ganze Welt

Geheimnisvolle Erreger, die die Erdbevölkerung auslöschen könnten – wie nah sind Science-Fiction-Filme und Bücher an der Realität? Wo verlassen Autoren und Regisseure wissenschaftliche Grundlagen, um die Spannung zu erhöhen? Der Artikel "Infectious Entertainment" von Dr. Frischknecht zeigt die Gratwanderung zwischen wissenschaftlichen Fakten und künstlerischer Fiktion an Beispielen auf.

In "Outbreak – Lautlose Killer" des Regisseurs Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1995 bedroht das tödliche, bislang in Afrika heimische Ebola-Virus die USA. Gekonnt wird mit der realen Angst der Menschen vor weltweiten Seuchen gespielt. Die Lösung im Film findet der Wissenschaftler dann eher amüsant: In nur zwei Tagen wird ein Impfstoff entwickelt – normalerweise dauert so etwas mindestens ein halbes Jahr. Dennoch fällt das abeschließende Urteil positiv aus: "Gute Unterhaltung kann zu einem besseren Verständnis komplexer Inhalte beitragen. Im besten Fall motivieren Unterhaltungsmedien interessierte Leser oder Zuschauer dazu, nach weiterführenden Informationen zu suchen."

Film über Abwehrzelle wurde 300.000 mal angeschaut

Dazu kann auch das Internet beitragen, z. B. mit seiner populären Video-Plattform YouTube (www.youtube.com) In dem Artikel "Increasing your bug views" lädt Dr. Frischknecht ein, nach Filmen aus der Grundlagenforschung zu suchen und eigene Forschungsergebnisse einzustellen. Wer hätte gedacht, dass ein fünfminütiger Film über eine Abwehrzelle, die ein Bakterium verfolgt, bereits von 300.000 Internet-Besuchern angeschaut wurde?

Literatur

Biotechnology Journal 6/2009, Wiley-Blackwell, Weinheim.
http://www3.interscience.wiley.com/journal/122462269/issue?CRETRY=1&SRETRY=0

Crawling Neutrophil Chasing a Bacterium:
www.youtube.com/watch?v=I_xh-bkiv_c&feature=related

Infectious Enterntainment:
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/122462271/PDFSTART

Increasing your bug views:
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/122462291/PDFSTART


 

Weitere Informationen über das Hygiene Institut im Internet:


www.med.uni-heidelberg.de/Hygiene-Institut.106583.0.html
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Malaria-3-Frischknecht.100117.0.html


Virus

 

Abb.: Das Ebola Virus: Tödlicher Virus und "Hollywood-Star". Quelle: Cynthia Goldsmith, Content Providers: CDC/ Cynthia Goldsmith, PD-USGov-HHS-CDC

 


Quelle: Pressemitteilung  des Universitätsklinikums und der Medizinische Fakultät Heidelberg vom 13.08.2009 (tB).

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