Kardio-renale Patienten

Veltassa® –
Effektives und interdisziplinäres Management der Hyperkaliämie im Praxisalltag

 

München (19. Juli 2019) — Kardio-renale Patienten weisen im Behandlungsalltag häufig erhöhte Serumkaliumwerte (Hyperkaliämie) auf, nicht zuletzt, wenn ein Einsatz von Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAASi) gemäß der Leitlinien erfolgt.1 Dies führt oft zum Absetzen oder zur Dosisreduktion der RAASi, was mit einem erhöhten Risiko für kardio-renale Ereignisse und Mortalität assoziiert ist.2 Durch den Kaliumbinder Veltassa® (Patiromer)3 besteht bei Patienten mit Hyperkaliämie die Möglichkeit, den Kaliumspiegel schnell4 und langfristig zu kontrollieren,5 ohne auf die nötige RAASi-Therapie zu verzichten.6,7 Diese Behandlungsoption – mit günstigem Nebenwirkungsprofil3,6,7 – ist auch für die hausärztliche Behandlung kardio-renaler Patienten von großer Bedeutung.

Bei der Veranstaltung „Effektives und interdisziplinäres Management der Hyperkaliämie: Innovativer Lösungsansatz beim Einsatz von RAAS-Inhibitoren im Praxisalltag“ der Vifor Pharma Deutschland GmbH am 19.07.2019 in München, diskutierten Experten über den Nutzen der Therapieoption Veltassa® bei Hyperkaliämie. Die Bedeutung für kardio-renale Patienten im Rahmen der hausärztlichen Behandlung stand dabei im Mittelpunkt.

Im Fokus des Vortrags von Prof. Dr. Danilo Fliser vom Uniklinikum Saarbrücken standen die pathophysiologischen Ursachen sowie die Behandlung der Hyperkaliämie bei kardio-renalen Patienten.

Durch seine wichtige Rolle in der Reizweiterleitung ist Kalium für die Funktion der Muskulatur, u.a. auch des Herzmuskels, unabdingbar.8 Um den Kaliumspiegel im Körper im Normbereich von 3,5 bis < 5,0 mmol/l8 zu halten, wird der Elektrolyt bei gesunder Nierenfunktion zu 95 % über die Niere ausgeschieden.9 Eine zentrale Rolle spielt dabei das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), das den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt und dadurch den Blutdruck kontrolliert.8 Wird dieses System inhibiert, kann es unter anderem zur reduzierten Kaliumausscheidung kommen.8 Dies stört die Erregungsleitung, was zu Muskelschwäche bis hin zu Herzrhythmusstörungen mit plötzlichem Herztod führen kann.10 So wächst mit der Hyperkaliämie das Risiko für Notfalleinweisungen und Hospitalisierungen an.10 Außerdem erhöht sich mit steigenden Kaliumwerten die Gesamtmortalität.11

„Insbesondere kardio-renale Patienten sind davon betroffen“, betonte Prof. Fliser. Diese Patientengruppe leidet sowohl an Einschränkungen der Niere als auch des Herzens, die sich zudem gegenseitig negativ beeinflussen. Die in Leitlinien empfohlenen RAASi senken zwar nachweislich das Fortschreiten der Erkrankung und die Mortalität10, steigern auf der anderen Seite allerdings die Gefahr einer Hyperkaliämie erheblich.1,10 Als Konsequenz kommt es bei bis zu 47 % der Patienten mit moderater bis schwerer Hyperkaliämie zu einer Unterdosierung der RAASi-Therapie (siehe Abb. 1).2 „Dies stellt ein großes Problem für die Patienten dar, da sie durch die empfohlene submaximale Dosierung oder gar das Absetzen der RAASi einem erh  öhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität ausgesetzt sind“, unterstrich der Experte (s. Abb. 2).

 

Abb 1

Abbildung 1: RAASi-Dosisreduktion bei Hyperkaliämie (modifiziert nach [2]).

 

Abb 2

Abbildung 2: Gefährdeter Therapieerfolg bei Reduktion der RAASi-Dosis (modifiziert nach [2]).

 

Einen Weg aus diesem therapeutischen Dilemma weist nun der Kaliumbinder Patiromer (Veltassa®)*3, auf dessen Bedeutung für die hausärztliche Praxis Dr. Kai-Michael Hahn, Hochfelden/Schweiz, hinwies. Der nicht-resorbierbare und Natrium-freie Kationenaustauscher bindet Kalium effektiv während der Darmpassage und scheidet es über die Fäzes aus.3 Patiromer ist zur Therapie von Hyperkaliämien bei erwachsenen Patienten zugelassen.3 Das Medikament ermöglicht diesen Patienten eine langfristige Kontrolle der Kaliumwerte5 bei guter Verträglichkeit3,12. Dies ebnet kardio-renalen Patienten mit Hyperkaliämie den Weg für eine leitliniengerechte Therapie mit RAASi.6

