Infektiologie

Behandlung schwerer Infektionen

Neues parenterales Antibiotikum zur Zulassung in Europa empfohlen

 

Neuss (25. Juni 2008) - Das „Committee for Medicinal Products for Human Use“ (CHMP) hat die Zulassung des parenteralen Carbapenems Doripenem zur Behandlung von nosokomialen Pneumonien einschließlich der beatmungs-assoziierten Pneumonie, komplizierten intraabdominalen Infektionen und komplizierten Harnwegsinfektionen empfohlen. Die Marktzulassung für Doripenem (Warenzeichen DoribaxTM) in der Europäischen Union wird im Verlauf dieses Jahres erwartet.

Interview mit PD Dr. med. Jörg Petersen, Universitätsklinik Hamburg‑Eppendorf (UKE), zum Thema aktuelle HCV-Therapie

 

 

Die IDEAL‑Studie hat gezeigt, dass die beiden Kombinationstherapien mit Peginterferon und Ribavirin bei der HCV‑Therapie in etwa gleich wirksam sind. Wie erklären Sie sich die trotzdem unterschiedlich hohen Marktanteile von Peglntron® I REBETOL® (essex pharma) und Pegasys® I Copegus®(Roche)?

 

Petersen: Die IDEAL‑Studie hat vergleichbare dauerhafte virologische Ansprechraten der beiden Kombinationstherapien mit pegyliertem Interferon und Ribavirin bei Patienten mit HCV Genotyp 1 bestätigt, was gegen eine rein rationale Begründung der unterschiedlichen Marktanteile spricht. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei in erster Linie um ein psychologisches Problem. Der Pen ist und bleibt komplexer als die Fertigspritze.

Die Verabreichung mit dem Pen hat aber auch Vorteile: Zum einen ist der Pen sozial akzeptierter als eine Spritze, vergleichbar mit der Insulinapplikation bei Diabetes, und besonders für ehemalige Drogenkonsumenten oft die einzige Alternative. Diese Patienten wollen mit Spritzen häufig nichts mehr zu tun haben. Zum anderen ist mit dem Pen eine höhere Flexibilität bei der Hepatitis C‑Therapie gegeben: Sofern beispielsweise unter der Therapie eine Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen erforderlich wird, kann die Interferonmenge mit dem Pen in vielen Fällen individuell angeglichen werden. Das funktioniert mit der Fertigspritze nicht.

Antibiotika-unempfindliche Pneumokokken auf dem Vormarsch

Mühltal (6. Mai 2008) - Durchfall, Sonnenbrand und Mückenstiche - allseits bekannte Unannehmlichkeiten, die das Urlaubsvergnügen meist nicht lange trüben können - zum Glück gibt es wirksame Gegenmittel. Einer aktuellen Untersuchung zufolge droht im Urlaub eine weitere Gefahr: an einer Lungenentzündung zu erkranken, die auf gängige Antibiotika nicht anspricht. Die Ursache: Resistente Pneumokokken-Bakterien. In beliebten Urlaubsländern wie z. B. Spanien sind rund 30 Prozent der Erreger gegen Penicillin unempfindlich. Auch im kühlen Skandinavien breiten sich die widerstandsfähigen Bakterien aus. Einer Erkrankung kann durch eine Pneumokokken-Impfung wirksam vorgebeugt werden.

Neues Infoportal zu Reiseimpfungen und Reiseerkrankungen:

www.reiseerkrankungen.de jetzt online

 

Marburg (21. April 2008) – www.reiseerkrankungen.de, das neue Informationsportal zu Reiseimpfungen und Reiseerkrankungen von Novartis Behring ist jetzt online. Auf der Webseite finden Interessierte alles Wissenswerte zum Thema. Mit wenigen Klicks können sie durch die Rubriken der übersichtlichen Seiten surfen und die vielfältigen Services rund ums Reisen nutzen. Außerdem informieren aktuelle Meldungen aus aller Welt über reisemedizinische Themen.

gezielt ist sicher

Neue Initiative setzt sich für gezielten Einsatz von Antibiotika ein

 

Wiesbaden (17. April 2007) - Die stetig zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber den gängigen Antibiotika wird auch in Deutschland immer mehr zu einer Bedrohung für die Gesundheit der Patienten. Um dieser gefährlichen Entwicklung zu begegnen, hat sich nun eine Gruppe von Experten aus der Inneren Medizin, Infektiologie, Pneumologie und Intensivtherapie zu einer Initiative zusammengeschlossen.

