Kinder- und Jugendmedizin

ADHS: Anwendung außerhalb einer therapeutischen Gesamtstrategie

Zusatznutzen von Lisdexamfetamin ist nicht belegt

 

Köln (2. September 2013) - Lisdexamfetamindimesilat (Handelsname Elvanse) ist seit März 2013 im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zugelassen zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern ab sechs Jahren, wenn eine vorangegangene Therapie mit dem Wirkstoff Methylphenidat nicht erfolgreich war. Bei der Bewertung des Herstellerdossiers gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) lässt sich kein Zusatznutzen des Wirkstoffs gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie feststellen. Denn der Hersteller hat keine relevanten Studien vorgelegt. Zu diesem Ergebnis kommt der am 2. September 2013 veröffentlichte Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Langzeitstudie: Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten, vor allem bei Jungen

Extrem lange Väter-Arbeitszeiten schaden Kindern

 

Berlin (22. August 2013) - Wenn Väter extrem lange Arbeitszeiten haben, wirkt sich das negativ auf die gesundheitliche und soziale Entwicklung von Söhnen aus. Das zeigt eine Studie im Journal of Marriage and Family von Jianghong Li, Forscherin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, und vier australischen Koautoren.

 

Vorhersagemodell

Mit einfacher Methode das Risiko für Kinder-Asthma abschätzen

 

Bern, Schweiz (12. August 2013) - Viele Kleinkinder haben dauernd Husten oder entwickeln während einer Erkältung eine keuchende oder pfeifende Atmung. Diese Kinder müssen oft zum Arzt, werden ins Spital eingewiesen und erhalten viele Medikamente wie Antibiotika oder Asthma-Sprays. Nur wenige dieser Kinder entwickeln im Verlauf tatsächlich ein Asthma. Die meisten haben vorübergehende Probleme, die nach dem Vorschulalter verschwinden.

 

Kinderärzte fordern Pflichtimpfung zum neuen Kindergarten- und Schuljahr

Impfpflicht für Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen endlich umsetzen

 

Berlin (7. August 2013) – Mit Blick auf das neue Schuljahr und die wachsende Zahl der Kinder in frühkindlicher Betreuung fordert die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V., einen altersentsprechend vollständigen Impfschutz gemäß STIKO-Empfehlungen zur verpflichtenden Voraussetzung für den Besuch von Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen zu machen. Ungeimpfte oder nicht nach Impfkalender geimpfte Kinder setzen sich in Gemeinschaftseinrichtungen nicht nur selbst einem Infektionsrisiko aus, sondern gefährden auch andere Kinder und speziell Kleinkinder.

 

Versorgung von Früh- und Neugeborenen

Zentrale Veröffentlichung der Klinikdaten zunächst freiwillig

 

Berlin (18. Juli 2013) – Krankenhäuser, die zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen zugelassen sind, können ihre Ergebnisdaten künftig auch auf einer neuen Internetplattform bereitstellen, die ab dem kommenden Jahr freigeschaltet wird. Einen entsprechenden Beschluss, der zunächst eine freiwillige zentrale Veröffentlichung dieser Daten vorsieht, bevor dies für Perinatalzentren verbindlich wird, fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag in Berlin.

 

Abb.: Linksseitige Blutung an der Hirnoberfläche mit Verdrängung von Hirngewebe. Photo: DIVIDringender DIVI-Rat

Bei Schädel-Hirn-Trauma müssen Kinder und Jugendliche in die richtige Klinik

 

Berlin (9. Juli 2013) - Verkehrsunfälle, schlimme Stürze oder schwere Verletzungen beim Sport: täglich erleiden in Deutschland 200 Kinder und Jugendliche ein Schädel-Hirn-Trauma. Mehr als 90 Prozent verheilen ohne langfristige Schäden, doch ein Kind pro Tag stirbt an den Folgen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) weist darauf hin, dass der Transport in die richtige Klinik Leben retten kann. Die richtige Klinik ist aber nicht immer die nächstgelegene.

 

G-BA beschließt inhaltliche und strukturelle Überarbeitung

Richtlinie für Versorgung von Früh- und Neugeborenen

 

Berlin (20. Juni 2013) – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die „Vereinbarung über Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen“ inhaltlich und strukturell überarbeitet. Die grundlegende Änderung hatte sich vor allem aus der Auswertung der in den Jahren 2009 bis 2012 beim G-BA eingegangenen Anfragen und Stellungnahmen zu der Regelung ergeben.

 

Studie Versorgungsatlas

Jugendliche sind Vorsorge-Muffel

 

Berlin (26. April 2013) - Nur 43 Prozent aller Jugendlichen nehmen an der Gesundheitsuntersuchung J1 teil. Dies belegt erstmals eine bundesweite Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas (www.versorgungsatlas.de). Die Detail-Analyse der Daten offenbart allerdings auch gravierende regionale Unterschiede: Während in manchen Regionen nur jeder fünfte Jugendliche das Angebot in Anspruch nimmt, glänzen andere mit Teilnehmerraten knapp unter 70 Prozent.

 

Entwicklung von Kindern variabel und schwer vorhersehbar

Zeitpunkt der ersten Schritte lässt keine Schlüsse auf Intelligenz zu

 

Zürich, Schweiz (28. März 2013) - Im Durchschnitt machen Kinder im Alter von 12 Monaten ihre ersten selbstständigen Schritte. Das ist für viele Eltern ein einschneidendes Erlebnis. Doch wann es passiert, spielt offenbar keine Rolle: Kinder, die früher zu gehen beginnen, sind später weder intelligenter noch motorisch geschickter. Zu diesem Schluss gelangt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Untersuchung.

 

ADHS ist behandelbar – Experten fordern Chancengleichheit für Betroffene

 

Wiesbaden (22. Februar 2013) – Kinder und Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) können ihre Eltern und Lehrer an den Rand ihrer Kräfte bringen. Je früher ein spezialisierter Arzt eine Diagnose stellt und eine Behandlung begonnen wird, desto eher haben die betroffenen Kinder eine Chance, sich so zu entwickeln, wie es ihren Fähigkeiten entspricht. Denn ADHS ist zwar nicht heilbar, aber inzwischen gut behandelbar (1). Bis aber ADHS-Kinder in ganz Deutschland wirklich Chancengleichheit haben, gibt es noch viel zu tun. Dies berichteten Experten auf einer Pressekonferenz anlässlich des 1. ADS-Symposiums im Museum Wiesbaden am 23. Februar 2013 (Informationen zum Symposium unter www.opti-mind.de).

 

37. Interdisziplinäres Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“

Prävention in der Kinder- und Jugendgesundheit

 

Berlin (31. Januar 2013) - „10 bis 15 Prozent der Jugendlichen leiden an einer depressiven Episode und haben ein rund 50-prozentiges Risiko, eine weitere Episode zu erleben. Da depressive Störungen mit einer Reihe von gesundheitlichen Störungen einhergehen, die wesentlich die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt, ist Prävention eine zentrale Herausforderung für unsere Gesellschaft.“ Das erklärte Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, München, beim 37. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärztekammer in Berlin.