Internationale Studie belegt Wirksamkeit eines neuen Medikaments

Neue Therapiemöglichkeit für Patienten mit Morbus Waldenström

Ulm (16. Januar 2017) – Hinter der Bezeichnung „Morbus Waldenström“ verbirgt sich eine seltene Erkrankung. Der Morbus Waldenström gehört zur Gruppe der langsam wachsenden sogenannten indolenten Lymphome. Die Patienten leiden häufig unter Blutarmut, aber auch Nervenschmerzen oder Blutungsneigungen, da das Lymphom immer das Knochenmark befällt und zudem einen Antikörper produziert, der sich gegen Thrombozyten oder Gerinnungsfaktoren und gesunde Nervenzellen richten kann. Eine internationale Studie am Universitätsklinikum Ulm belegt nun die Wirksamkeit eines neuen Medikaments für Patienten mit Morbus Waldenström.

„Patienten, die an Morbus Waldenström leiden, werden normalerweise zunächst mit einer Kombination eines Antikörpers (Rituximab) und einer Chemotherapie behandelt“, erklärt Prof. Dr. Christian Buske, Leiter der Studie und Ärztlicher Direktor des Instituts für Experimentelle Tumorforschung am Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU Ulm). „Bei der Mehrheit der Patienten schlägt diese Therapie gut an, auch wenn so bislang keine Heilung erzielt werden konnte. Bei einem Rückfall reagiert allerdings ein kleiner Teil der Patienten nicht mehr auf den Antikörper“. Für diese Patienten sind neue Therapieansätze dringend notwendig. In der jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Lancet Oncology erschienenen Studie konnte erstmalig gezeigt werden, dass diese Patientengruppe sehr gut auf das in Tablettenform verfügbare Medikament Ibrutinib anspricht.

Das Medikament blocke gezielt ein Wachstumsprotein beim Morbus Waldenström und hemmt so letztlich das Lymphomwachstum. In der Studie sprachen über 80% der Patienten auf die Therapie an, meistens bereits nach wenigen Wochen. Die Therapie wurde gut vertragen, Nebenwirkungen, die von diversen Chemotherapien bekannt sind, wurden nicht beobachtet. Die behandelten Patienten zeigten innerhalb von wenigen Wochen eine Verbesserung ihrer Lebensqualität. „Wir freuen uns, dass wir die Wirksamkeit dieses neuen Medikamentes, das diesen Patienten in Zukunft helfen wird, belegen konnten“, so Prof. Dr. Buske.

Am Universitätsklinikum Ulm wird schon längere Zeit an neuen Therapieansätzen für Morbus Waldenström gearbeitet. Unter Leitung von Prof. Dr. Buske wurde 2014 ein neues europäisches Konsortium für den Morbus Waldenström gegründet („European Consortium for Waldenström’s Macroglobulinemia“, ECWM).

Die Studie wurde unter dem Dach des ECWM in enger Zusammenarbeit mit dem CCCU Ulm und der Klinik für Innere Medizin III (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hartmut Döhner) des Universitätsklinikums Ulm durchgeführt. Derzeit wird in einer weiteren Studie des Konsortiums untersucht, ob durch eine Hinzunahme des Rituximab Antikörpers die Wirksamkeit von Ibrutinib in der Erstlinientherapie weiter gesteigert werden kann.


Weitere Informationen


Quelle: Universitätsklinikum Ulm , 16.01.2017 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung