Impfappell des Vorstands der DGKH zur „Neuen Grippe“

 

Berlin (11. November 2009) – Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) empfiehlt nachdrücklich allen Mitarbeitern in Gesundheitseinrichtungen, sich gegen die Neue Grippe (Schweinegrippe) impfen zu lassen. Die Schutzimpfung dient sowohl

 

  • dem Eigenschutz als auch insbesondere
  • dem Schutz der anvertrauen Patienten sowie
  • der Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit des medizinischen Personals.
  • Nur bei einer Durchimpfungsrate > 90 % kann ein Kollektivschutz erreicht werden kann.

 

Intensivpatienten und immunsupprimierte Patienten sind durch die Grippeinfektion lebensbedrohlich gefährdet. So betrug die Sterblichkeit bei Patienten mit kritischer Grunderkrankung in Kanada 17,3 %. Am sog. Atemnot-Syndrom erkrankten vor allem 30-50 jährige relativ gesunde Patienten. In einer Studie in Mexiko ereignete sich bei Kindern in 6,5 % ein schwerer Verlauf, insbesondere bei den Komorbiditäten Adipositas und respiratorische Erkrankungen waren die Verläufe besonders schwer und endeten in 41 % tödlich.

 

Wegen der H1N1- Erkrankung von Mitarbeitern des medizinischen Personals mussten bereits für bis zu 1 Woche Intensivstationen geschlossen werden, wodurch die intensivmedizinische Versorgung in dieser Phase nicht sicherzustellen war.

 

Zum Schutz der Patienten vor der Infektion durch die Neue Grippe empfiehlt daher die DGKH, dass Besucher Risikopatienten nur noch mit angelegtem chirurgischem Mund-Nasen-Schutz besuchen dürfen. Sofern Mitarbeiter noch keinen Impfschutz haben (Impfschutz etwa 1-2 Wochen nach Impfung), gelten für sie die gleichen Regeln, d.h. Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Betreten von Patientenzimmern mit Risikopatienten.

Als Risikopatienten gelten gemäß CDC:

 

  • jeder auf einer Intensivstation oder IMC-Station hospitalisierte Patient,
  • kardiovaskuläre Erkrankungen (außer Hypertonie),
  • chron. respiratorische Erkrankungen, (einschl. Asthma bronchiale; insbesondere bei Kindern),
  • Verdacht auf Pneumonie,
  • renale, hepatische, hämatologische (einschl. Sicherzellanämie), neurologische, neuromuskuläre oder metabolischer Erkrankungen (einschl. Diabetes mellitus),
  • Immundefekte (einschl. durch Arzneimitteltherapie und HIV),
  • Kinder < 5 Jahre (besonders kritisch Kinder < 2 Jahre),
  • Personen unter 19 Jahren mit Langzeit-Gabe von Aspirin,
  • Personen älter 65 Jahre,
  • Schwangere,
  • Einwohner von Alten- und Pflegeheimen und anderen Einrichtungen der Langzeitpflege.

 

In der Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut „Impfung gegen die Neue Influenza A(H1N1) vom 12. Oktober 2009 (Epi Bull 2009; 41:401-424) sind die für die Impfung relevanten Informationen und Empfehlungen umfassend dargestellt.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) vom 11.11.2009.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung