Hygiene-Tipp der DGKH, September 2011

Mund-Nasen-Schutz

 

Berlin (1. September 2011) – Dass im Operationssaal Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen ist, ist allgemein bekannt. Dazu präzisiert die Krankenhaushygiene-Kommission (KRINKO) am RKI (2000, 2007):

 

„Vor Betreten des Operationsraumes soll ein Mund-Nasen-Schutz angelegt werden, sofern im OP-Saal die sterilen Instrumente bereits gerichtet sind, eine OP demnächst beginnen wird oder eine OP durchgeführt wird. Der MNS wird während der gesamten Operation getragen. Er muß ausreichend groß sein, Mund und Nase bedecken und eng am Gesicht anliegen. Barthaare müssen (ggfs. in Kombination mit der OP-Haube) vollständig abgedeckt sein.

 

Der Mund-Nasen-Schutz muß vor jeder Operation und bei sichtbarer Verschmutzung oder Durchfeuchtung erneuert werden.“

 

Da der Mund-Nasen-Schutz mit der Dauer der Tragezeit durchfeuchtet, soll der Mund-Nasen-Schutz nach spätestens 2 Std. erneuert werden.

 

Die Leistungsanforderungen an OP-Masken ergeben sich aus der EN 14683 (Chirurgische Masken – Anforderungen und Prüfverfahren, 2006). Danach gibt es die folgenden Leistungsmerkmale:

 

Prüfung

Typ I

Typ I R

Typ II

Typ II R

Bakterielle Filterleistung

>95 %

>95 %

>98 %

>98 %

Druckdifferenz Pa

< 29,4

< 49,0

< 29,4

< 49,0

Druck des Spritzwiderstandes
mm Hg

entfällt

>120

entfällt

>120

Widerstandsfähig gegen
Flüssigkeitsspritzer

 

ja

 

ja

 

Abb.: Typ II ist also besser als Typ I und R bedeutet höhere Beständigkeit gegen Flüssigkeiten und Aerosole.

 

 

Getestet wird nur das Filtermaterial, nicht der Dichtsitz. Nach Untersuchungen der Berufsgenossenschaften erfüllen die OP-Masken oft nicht die ausgelobten Gütekriterien, vor allem jedoch sitzen sie oft nicht dicht genug, sodass vorbeigeatmet werden kann.

 

Beim Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken = chirurgische Masken) handelt es sich nicht um Atemschutzmasken: Der Mund-Nasen-Schutz soll primär die Verbreitung von Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum des Trägers verhindern. Gleichzeitig soll er den Träger vor Spritzern mit Körperflüssigkeit des Patienten schützen.

 

Walter Popp, Klaus-Dieter Zastrow

 


 

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), 01.09.2011 (tB).

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