Infektiologen helfen, die hohe Sterblichkeit der Staphylokokken-Sepsis im Krankenhaus zu senken

 

Berlin (20. April 2010) – Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) erarbeitet gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Österreich sowie Krankenhausapothekern und Vertretern der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG e.V.) und der Österreichischen Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie (ÖGACH) eine Leitlinie zum Thema „Sicherung einer rationalen Antibiotikaverordnung im Krankenhaus“. Bei der Literatursuche sind die Kollegen auf Arbeiten aufmerksam geworden, nach denen eine explizite Beratung und Mitbehandlung durch einen ausgebildeten Infektiologen zu einem verbesserten Überleben bei Staphylococcus aureus-Bakteriämie (Infektion der Blutstrombahn mit Staphylokokken, Staphylokokken-Sepsis, im Volksmund auch „Blutvergiftung“ genannt) führen kann.


 

Eine solche erhebliche Wirkung, die auf verbesserte Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle zurückführbar ist, war nach früheren Untersuchungen aus den USA und der Schweiz bereits vermutet, jedoch nicht sicher nachgewiesen worden. Gleich vier ähnlich aufgebaute Studien mit Verlaufsbeobachtung aus Australien, USA, Deutschland und Japan kamen jetzt zum Schluss, dass – auch unter Berücksichtigung anderer Faktoren (wie Schwere der Grunderkrankung, Antibiotika-Resistenz, Alter, u.a.) – der Einfluss auf verbessertes Überleben bei Mitbetreuung am Krankenbett durch Infektiologen (Konsiliartätigkeit) nachweisbar bleibt und als gesichert betrachtet werden kann.

 

Die Staphylococcus aureus-Bakteriämie gilt als vergleichsweise häufige und schwere Komplikation bei Krankenhauspatienten, kann aber auch bei sonst Gesunden plötzlich auftreten. Die Krankenhaussterblichkeit beträgt nach internationalen Studien mehr als 20 %; handelt es sich um resistente Staphylokokken („MRSA“) ist sie noch höher. Die Behandlungsqualität und die Behandlungsergebnisse lassen sich durch infektiologische Mitbetreuung deutlich verbessern.

 

 

Quellen

 

  • Robinson JO, et al. Formal infectious disease consultation is associated with decreased mortality in Staphylococcus aureus bacte-raemia. Abstract O302, 19th European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases, Helsinki, May 2009. Clin Microbiol Infect 2009; 15 (s4): S66-7.
  • Lahey T, et al. Infectious diseases consultation lowers mortality from Staphylococcus aureus bacteremia. Medicine (Baltimore) 2009 September; 88(5):263-7.
  • Rieg S, et al. Mortality of Staphylococcus aureus bacteremia and infectious diseases specialist consultation – a study of 521 patients in Germany. J Infect 2009 October; 59(4):232-9.
  • Nagao M, et al. Close cooperation between infectious disease physicians and attending physicians results in better

 

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (dgi), 20.042010 (tB).

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