Die „Initiative Antibiotika‑Einsatz: gezielt ist sicher" setzt sich für einen gezielten Einsatz von Antibiotika auf der Basis einer verbesserten Diagnose ein. Sie will außerdem dazu beitragen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die tägliche Praxisroutine integriert werden. Denn: „Die Reduktion des Antibiotikaverbrauchs durch verbesserte diagnostische Möglichkeiten ist dringend erforderlich", sagte der Sprecher der Initiative Prof. Dr. med. Tobias Welte, Direktor der Abteilung für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover. Unnötige Verordnungen sollten damit vermieden werden.

Geld oder Leben?

Antibiotikatherapie im  Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Resistenz

 

Wiesbaden (15. April 2007 ) – In Deutschland ist laut Prof. Dieter Adam aus München seit 1985 ein deutlicher Anstieg an bakteriellen Resistenzentwicklungen zu beobachten. Dieser Trend habe sich nach Erhebungen der Paul-Ehrlich-Gesellschaft in den letzten Jahren verstärkt, so Adam auf einem Symposium des Unternehmens Abbott beim diesjährigen Internistenkongress in Wiesbaden. Das gälte auch für die weltweite Resistenzsituation, die Adam als besorgniserregend bezeichnete.

 

Für die weite Verbreitung resistenter und multiresistenter Mikroorganismen gibt es verschiedener Ursachen. Im Vordergrund stehe, laut Adam, die nicht indizierte Antibiotikatherapie bzw. -prophylaxe. Darüber hinaus gibt es ein so genanntes Klassenphänomen. Ist ein Erreger resistent gegen einen Wirkstoff einer Antibiotikagruppe, so ist er gleichzeitig resistent gegenüber allen anderen derzeitigen Substanzen dieser Gruppe. Allerdings muss die im Labor ermittelte Resistenz nicht immer mit klinischem Therapieversagen korreliert sein. So ist z.B. von den Makrotiden bekannt, dass Substanzen mit sehr guter Gewebegängigkeit (wie Clarithromycin) in vivo durchaus noch wirksam können, selbst wenn im Labor eine niedriggradige Resistenz festgestellt wurde.

Schwerpunkt: diagnostische Schnelltests zur Infektionsprävention

3M Health Care ruft Medical Diagnostics Sparte ins Leben

 

München (2. April 2007) - 3M Health Care gab heute den Start seiner neuen Sparte Medical Diagnostics bekannt. Diese wird sich auf die Entwicklung und Kommerzialisierung schnelldiagnostischer Produktlösungen zum Nachweis wichtiger infektiöser Krankheitserreger konzentrieren, darunter Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) und andere gegenüber Antibiotika behandlungsresistente Bakterien.

 

3M Healthcare verfügt über ein umfangreiches Produkt-Portfolio zur Infektionsprävention. Der neue Geschäftsbereich erweitert  dieses Angebot um effiziente diagnostische Schnelltests, mit denen sich potenziell gesundheitsschädliche Bakterien nachweisen lassen, ehe sie sich ausbreiten und Patienten infizieren können. 3M Medical Diagnostics bietet Krankenhäusern damit schnelle und einfach anwendbare mikrobiologische Diagnostik-Tests, die dabei helfen können, die Ausbreitung von Infektionen zu verhindern, Kosten zu senken und die Rentabilität im Labor zu steigern.

Schnelle Erkennung von MRSA-Infektionen

 

München (2. April 2007) - Das „Superbakterium“ Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) ist eines der häufigsten Ursachen lebensbedrohlicher Infektionen bei Krankenhauspatienten. Das Bakterium ist leicht übertragbar und schwer zu bekämpfen. Anscheinend besteht die allgemeine Gefährdung in Europa aufgrund der nachlassenden Wirksamkeit von Antibiotika unverändert weiter (1).

