Jubiläum für ersten NNRTI im europäischen Markt:

Viramune® wird zehn Jahre alt

 

Ingelheim (23. Juni 2008) – Anfang des Jahres 1998 erhielt das Aids-Medikament Viramune® (Nevirapin) von Boehringer Ingelheim als erstes Präparat einer neuen Arzneimittelklasse – den NNRTI – die europaweite Zulassung. Die Einführung der nicht nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) als dritte antiretrovirale Wirkstoffklasse vor zehn Jahren war ein wichtiger Schritt in der Verbesserung der HIV/Aids-Therapie.

 

Immer mehr Studien belegen, dass die NNRTI den Protease-Inhibitoren in der Ersttherapie mindestens gleichwertig sind. Hinsichtlich des Nebenwirkungsprofils unterscheiden sich die NNRTI jedoch voneinander. Insbesondere Viramune® hat sich als besonders verlässlicher Kombinationspartner erwiesen. Es zeichnet sich durch eine gute Langzeitverträglichkeit aus und fördert so die für eine dauerhaft erfolgreiche Therapie notwendige Therapietreue. Viramune® wird meist in Kombination mit Nukleosid-Analoga zur Behandlung von HIV-Patienten verschrieben.

 

Eine Dreifachkombination mit Nevirapin hatte eine gute Virussuppression bei therapienaiven Patienten gezeigt. Insbesondere das einfache, mahlzeitenunabhängige Einnahmeschema und die relativ geringen Interaktionen erwiesen sich als Vorteil, da sie die Therapietreue stärken – eine der wesentlichen Voraussetzungen eines langfristigen Therapieerfolgs.

 

Die LipART-Studie (1) (Goetzenich et al., 2001) zeigte, dass es sich nicht bei allen günstigen metabolischen Wirkungen um einen Klasseneffekt handelt. Nevirapin schnitt hier besser ab als Efavirenz. Der direkte Vergleich zwischen den beiden NNRTI in der 2NN-Studie (2) (van Leth et al., 2004) ergab Gleichwertigkeit der Effektivität, auch bei hoher Ausgangsviruslast. Außerdem bestätigte sich die günstigere Entwicklung des Lipidprofils unter Nevirapin im Vergleich mit Efavirenz. Auch die EVITA-Studie (3) (Simon et al, 2007) bewies den geringen Einfluss von Nevirapin auf die Lipidwerte.

 

Die Daten der großen NEFA-Studie (4) (Martinez et al., 2004) zeigten, dass die Chancen auf einen therapeutischen Langzeiterfolg unter Nevirapin am größten sind. Bei 460 Patienten, deren Viruskonzentration unter der Nachweisgrenze lag, wurde der Protease-Hemmer durch Nevirapin, Efavirenz oder den nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor Abacavir ausgetauscht. Im Verlauf von drei Jahren war der lang anhaltende Therapie-Erfolg mit Nevirapin am größten: 70 Prozent der ursprünglich auf Nevirapin umgestellten Patienten waren weiterhin unter dieser Behandlung, während im Efavirenz-Arm nur 60 Prozent so lange bei ihrer Studienmedikation blieben.

 

Eine Kohortenanalyse der Medizinischen Hochschule Hannover (Behrens et al., 2006) bestätigte dieses Ergebnis im klinischen Alltag: Unter allen hier behandelten HIV-Patienten blieben diejenigen am längsten bei ihrer Behandlung, die auf ein Nevirapin-haltiges Regime eingestellt waren.

 

 

Literatur

 

  1. Lipodystrophy in Antiretroviral Therapy
  2. Non-Nucleoside
  3. Evolution of L74Vor K65R Mutations in VIremic Subjects on Tenofovir Disoproxil Fumarate (TDF) or Abacavir (ABC)
  4. Nevirapin Efavirenz and Abacavir Study


Quelle: Pressemitteilung der Firma Boehringer Ingelheim vom 23.06.2008.

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…