Auch die aktuelle Studienlage stützt den Einsatz von Patiromer:

  • So wurde gezeigt, dass Patiromer nach der ersten Dosis innerhalb von sieben Stunden die Kalium-Serumspiegel von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Hyperkaliämie unter RAASi-Therapie signifikant senkt. Der mittlere Kalium-Serumspiegel lag innerhalb von 20 Stunden unter 5,5 mmol/l.4 Patiromer bietet demnach eine schnelle und nachhaltige Kontrolle der Serumkaliumwerte.4
  • In der Dosisfindungsstudie AMETHYST-DN führte die zweimal tägliche Gabe von mindestens 4,2 g Patiromer schon nach vier Wochen zu einer signifikanten und über 52 Wochen anhaltenden Senkung des Kaliumspiegels (p < 0,001) bei guter Verträglichkeit.5 Demnach zeigte Patiromer auch langfristig ein gutes Nutzen-Risiko-Profil. Nach Therapieende stieg der Kaliumspiegel erwartungsgemäß wieder an.5

 

Abb 3

Abbildung 3: Langfristige Kontrolle der Serumkaliumwerte durch Patiromer** (modifiziert nach [5]).

 

  • Die Phase-III-Studie OPAL-HK zeigte, dass Patiromer die Fortsetzung einer RAASi-Therapie ermöglichen kann: Eingeschlossen wurden 237 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und milder bis schwerer Hyperkaliämie im Zuge einer RAASi-Therapie. Nach vierwöchiger Gabe von zweimal täglich 4,2 und 8,4 mg Patiromer konnten die Kaliumspiegel signifikant (p < 0,001) gesenkt werden, 76 % der Patienten erreichten dabei den Zielbereich von 3,8 bis < 5,1 mmol/l.  Im Gegensatz zur Placebo-Gruppe konnte die RAASi-Therapie bei fast allen Patienten in der Patiromer-Gruppe fortgeführt werden (94 % vs. 44 %).6
  • Außerdem belegte die PEARL-HF-Studie die Wirksamkeit von Patiromer bei Herzinsuffizienz unter der Therapie mit dem Aldosteron-Antagonisten Spironolacton und zeigte, dass Spironolacton unter Patiromer aufdosiert werden kann.7

„Durch diverse Studien wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit einer langfristigen Kontrolle der Serumkaliumspiegel durch Patiromer belegt, so dass bei kardio-renalen Patienten die in Leitlinien empfohlene Dosierung der RAASi beibehalten werden kann“, resümierte Dr. Hahn.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Allgemeinärzten und Fachärzten spielt eine große Rolle in der Diagnose und Behandlung von Hyperkaliämien, so die einhellige Meinung der Experten. „Durch Patiromer haben wir die Mittel zur Hand, die Hyperkaliämie wirksam zu bekämpfen. So können wir auch bei unseren kardio-renalen Patienten das volle Potenzial der RAASi-Therapie ausschöpfen“, lautete das Fazit der beiden Experten.

Veltassa® wird als geschmacksneutrales, Natrium-freies, orales Pulver zur Suspension als 8,4 g Beutel oder 16,8 g Beutel angeboten. Die empfohlene Einstiegsdosis sind 8,4 g Veltassa® einmal pro Tag. Die Tagesdosis kann je nach Serumkaliumspiegel und gewünschtem Zielbereich in wöchentlichen oder auch längeren Intervallen angepasst werden.3

 

Anmerkungen

* Veltassa® ist zur Therapie erhöhter Serumkaliumwerte (Hyperkaliämie) bei erwachsenen Patienten zugelassen.3

** In Deutschland ist Veltassa® als 8,4 g Beutel oder 16,8 g Beutel erhältlich. Die empfohlene Anfangsdosis von Veltassa® ist einmal täglich 8,4 g Patiromer, die maximale Tagesdosis beträgt 25,2 g.3

 

