Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD)

Menschen mit Typ 2 Diabetes profitieren von der frühen Umstellung auf Liraglutid

 

Frankfurt am Main (22. September 2011) – Aktuelle Studienergebnisse, die auf dem Jahreskongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) im September 2011 in Lissabon, Portugal, präsentiert wurden,1 zeigen, dass signifikant mehr Menschen mit Typ 2 Diabetes den HbA1c-Zielwert von unter sieben Prozent erreichen, wenn Liraglutid in einer frühen Phase der Erkrankung verabreicht wird.2 Die Extension der in The Lancet publizierten Vergleichsstudie mit Sitagliptin und Liraglutid macht darüber hinaus deutlich, dass die Gesamtzufriedenheit der Patienten nach einer Umstellung von dem oralen DPP-IV Inhibitor auf das injizierbare humane-GLP-1 Analogon steigt.3 Mögliche Gründe sind dafür nach Ansicht der Autoren die bessere glykämische Kontrolle sowie der stärkere Gewichtsverlust unter Liraglutid im Vergleich zu Sitagliptin.4,5,6

 

Professor Dr. David Matthews, Oxford, Vereinigtes Königreich, stellte im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer gepoolten Subgruppen-Analyse2 vor, in die mehr als 4.500 Menschen mit Typ 2 Diabetes eingeschlossen waren. Die Diabeteserkrankung der Studienteilnehmer befand sich entweder in einem frühen Stadium (Krankheitsdauer zwischen 5,7 und 7,0 Jahren, maximal ein orales Antidiabetikum) oder war bereits weiter fortgeschritten (Krankheitsdauer 8,8 bis 9,3 Jahre, zwei oder mehr orale Antidiabetika).

 

 

Bessere glykämische Kontrolle, bessere Betazell-Funktion bei früher Umstellung

 

Durch den frühen Einsatz von Liraglutid konnte eine signifikant bessere glykämische Kontrolle erzielt werden im Vergleich zur Verabreichung des humanen-GLP-1 Analogons bei fortgeschrittenerer Erkrankung. So betrug die Verbesserung des HbA1c-Wertes unter Liraglutid 1,8 mg im frühen Stadium -1,55 Prozent im Gegensatz zu -1,18 Prozent beim späteren Diabetesstadium (p<0,0001). Die Auswertungen zeigen außerdem, dass signifikant mehr Patienten im frühen Arm den HbA1c-Zielwert von unter sieben Prozent erreichten (72 Prozent bei frühem Liraglutid-Einsatz vs. 49 Prozent bei später Liraglutid-Therapie, p<0,0001).

 

Wurde Liraglutid in einer frühen Krankheitsphase verabreicht, war darüber hinaus die Verbesserung der Betazell-Funktion (quantifiziert als HOMA B) noch aus-geprägter im Vergleich zu einer späteren Gabe des GLP-1 Analogons: Der Anstieg von HOMA-B betrug im Vergleich zur Baseline bei früher Therapie 41 Prozent, verglichen mit 24 Prozent bei jenen unter späterer Liraglutid-Behandlung (p=0,004).

 

„Diese Ergebnisse sind ermutigend, da sie deutlich machen, dass Liraglutid in allen Phasen des Krankheitsprozesses eingesetzt werden kann. Insbesondere bei einem frühen Einsatz verbessert Liraglutid die glykämische Kontrolle und die Betazell-Funktion noch stärker im Vergleich zur Gabe des humanen-GLP-1 Analogons in einer späteren Krankheitsphase“, kommentierte Matthews die Studienergebnisse.

 

 

Zufriedenere Patienten unter Liraglutid

 

Professor Dr. Eduard Montanya, Barcelona, Spanien, präsentierte eine Untersu-chung,3 die die Zufriedenheit der Patienten nach der Umstellung von einem oralen DPP-IV Inhibitor auf das injizierbare Liraglutid (jeweils in Kombination mit Metformin) verglich – mit Ergebnissen, die aufhorchen lassen.

