ICD-10-GM 2017

DIMDI veröffentlicht endgültige Fassung

Köln (29. September 2016) – Das DIMDI hat die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2017 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification) veröffentlicht. In die neue Version flossen die Änderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Berücksichtigt sind zudem 84 Vorschläge, zumeist von Fachgesellschaften und Fachleuten aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.

Die Klassifikation bildet u.a. die Basis für das pauschalierende Vergütungssystem G-DRG (German Diagnosis Related Groups) und für das PEPP-Entgeltsystem (Pauschalierte Entgelte in Psychiatrie und Psychosomatik).

Diagnosen müssen im ambulanten und stationären Bereich nach der ICD-10-GM verschlüsselt werden. Ärzte und Dokumentare in Krankenhäusern sind verpflichtet, dabei die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) in der jeweils gültigen Fassung zu berücksichtigen; in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen sind die Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie/Psychosomatik (DKR-Psych) heranzuziehen. Die Kodierrichtlinien werden von den Selbstverwaltungspartnern gemeinsam vereinbart.

Die Verschlüsselung erfolgt auf der Basis des Systematischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Das zugehörige Alphabetische Verzeichnis mit seiner umfangreichen Sammlung an Krankheitsbezeichnungen und Synonymen erleichtert die Arbeit in der Praxis.


Wichtige inhaltliche Änderungen in der Version 2017

  • Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Einführung zusätzlicher Schlüsselnummern zur Kodierung von Adipositas und extremer Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
  • Lymphödem: Aufnahme neuer Schlüsselnummern für eine lokalisationsbezogene, stadiengerechte Kodierung des Lymphödems
  • Multiresistente Erreger: Umstrukturierung von Kodebereichen zur Anpassung an die Nomenklatur der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention)-Empfehlungen
  • Zika-Viruskrankheit: Belegung sog. nicht belegter Schlüsselnummern für die Kodierung der Zika-Viruskrankheit durch die WHO

Der Kommentar im Vorspann des Systematischen Verzeichnisses erläutert wichtige Neuerungen in den einzelnen Kapiteln. Alle Änderungen im Detail sind in der Aktualisierungsliste enthalten. Die Differenzliste enthält die Veränderungen der endgültigen Fassung gegenüber der Vorabfassung.

Das Alphabetische Verzeichnis zur ICD-10-GM 2017 wird an die Änderungen im Systematischen Verzeichnis angepasst und in Kürze ebenfalls veröffentlicht.

Formale Änderungen gegenüber den Vorjahren

Aktuelle und zukünftige Änderungen gegenüber den Vorjahren betreffen die Metadaten.

In den Metadaten werden bisher zwei verschiedene Formate für die Altersklassen angeboten. Das ausführliche Format (Feld 22 und 24) nutzt als Zeiteinheit Tage, Wochen, Monate und Jahre, das alternative Format (Feld 23 und 25) nutzt nur Tage und Jahre.

Aus unserer Umfrage im Jahr 2015 zu den Altersklassenformaten wissen wir, dass unsere Nutzerinnen und Nutzer das alternative Format bevorzugen (nur nach Tagen und Jahren). Ab der Version 2018 wird es daher nur noch dieses Format geben, das Format in Feld 22 und 24 entfällt dann.

Um dies vorzubereiten, haben wir schon für die Version 2017 die Feldbeschreibung zum alternativen Altersformat in Feld 23 und 25 präzisiert. Nähere Informationen dazu finden Sie in der Liesmich zum Format Metadaten.


Download der Dateien

Referenzausgaben und Aktualisierungslisten zur ICD-10-GM 2017 finden Sie als kostenfreie PDF-Dateien im Downloadcenter.

Alle anderen Dateifassungen, die Metadaten und die Überleitungstabelle erhalten Sie wie gewohnt im DIMDI Webshop. Nur das erstmalige Herunterladen einer Datei im DIMDI Webshop ist kostenpflichtig, jeder weitere Download ist kostenfrei (z.B. bei Fehlerkorrektur).

Das DIMDI stellt über das Internet hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel, Medizinprodukte, Health Technology Assessment (HTA) und mit Versorgungsdaten. Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 30 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafür entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.


Ergänzende Informationen

Weitere Informationen im Web


Quelle: DIMDI – Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, 29.09.2016 (tB).

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