Kassen lehnen Hilfsmittelanträge trotz Dekubitusgefährdung ab

 

Berlin (1. Dezember 2011) –  Krankenkassen lehnen häufig Anträge auf Erstattung eines Dekubitus-Hilfsmittel ab, obwohl Patienten mit medizinischer Notwendigkeit einen Anspruch darauf haben. Das ergaben zwei Umfragen des Dekubitus Forums des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed). 23 Prozent aller befragten Pflegekräfte gaben an, dass der Grund einer fehlenden Versorgung von Patienten mit Dekubitusgefährdung die Ablehnung einer prophylaktischen Versorgung durch die Kostenträger sei. 15 Prozent der Pflegekräfte teilen die Erfahrung, dass der Großteil der Anträge vom Kostenträger abgelehnt wird. Bei den befragten Betroffenen und Angehörigen, die Probleme bei ihrer Versorgung hatten, berichteten 42 Prozent, dass ihre Versorgung durch die Kasse abgelehnt wurde.

 

„Patienten mit einer medizinischen Notwendigkeit haben einen Anspruch auf ein adäquates Dekubitus-Hilfsmittel. Krankenkassen dürfen diese Versorgung nicht so einfach ablehnen“, erklärt die BVMed Hilfsmittel-Expertin Daniela Piossek. Das Dekubitus Forum des BVMed macht außerdem darauf aufmerksam, dass Betroffene ein Widerspruchsrecht haben. Im Falle einer Ablehnung trotz attestierter medizinischer Notwendigkeit, sollten Patienten Widerspruch bei ihrer Kasse einreichen. Dazu reiche oftmals schon eine schriftliche Begründung vom behandelnden Arzt, so das Dekubitus Forum.

Mehr Informationen zu rechtlichen Fragen der Erstattung von Dekubitus-Hilfsmitteln gibt es als Infokarte unter www.dekubitus-forum.de (Downloads – BVMed-Infokarte; Direktlink:

 

http://www.bvmed.de/themen/hilfsmittel/hilfsmittel-1/article/erstattung-von-hilfsmitteln-gegen-dekubitus.html) oder als Versorgungsleitfaden unter www.dekubitus-forum.de (Downloads – Versorgungsleitfaden; Direktlink: http://www.dekubitus-forum.de/dekubitus_downloads).

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen. Das Dekubitus Forum, das durch Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ gegründet wurde, hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.bvmed.de/themen/Dekubitus.

 

 


Quelle: Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed), 01.12.2011 (tB).

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