Graphik: I3GIntegrierte Versorgung Schizophrenie in Niedersachsen

Start der wissenschaftlichen Evaluation

 

Hannover (19. April 2011) – Für Menschen, die an einer Schizophrenie erkrankt sind, ist eine rechtzeitige und kontinuierliche Behandlung existenziell. Die Initiative „Integrierte Versorgung Schizophrenie“ (IVS) richtet sich an Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen aus. Mit sektorenübergreifender, individueller Langzeitbehandlung folgt sie wissenschaftlichen Leitlinien und bezieht vor Ort bestehende Versorgungsstrukturen ein. Ziel der gemeinsamen Initiative von AOK Niedersachsen, der Managementgesellschaft I3G GmbH und der Care4S GmbH ist ein flächendeckendes Versorgungsnetz. Nach erfolgreichem Start der Initiative im Oktober 2010 in einzelnen Regionen Niedersachsens und positiver Resonanz von Ärzten und Patienten wird das Versorgungsgebiet seit April 2011 auf angrenzende Regionen ausgeweitet. Im Zeichen von Qualität und Transparenz der IVS ist mit der unter Federführung von Professor Dr. Jürgen Wasem, Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen, und Professor Dr. Peter Falkai, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen, gestarteten Evaluation ein weiterer Meilenstein gesetzt.

 

Seit Oktober 2010 engagiert sich die Initiative Integrierte Versorgung Schizophrenie (IVS) erfolgreich für eine rechtzeitige und nachhaltige Versorgung von Menschen mit Schizophrenie. Das zunächst in einzelnen Regionen Niedersachsens gestartete neue Versorgungssystem wird planmäßig seit April 2011 auf angrenzende Regionen ausgeweitet. Initiator ist die AOK Niedersachsen, die sich nach einer öffentlichen Ausschreibung für die Managementgesellschaft Institut für Innovation und Integration im Gesundheitswesen (I3G) GmbH als Partner entschieden hat. Die Versorgungsinitiative richtet sich an modernen wissenschaftlichen Leitlinien aus (S3-Behandlungsleitlinie Schizophrenie, WHO-Leitlinien und Psychiatrie-Enquete). Im Vergleich zur Regelversorgung bietet die IVS zusätzliche Behandlungsoptionen wie die sogenannte aufsuchende psychiatrische Pflege, Psychoedukation, Soziotherapie, Psychotherapie und Angehörigenbetreuung an. Hierdurch soll sich die Versorgung für Patienten und Angehörige qualitativ deutlich verbessern, zum Beispiel über positive Effekte auf die Krankheitssymptomatik und Krankheitsbewältigung. Um die Qualität und Transparenz zu gewährleisten, wird das neue Versorgungssystem durch eine begleitende wissenschaftliche Evaluation geprüft.

 

Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, begrüßte die Entwicklung der Integrierten Versorgung Schizophrenie. „Ziel des Modells ist es, die Situation von schizophren erkrankten Personen zu verbessern und die Qualität der Versorgung zu erhöhen. Dazu gehört z.B., dass alle Bereiche besser zusammenarbeiten.“ Mit der I3G GmbH als Partner, die in der Ausschreibung mit dem besten medizinischen und wirtschaftlichen Konzept überzeugte, kann die AOK darüber hinaus sicherstellen, dass mögliche Ausgabensteigerungen durch bessere Versorgung nicht zu Lasten der Solidargemeinschaft erfolgen.

 

 

Anspruchsvolles Evaluationskonzept überprüft Stichhaltigkeit der Pilotstudien

 

PD Dr. Thomas Wobrock von der Universität Göttingen hält die Integrierte Versorgung für „einen vielversprechenden Ansatz, welcher ein personenzentriertes Case Management und eine aufsuchende gemeindenahe Behandlung (Assertive Community Treatment) miteinander verknüpft.“ Basis der unabhängigen Evaluation sind zwei Pilotstudien, in denen bei IV-Patienten eine Verringerung der Krankenhaustage und stationären Wiederaufnahmen im Vergleich zu Patienten mit Standardbehandlung gezeigt werden konnte. „In der Evaluation der IVS in Niedersachsen soll untersucht werden, ob die in den Pilotstudien gefundenen Effekte auch bei einer flächendeckenden Einführung einer vom niedergelassenen Facharzt geleiteten IV Bestand haben“, erklärte Wobrock.

 

Über die konkrete Umsetzung sprach Prof. Dr. Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen: „Das primäre Ziel der Evaluation ist ein Vergleich von Patienten mit Schizophrenie, die in die Integrierte Versorgung eingeschrieben sind, mit Patienten, die in der Regelversorgung behandelt werden“. Zielparameter sind  primär  Anzahl von Krankenhaustagen, sowie auch aktuelle Krankheitsschwere, die Lebensqualität oder die Patienten- und Arztzufriedenheit.. Des Weiteren werden eine Kosten-Effektivitäts- sowie eine Kosten-Nutzwert-Analyse aus Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt. „Erste Ergebnisse der Evaluation sind im Oktober 2012 zu erwarten“, so Wasem.

 

 

Erste Zwischenbilanz der Umsetzung in Niedersachsen positiv

 

Dr. Matthias Walle, niedergelassener Psychiater und Geschäftsführer der Care4S GmbH, zog eine erste Zwischenbilanz nach sechs Monaten Integrierter Versorgung Schizophrenie in Niedersachsen. „Das Ziel der ersten Pilotierungsphase war es, eine flächendeckende Versorgung in der ersten Pilotregion herzustellen – und dies ist gelungen“, berichtete Walle. Aktuell gewährleisten über vierzig Fachärzte und fast 15 Pflegedienste und psychosoziale Trägereinrichtungen eine intensivierte ambulante, wohnortnahe Behandlung von AOK-Versicherten mit der Diagnose Schizophrenie. Die essentielle Vernetzung der Netzwerkpartner wird durch eine innovative, datenschutzgeprüfte IT-Lösung, die Net4Care, sichergestellt. „Die zahlreichen positiven Rückmeldungen vieler Fachärzte und psychosozialer Anbieter zeigen, dass es uns gelungen ist, den Netzwerkpartnern, ihren Patienten und deren Angehörigen eine umfassendere ambulante Behandlung anzubieten“, legte Walle dar.

 

 

Graphik: I3G

 

Marlis L. Richter und Dr. Klaus Suwelack von der I3G GmbH sind zufrieden, dass mit dem Start der Evaluation und der planmäßigen Ausweitung seit April 2011 ein weiterer Meilenstein erreicht ist. „Für uns ist wichtig, dass sich die Integrierte Versorgung Schizophrenie an den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen orientiert, den wissenschaftlichen Leitlinien folgt und darüber hinaus regional bestehende Strukturen – vom Krankenhaus bis zu den Einrichtungen in den Gemeinden – einbindet. Denn dann wird, und davon sind wir überzeugt, die Versorgungsinitiative ein wegweisendes Modell“, so Marlis L. Richter, Pressesprecherin und Vorsitzende der Geschäftsführung der I3G GmbH.

 

 


Quelle: Pressegespräch der Firma I3G am 19.04.2011 in Hannover (Patzer PR) (tB).

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