 

Zunächst hatte eine 52-wöchige Untersuchung, die Liraglutid mit Sitagliptin verglich, gezeigt, dass Patienten im Liraglutid-Arm eine bessere glykämische Kontrolle erzielen und außerdem mehr an Gewicht abnehmen als Patienten unter Sitgaliptin* – bei gleicher Verträglichkeit der Substanzen. In einer Extension dieser Studie wurden bis dahin mit dem DPP-IV Inhibitor behandelte Patienten auf Liraglutid umgestellt. Auch diese Patienten profitierten von einer besseren Kontrolle ihrer Blutzuckerwerte und mit Vorteilen beim Körpergewicht.4,5,6

 

Um die Auswirkungen der Umstellung auf die Belange der Patienten zu evaluieren, wurde in der Subgruppenanalyse (n=337) die Zufriedenheit der Patienten mit der Behandlung mit Hilfe des Diabetes Treatment Satisfaction Questionnaire (DTSQ) erhoben. Ergebnis: Die Patienten waren nach der Umstellung von Sitagliptin auf Liraglutid insgesamt zufriedener mit ihrer Therapie.* Hintergrund für diese Aussage war unter anderem die Antwort der Patienten auf die Frage, ob sie die Therapie beibehalten möchten. Die einmal tägliche Injektion mit Liraglutid wurde von den Patienten darüber hinaus als ebenso bequem und flexibel eingestuft wie die orale Therapie mit Sitagliptin.

 

Der Studienleiter Montanya geht davon aus, dass der Anstieg der Patientenzufriedenheit nach einer Umstellung von Sitagliptin auf Liraglutid in Zusammenhang mit der verbesserten Behandlungseffektivität und dem Gewichtsverlust unter Liraglutid zu sehen ist.

 

 

Anmerkung

 

  • * Es ist nach Einschätzung der Autoren der Studie nicht ausgeschlossen, dass das Ergebnis zur Gewichtsveränderung durch das offene Studiendesign beeinflusst werden könnte. So könnten die Patienten unterschiedliche Erwartungen an die Gewichtsveränderung aufgrund der unterschiedlichen Behandlungen gehabt und daher Empfehlungen zur Lebensweise unterschiedlich befolgt haben.

 

 

Quellen 

  1. Novo Nordisk Media Update: EASD 2011, 14. September 2011, Lissabon, Portugal
  2. Garber AJ et al. Poster 791, European Association for the Study of Diabetes (EASD), 47. Jahrestagung, September 2011, Lissabon, Portugal
  3. Montanya E et al. Poster 796, European Association for the Study of Diabetes (EASD), 47. Jahrestagung, September 2011, Lissabon, Portugal
  4. Prately et al. Lancet 2010;375:1447-56
  5. Prately et al. J Clin Pract 2011;65:397-407
  6. Prately et al. Diabetes 2011;60 (Suppl. 1):Abstract 119P

 

Über Novo Nordisk

 

Novo Nordisk ist ein international tätiges und forschendes Unternehmen der Gesundheitsbranche mit einer weltweit führenden Position in der Diabetesversorgung. Daneben hält Novo Nordisk füh-rende Stellungen in den Bereichen Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- und Hormonersatztherapie. Dem ganzheitlichen Anspruch „Changing Diabetes® – Diabetes verändern“ entsprechend werden alle Produkte und Aktivitäten in größtmöglicher Verantwortung für Patienten, Ärzte und Gesellschaft konzipiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dänemark beschäftigt weltweit mehr als 29.300 Mitarbeiter in 76 Ländern, davon rund 600 am deutschen Standort in Mainz. Seine Produkte werden in 179 Ländern vertrieben. Als Aktiengesellschaft ist Novo Nordisk an den Börsen von Kopenhagen und New York gelistet.

 

Weitere Informationen unter www.novonordisk.de und www.diabetes-im-blick.de

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Novo Nordisk zum Thema „Highlights und Insights vom EASD 2011“ am 22.09.2011 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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