Infektiologie

Abwehr von Krankheitskeimen

Kann man Keime riechen?

Kaiserslautern (25. Oktober 2019) -- Mäuse meiden erkrankte Artgenossen. Dabei spielt ein spezielles Riechorgan eine Rolle, mit denen sie infizierte Tiere erkennen können. Eine Studie deckt nun einen neuen Mechanismus auf, den der Geruchssinn und das Immunsystem gemeinsam zur Erkennung und Verhinderung von Infektionen nutzen. Was ist aber mit uns Menschen? Können auch wir drohende Infektionen riechen?

TuberculosisRKI

Bericht zur Tuberkulose in Deutschland

Berlin (22. Oktober 2019) -- Das RKI hat den neuen Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland veröffentlicht, mit detaillierten Analysen der Meldedaten, etwa nach Organbeteiligung und Resistenzlage. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 5.429 Tuberkulosen registriert. Damit sind die Erkrankungszahlen nach der deutlichen Zunahme im Jahr 2015 und der weitgehend unveränderten Situation in 2016 seit 2017 wieder rückläufig, wenn auch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Entscheidend für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle ist neben einem adäquat ausgestatteten öffentlichen Gesundheitsdienst und gut ausgebildeten Ärzten auch eine gut etablierte Tuberkulose-Surveillance, die anhand der übermittelten Daten aktuelle Entwicklungen im epidemiologischen Geschehen frühzeitig und im Kontext ihrer möglichen Einflussfaktoren erkennt.

Teaser InfAZ Staphylococcus aureus 17 10 2019Robert Koch-Institut

MRSA in Deutschland

Berlin (17. Oktober 2019) -- Die detaillierte Analyse von Erregern, insbesondere die Er­stellung eines so genannten mikrobiellen genetischen Fingerabdrucks, ist unverzichtbar, um Ausbruchsgeschehen zu erkennen und evolutionäre Entwicklungen darzustellen. Die über die Routine hinausreichende Diagnostik und Feintypisierung von Erregern ist eine der Aufgaben der Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien. Im Epidemiologischen Bulletin 42/2019 berichtet das Nationale Referenzzentrum für Staphylokokken und Enterokokken über Häufigkeit, Eigenschaften und Verbreitung von MRSA in Deutschland.

GrippeKampagneRKI

Bericht zur Grippesaison 2018/19 veröffentlicht

Berlin (30. September 2019) – Das Robert Koch-Institut hat seinen Bericht zur Influenzasaison 2018/19 veröffentlicht. Die vergangene Grippewelle verlief vergleichsweise moderat: Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI verzeichnete rund 3,8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche – in der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 wurden dagegen 9 Millionen influenzabedingte Arztbesuche registriert. Die Schätzung bundesweiten Influenza-assoziierten Todesfälle ist generell um ein Jahr verzögert, da die Daten nicht früher zur Verfügung stehen. Im aktuellen Saisonbericht ist erstmals die Zahl für die Saison 2017/18 veröffentlicht: Geschätzt 25.100 Menschen sind in Deutschland durch Influenza gestorben. Das ist die höchste Zahl der vergangenen 30 Jahre.

RKI

Erste durch Stechmücken übertragene West-Nil-Virus-Erkrankung beim Menschen in Deutschland

Berlin (27. September 2019) -- Erstmals ist eine in Deutschland durch Mücken übertragene Infektion und Erkrankung mit dem West-Nil-Virus (WNV) bekannt geworden: Die Person aus Sachsen war an einer Gehirnentzündung erkrankt und ist inzwischen wieder genesen. WNV werden von Stechmücken zwischen Vögeln übertragen, aber auch Säugetiere (vor allem Pferde) und Menschen können sich über Mückenstiche infizieren.

NeonatologieRKI

Kolonisationsscreening in neonatologischen Intensivstationen

Berlin (12. September 2019) -- Seit 2012 empfiehlt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention ein wöchentliches Kolonisationsscreening in neonatologischen Intensivstationen. Im Epidemiologischen Bulletin ist in der Ausgabe 37/2019 ein Beitrag über die Ergebnisse einer Befragung von neonatologischen Intensivstationen zur Umsetzung dieser Empfehlung erschienen. Diese erste Übersicht zur Praxis des Kolonisationsscreenings in neonatologischen Intensivstationen in Deutschland zeigt Möglichkeiten der kontinuierlichen Verbesserung. Die Autorinnen und Autoren des Beitrags aus dem Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, und der Universitätskinderklinik Lübeck diskutieren auch den Nutzen des Screenings im Hinblick auf die Late-onset Sepsis, eine schwer­wiegende Kompli­kation auf neonatologischen Intensivstationen mit erheblicher Morbidität, Mortalität und negativen Langzeitfolgen für die Entwicklungsprognose von intensivmedizinisch behandelten Früh- und Neugeborenen.

roeteln standardsPEI engagiert sich im Verbund mit WHO für zuverlässige Teststandards

Rötelndiagnostik

Langen (9. September 2019) -- Weltweit eingesetzte Referenzpräparate (Internationale Standards) sind unentbehrlich für zuverlässige diagnostische Tests. Eine internationale Expertengruppe hat den bisher verwendeten Internationalen Standard für die Diagnostik von Röteln unter die Lupe genommen. Über die Ergebnisse berichtet The Lancet Infectious Diseases in seiner Online-Ausgabe vom 06.09.2019.

