Initiative Schattenkampf geht an die ÖffentlichkeitInitiative Schattenkampf geht an die Öffentlichkeit

Aufklärung zu bipolaren Störungen

 

Friedrichshafen (8. Oktober 2010) – „Noch immer dauert es zu lange, bis eine bipolare Störung erkannt wird“, erklärten Experten auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 10. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS). Auf der diesjährigen Tagung wurde die Initiative Schattenkampf vorgestellt. Sie möchte die Öffentlichkeit auf das Krankheitsbild bipolare Störung aufmerksam machen und Betroffene ermutigen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nur so kann die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und therapiert werden. Schattenkampf ist eine Initiative von AstraZeneca und steht unter der Schirmherrschaft der DGBS in Kooperation mit DAK und Debeka. Weitere Informationen sind unter www.schattenkampf.de zu finden. 

 

In Deutschland sind ca. zwei Millionen Menschen von bipolaren Störungen betroffen. „Viele der Betroffenen unternehmen im Laufe der Erkrankung einen Suizidversuch“, erklärte Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Dresden und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (DGBS). „Die ersten Symptome stellen sich meist im jungen Erwachsenenalter ein, bei etwa 70 Prozent zunächst mit einer depres­siven Episode.“ Bei einem Großteil der Betroffenen wird keine korrekte Diagnose gestellt, eine entsprechende Behandlung bleibt aus. Ein wichtiger Grund hierfür ist die große Variabilität der auftretenden Symptome. Diese decken sich teilweise mit de­nen anderer Erkrankungen, wie zum Beispiel einer phasenweise auftretenden (unipola­ren) Depression. Eine Studie zeigt, dass in rund 60 Prozent der Fälle zunächst eine andere psychische Erkrankung diagnostiziert wird.(1) Daher können oft bis zu zehn Jahre vom Auftreten der ersten Symptomatik bis zur Einleitung einer entsprechenden Therapie vergehen. Die zeitliche Latenz bis zur Diagnosestellung bei der unipolaren Depression liegt hingegen bei drei Jahren.(2) Die Früherkennung wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die leichteren manischen Phasen häufig nicht als solche wahrgenommen wer­den. 

 

Die Initiative Schattenkampf setzt hier an und will mit verschiedenen Maßnahmen wie einem Kinospot sowie PR- und Onlineaktivitäten auf das komplexe Krankheitsbild der bipolaren Störung aufmerksam machen. „Je besser die Öffentlichkeit über die Erkran­kung informiert ist, desto leichter können Betroffene und Angehörige deren Anzeichen erkennen“, erklärte Dirk Greshake, Vice President Specialty Care und Mitglied der Ge­schäftsleitung von AstraZeneca Deutschland. „Wir haben die Initiative ins Leben ge­rufen, um einen Beitrag zur besseren Früherkennung von bipolaren Störungen zu leis­ten.“ Im Fokus der Initiative Schattenkampf stehen insbesondere junge Erwachsene, bei denen die Erkrankung noch nicht diagnostiziert worden ist.

 

„Die DAK-Langzeitanalyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten belegt, dass die psychischen Erkrankungen gerade bei jungen Erwachsenen überproportional angestiegen sind“, erklärte Markus Saur, Landeschef der DAK, die gemeinsam mit der Debeka die Initiative Schattenkampf als Partner unterstützt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt bipolare Störungen zu den zehn Krankheiten, die am häufigsten zu dau­erhafter Beeinträchtigung führen können.(3) „Psychische Erkrankungen bleiben auch heute noch häufig unentdeckt. Wir möchten dazu beitragen, dass diese Erkrankungen möglichst nicht zu Langzeiterkrankungen werden“.  Die Aufklärung der Be­troffenen und eine daraus resultierende Bereitschaft zur Mitwirkung, sind Vorausset­zung für ein frühes Erkennen. Darüber hinaus ist ein aufgeklärter Umgang mit der Erkrankung durch die Betroffenen und ihrer Angehörigen die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung.

 

Eine frühe Diagnose und Therapie helfen die zumeist sehr schwerwiegenden sozialen und persönlichen Belastungen zu reduzieren. „Daher ist es uns ein großes Anliegen, die Früherkennung psychischer Erkrankungen wie der bipolaren Störung zu unter­stützen“, erläuterte Katrin Berger von der Debeka. „Denn nur ein frühzeitiger Therapiebeginn ge­währleistet eine bessere Versorgung für die Betroffenen.“

 

 

Über die Initiative Schattenkampf

 

Schattenkampf ist eine Initiative von AstraZeneca unter der Schirmherrschaft der Deut­schen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. (www.dgbs.de) in Kooperation mit DAK und Debeka. Ziel der Initiative ist es, Aufklärungsarbeit zu bipolaren Störungen (auch bekannt als manisch-depressive Erkrankung) zu leisten. Betroffene, aber auch deren Freunde und Angehörige, sollen für die Symptome einer bipolaren Störung sensibilisiert werden. Im Fokus der Initiative stehen junge Erwachsene, bei denen die Erkrankung noch nicht diagnostiziert wurde. Sie sollen ermutigt werden, ärztliche Hilfe in Anspruch zu neh­men.

 

 

Literatur

 

  1. Lish, JD et al: The National Depressive and Manic-depressive Association (DMDA) survey of bipolar members. Journal of Affectice Disorders, 1994; 31, 281-294
  2. Hirschfeld RM, Williams JB, Spitzer RL et al: Development and validation of a screening instrument for bipolar spectrum disorder: the Mood Disorder Questionnaire. Am J Psychiatry, 2000, 157, 1873-1875
  3. Murray CJ, Lopez AD. Science 1996;274(5288):740-3

 

Download

 

Bipolare Störungen: Hintergrund Bipolare Störungen.pdf Hintergrund Bipolare Störungen.pdf (74.53 KB)

 


Quelle: Pressekonferenz der Initiative Schattenkampf: Bipolare Störungen frühzeitig erkennen und behandeln“ am 08.10.1010 in Friedrichshafen (Astra Zeneca) (Hering Schuppener Healthcare) (tB).

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