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Erste durch Stechmücken übertragene West-Nil-Virus-Erkrankung beim Menschen in Deutschland

Berlin (27. September 2019) -- Erstmals ist eine in Deutschland durch Mücken übertragene Infektion und Erkrankung mit dem West-Nil-Virus (WNV) bekannt geworden: Die Person aus Sachsen war an einer Gehirnentzündung erkrankt und ist inzwischen wieder genesen. WNV werden von Stechmücken zwischen Vögeln übertragen, aber auch Säugetiere (vor allem Pferde) und Menschen können sich über Mückenstiche infizieren.


2018 und 2019 wurden die Viren bei Vögeln und Pferden in Deutschland nachgewiesen (Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg), besonders betroffen ist Ostdeutschland. WNV wird von heimischen Stechmücken der Gattung Culex übertragen. Der Großteil der Infektionen beim Menschen verläuft ohne Symptome, bei knapp 20 % tritt eine meist milde und unspezifische Symptomatik wie Fieber oder Hautausschlag auf. Nur bei unter 1 % aller Betroffenen – in der Regel bei Älteren mit Vorerkrankungen – kommt es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder seltener zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), die tödlich enden kann. Da die Zahl der Stech­mücken im Herbst zurückgeht, nimmt das Risiko weiterer Fälle derzeit ab.


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Quelle: Robert Koch-Institut, 27.09.2019 (tB).