NekrotisierendeFasciitisNekrotisierende Fasziitis

Schnellere Diagnose für Erreger der nekrotisierenden Fasziitis

Braunschweig (26. August 2019) -- Schwere Infektionen durch „fleischfressende“ Bakterien machen zunehmend Schlagzeilen. Dahinter steckt das Krankheitsbild der nekrotisierenden Fasziitis (necrotizing soft tissue infections). Diese seltenen Infektionskrankheiten verursachen dramatische Gewebezerstörungen. Den Patienten müssen oft Gliedmaßen amputiert werden oder sie versterben, bevor eine passende Therapie gefunden wird. Der rasante Krankheitsverlauf, verschiedene bakterielle Erreger und deren zunehmende Antibiotikaresistenz machen eine Schnelldiagnostik nötig. Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) erlangten jetzt mithilfe modernster Methoden erstmals Einblicke in die Zusammensetzung der Erreger der oft durch bakterielle Mischinfektionen verursachten Krankheit. Zudem konnten sie die am Infektionsort ablaufenden Prozesse besser charakterisieren und Unterschiede in der Wirtsantwort in Abhängigkeit vom Erregerspektrum beobachten. Damit gelang es, potenzielle Biomarker für die durch Einzelerreger wie Streptococcus pyogenes oder bakterielle Mischinfektionen verursachte nekrotisierende Fasziitis zu identifizieren. Diese neuen Biomarker könnten zukünftig in der klinischen Anwendung eine schnellere Diagnostik der Erreger und damit eine zugeschnittene Therapie ermöglichen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher jetzt im renommierten Fachjournal Nature Communications.

STIKO

Neue Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission

Berlin (22. August 2019) -- Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre neuen Impfempfehlungen im Epidemiologischen Bulletin 34/2019 veröffentlicht. Die wesentliche Neuerung ist bereits in der Ausgabe 50/2018 veröffentlicht worden: Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche sollen sich bereits ab 50 Jahren impfen lassen (Indikationsimpfung).

Schadensminimierung bei Gefangenen in Europa

Ansteckungsraten in Gefängnissen können reduziert werden

  • HIV/AIDS und Hepatitiden eindämmen

Frankfurt am Main (22. August 2019) -- Infektionskrankheiten sind unter Gefangenen überrepräsentativ häufig verbreitet. Gefängnisse gelten als Katalysatoren für die Übertragung von HIV/AIDS und Hepatitis B/C. Oft geht dieses Problem mit der Drogenabhängigkeit der Gefangenen einher. Deshalb untersuchte Prof. Dr. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), mit seinem Team Ansätze der Schadensminimierung (Harm Reduction) in Gefängnissen. Das Forschungsteilprojekt „Harm reduction and continuity of care in prisons“ des ISFF war eines von acht Arbeitspaketen des Projekts „The Joint Action on HIV and Co-infection Prevention and Harm Reduction (HA-REACT)“ der Europäischen Union. „Die Projektergebnisse werden von vielen Justizministerien, Gefängnisbehörden und Nicht-Regierungsorganisationen für eine Reform der gesundheitlichen Versorgungsstrukturen von Gefangenen genutzt“, freut sich Projektleiter Stöver.

Neue Leitlinie zu Virusinfektionen bei Organ- und allogen Stammzelltransplantierten

Freiburg (15. August 2019) – Patienten, die eine Organ- oder allogene Stammzelltransplantation erhalten haben, sind durch die in der Folge notwendige Immunsuppression besonders anfällig für virale Infektionen, die bei ihnen zudem oft schwerer verlaufen. Die Gesellschaft für Virologie (GfV) und die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) haben in Kooperation mit 18 weiteren wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften den aktuellen Erkenntnisstand zu Diagnose, Prävention und Behandlung von Virusinfektionen bei Organ- und Stammzelltransplantierten nun in einer Leitlinie zusammengefasst. Die Empfehlungen richten sich an sämtliche stationär und ambulant tätigen Ärzte, die an der Versorgung von Patienten vor und nach Organ- und allogenen Stammzelltransplantationen beteiligt sind.