Die MRSA-Prävalenzraten in Europa werden in erster Linie vom European Antimicrobial Resistance Surveillance System (EARSS) zusammengestellt. Dort unterhält man ein umfassendes, nationale Netzwerke verknüpfendes Überwachungs- und Informationssystem. (2)

Eine neue Waffe im Kampf gegen MRSA: der 3M BacLite Rapid MRSA Test liefert innerhalb von fünf Stunden ein bestätigtes negatives MRSA-Ergebnis direkt aus klinischen Proben. Photo: 3M3M Health Care präsentiert eine neue Waffe im Kampf gegen MRSA

Erster auf Kulturen basierender Schnelltest liefert Ergebnisse in nur fünf Stunden

 

München (2. April 2007) - Die Teilnehmer am 17. European Congress of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ECCMID) haben heute erfahren, dass es eine neue Waffe im Kampf gegen den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (allgemein als MRSA bezeichnet) gibt. Krankenhäuser, die gegen die Verbreitung des Superbakteriums MRSA ankämpfen, verfügen nun über einen auf Kultur-basierten 5-Stunden-Test, der die tödlichen Bakterien direkt anhand klinischer Proben nachweist. Der 3M™ BacLite™ Rapid MRSA Test wurde heute als erster Kultur-basierter Schnelltest eingeführt, der innerhalb von fünf Stunden effektiv und zuverlässig das Vorhandensein oder Fehlen von MRSA bei Patienten mit hohem Risiko für MRSA-Besiedelung nachweist.

Photo: Novartis BehringInfektionsgefahr durch Zeckenbiss –
Wie hoch ist die Gefahr?

 

Neu gegründeter Augsburger Verein ZecTect e.V. veranstaltet 1. Europäisches Symposium für Zecken-übertragene Erkrankungen

 

Augsburg (11. November 2006) – Besonders in Süddeutschland können Zecken die Frühsommer-Meningo-enzephalitis (FSME) übertragen. In ganz Deutschland läuft man nach einem Zeckenbiss Gefahr, an Borreliose zu erkranken. Und beide Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Deshalb haben Augsburger Ärzte den Zecken-übertragenen Erkrankungen den Kampf angesagt und in diesem Jahr den Verein ZecTect e.V. gegründet. Betroffenen, Interessierten und Fachleuten bot der Verein am 11. November in Augsburg die Möglichkeit, sich auf dem „1. Europäischen Symposium für Zecken-übertragene Erkrankungen“ zu informieren.

Influenza keine Chance geben

 

Berlin (9. November 2006) - „Warum haben wir uns an die vielen Influenza-Toten in Deutschland gewöhnt?“, „Warum wird nicht zur Kenntnis genommen, dass Todesfälle vermieden werden können, wenn man die Schutzimpfung durchführen würde und im Erkrankungsfall rechtzeitig eine wirksame antivirale Therapie beginnt?“ – Fragen, die auf der Pressekonferenz der Roche Pharma AG zum Thema „Wie gut ist Deutschland auf die Influenza vorbereitet?“ von führenden Experten diskutiert werden.

 

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) starben im Winter 2004/2005 in Deutschland ca. 20.000 Menschen an der Influenza. Dies übertrifft die Zahl der Verkehrstoten um das Vierfache (ca. 5000 in 2005) und die Zahl der Todesfälle aufgrund anderer Infektionskrankheiten, wie z.B. AIDS (ca. 500 in 2005) um das 40-fache. Was die Influenza so gefährlich macht - die Infektion bleibt nicht auf die Atemwege beschränkt, sondern kann auf andere Organe übergreifen. Dies wird besonders bei Kindern deutlich, die einen weitaus stärkeren Krankheitsverlauf haben können: die Symptomatik unterscheidet sich zum Teil so stark von der Erwachsener, dass eine sichere Diagnose erschwert wird.