Literatur

  1. Weir MR, Rolfe M. Potassium homeostasis and renin-angiotensin-aldosterone system inhibitors. Clin J Am Soc Nephrol. 2010; 5(3): 531–548.
  2. Epstein M, et al. Evaluation of the Treatment Gap Between Clinical Guidelines and the Utilization of Renin-Angiotensin-Aldosterone System Inhibitors. Am J Manag Care. 2015; 21: 212–220.
  3. Veltassa® Fachinformation, Stand: Juni 2019.
  4. Bushinsky DA, et al. Patiromer induces rapid and sustained potassium lowering in patients with chronic kidney disease and hyperkalemia. Kidney Int. 2015; 88(6): 1427–1433.
  5. Bakris GL, et al. Effect of Patiromer on Serum Potassium Level in Patients With Hyperkalemia and Diabetic Kidney Disease: The AMETHYST-DN Randomized Clinical Trial. JAMA. 2015; 314(2): 151–161.
  6. Weir MR, et al. Patiromer in patients with kidney disease and hyperkalemia receiving RAAS inhibitors. N Engl J Med. 2015; 372(3): 211–221.
  7. Pitt B, et al. Evaluation of the efficacy and safety of RLY5016, a polymeric potassium binder, in a double-blind, placebo-controlled study in patients with chronic heart failure (the PEARL-HF) trial. Eur Heart J. 2011; 32(7): 820–828.
  8. Pohl HR, et al. Sodium and Potassium in Health and Disease. Met Ions Life Sci. 2013; 13: 29–47.
  9. Weisberg LS. Management of severe hyperkalemia. Crit Care Med. 2008; 36(12): 3246­–3251.
  10. Dunn JD, et al. The burden of hyperkalemia in patients with cardiovascular and renal disease. Am J Manag Care. 2015; 21(15 Suppl): s307–315.
  11. Collins AJ, et al. Association of Serum Potassium with All-Cause Mortality in Patients with and without Heart Failure, Chronic Kidney Disease, and/or Diabetes. Am J Nephrol. 2017; 46(3): 213–221.
  12. Li L, et al. Mechanism of Action and Pharmacology of Patiromer, a Nonabsorbed Cross-Linked Polymer That Lowers Serum Potassium Concentration in Patients With Hyperkalemia. J Card Pharmacol Ther. 2016; 21(5): 456–465.

 

Die Vifor Pharma Gruppe, ehemals Galenica Gruppe, ist ein globales Spezialitäten-Pharmaunternehmen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, globale Marktführerin in den Bereichen Eisenmangel, kardio-renaler Therapien und Nephrologie zu werden. Das Unternehmen ist der bevorzugte Partner für Spezialitäten-Pharmaprodukte und innovative patientenorientierte Lösungen. Die Vifor Pharma Gruppe will Patienten mit schweren und chronischen Krankheiten auf der ganzen Welt helfen, ein Leben in besserer Gesundheit zu führen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte für eine optimale Patientenversorgung.

Die Vifor Pharma Gruppe nimmt in all ihren Kerngeschäften eine führende Position ein und besteht aus den folgenden Unternehmen: Vifor Pharma, Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (ein gemeinsam mit Fresenius Medical Care geführtes Unternehmen), Relypsa und OM Pharma. Die Vifor Pharma Gruppe hat ihren Hauptsitz in der Schweiz und ist an der Schweizer Börse (SIX Swiss Exchange, VIFN, ISIN: CH0364749348) kotiert.

 

Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma Ltd., das gemeinsame Unternehmen der Vifor Pharma Gruppe und von Fresenius Medical Care, entwickelt und vermarktet innovative und qualitativ hochwertige Therapien, um das Leben von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) weltweit zu verbessern. Das Unternehmen wurde Ende 2010 gegründet und gehört zu 55 % der Vifor Pharma Gruppe und zu 45 % Fresenius Medical Care.

  • Für weitere Informationen über Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma und seine Muttergesellschaften besuchen Sie bitte www.viforpharma.com und www.freseniusmedicalcare.com

 

Relypsa, Inc., ein Biopharma-Unternehmen der Vifor Pharma Gruppe, konzentriert sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung polymerer Medikamente für Patienten mit oftmals nicht erkannten oder unzureichend behandelten Erkrankungen, die über den Gastrointestinaltrakt behandelt werden können. Das Unternehmen konnte bei der Entwicklung seines ersten Medikaments, Veltassa® (Patiromer, orale Suspension) auf seine große Erfahrung im Bereich der Polymerwissenschaft zurückgreifen. Veltassa® ist in den USA zur Behandlung von Hyperkaliämie zugelassen. Das Medikament genießt in den USA Patentschutz bis 2030, in der Europäischen Union bis 2029.

 

Über Veltassa®

8,4 g Pulver / 16,8 g / 25,2 g Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Wirkstoff: Patiromer (als Patiromer Sorbitex Calcium); sonstige Bestandteile: Xanthangummi.
Anwendungsgebiete: Behandlung einer Hyperkaliämie bei Erwachsenen.
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nebenwirkungen: Häufig: Hypomagnesiämie, Obstipation, Diarrhö, Abdominalschmerz, Flatulenz. Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen.
Warnhinweise: Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
VERSCHREIBUNGSPFLICHTIG.
Fachinformation beachten.
Pharmazeutischer Unternehmer: Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma France, 100-101 Terrasse Boieldieu, Tour Franklin La Défense 8, 92042 Paris La Défense Cedex, Frankreich.
Stand der Information: Juni 2019

 


Quelle: Veranstaltung: „Effektives und interdisziplinäres Management der Hyperkaliämie: Innovativer Lösungsansatz beim Einsatz von RAAS-Inhibitoren im Praxisalltag“ am 19.07.2019 in München, Vifor Pharma Deutschland GmbH, (tB).

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