Kinder- und Jugendmedizin

Fokus Stottern „So wie so“

 

„The King’s Speech“ abseits von Hollywood: Präsentation von Therapieansätzen für Jugendliche und Erwachsene

 

Heidelberg (16. März 2011) - Das mehrfach Oscarprämierte Meisterwerk „The King’s Speech“ zeigt einfühlsam, wie sehr Albert Frederick Arthur George, später bekannt als Georg VI., durch sein Stottern beeinträchtigt wird. Nach zahlreichen erfolglosen Arztbesuchen hilft ihm erst die Unterstützung seines Sprachtherapeuten Lionel Logue. Am Ende des Films gelingt es Georg VI., sein Stottern zu beherrschen und gefühlvoll vor Publikum zu sprechen.

 

Hoher Eiweißkonsum von Müttern birgt Risiken für Neugeborene

 

Wissenschaftlerteam entdeckt möglichen Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod

 

Gießen (10. März 2011) - Einen hohen Eiweißkonsum von Müttern haben Wissenschaftler aus Gießen, Hull (England), Rostock-Dummerstorf und Berlin als möglichen Risikofaktor für den Plötzlichen Kindstod identifiziert. Das Team um Prof. Dr. Thomas Walther vom Excellence Cluster Cardio Pulmonary System (ECCPS) der Justus- Liebig-Universität Gießen und Dr. Cornelia C. Metges (Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Rostock-Dummerstorf) untersuchte, ob eine sehr eiweißreiche Ernährung – wie sie der weit verbreitete extreme Fleischkonsum in den westlichen Industrienationen darstellt – negative gesundheitliche Auswirkungen, wie z. B. erhöhtes Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen, auf die Nachkommen haben kann. Die Wissenschaftler zeigten durch Untersuchungen an Mäusen, dass eine Hochproteindiät der Muttertiere während der Tragezeit (Schwangerschaft) das Gewicht der Neugeborenen, deren Zahl und Lebenserwartung negativ beeinflusst.

 

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vorbeugen

 

Neues Fachheft der BZgA informiert über Qualitätskriterien für Angebote zur Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

 

Köln (22. Februar 2011) -  Gemeinsam mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Qualitätskriterien für Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen entwickelt. Der Kriterienkatalog ist in einem neuen BZgA-Fachheft der Reihe "Gesundheitsförderung KONKRET" erschienen. Kernstück ist eine Checkliste mit 20 Qualitätskriterien, deren Notwendigkeit und Bedeutung in den dazugehörigen Hintergrundinformationen ausführlich erläutert werden.

Neuer Mukoviszidose-Test bietet Chance auf frühzeitige Behandlung

 

Heidelberg (16. Februar 2011) - Je früher die Erbkrankheit Mukoviszidose diagnostiziert und behandelt wird, desto höher sind die Chancen der Betroffenen, eine vergleichsweise hohe Lebensqualität und ein fast normales Lebensalter zu erreichen. Eine Studie am Mukoviszidose-Zentrum Heidelberg (Leiter: Professor Dr. Marcus Mall) zeigt, dass mit Hilfe eines neu entwickelten Screeningtests Mukoviszidose bereits bei Neugeborenen erfolgreich entdeckt werden kann. Die Studie, die seit 2008 bisher mehr als 100.000 Neugeborene aus dem Südwesten Deutschlands umfasst, wird von der Dietmar Hopp Stiftung mit rund 330.000 Euro finanziert.

 

Autismus: Therapien helfen, mit der Krankheit zu leben

Berlin (4. Februar 2011) - Bei Autismus im Kinder- und Erwachsenenalter können Psychotherapien helfen, die Symptome zu lindern. Wirksame Therapien zur Bekämpfung der Ursachen dieser Erkrankung gibt es bislang jedoch nicht. Dies verdeutlichten Experten auf dem 35. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin.

Hundetherapie. Photo: UW/HKampf gegen Rückschritte bei der Versorgung von schwerstkranken Kindern

 

Stören hilfsbedürftige Kinder und deren Familien in Zeiten der alternden Gesellschaft?

6. Dattelner Kinderschmerztage vom 3. bis zum 5. Februar

 

Datteln (26. Januar 2011) - Alle zwei Jahre geht es im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen um Kinder. Nicht um gesunde Kinder, Wohlstandsbewahrer und zukünftige Rentenzahler, sondern um komplex kranke Kinder mit Schmerzen oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Auf Einladung des Vodafone Stiftungslehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin treffen sich seit zehn Jahren und auch in diesem Jahr vom 3. bis zum 5. Februar  wieder 800 Experten zu den „6. Dattelner Kinderschmerztagen“.

Kinder mit Grunderkrankungen sollten gegen Influenza geimpft sein

 

Berlin (26. Januar 2011) - Infektionsepidemiologische Forschung hat einen hohen Stellenwert, um Ursachen, Folgen und die Verbreitung von Infektionskrankheiten besser zu verstehen und gezielte Präventionsmaßnahmen zu empfehlen. In der amerikanischen Fachzeitschrift Emerging Infectious Diseases haben Infektionsepidemiologen des Robert Koch-Instituts eine Studie mit Daten zu schweren und tödlichen Erkrankungen durch pandemische Influenza (Influenza A(H1N1) 2009 oder „Schweinegrippe“) bei Kindern und Jugendlichen veröffentlicht. Für diese Gruppe gab es bislang europaweit kaum wissenschaftliche Daten. Die Ergebnisse zeigen deutlich mehr schwere Erkrankungen als in den Jahren zuvor und unterstreichen die Bedeutung der Influenzaschutzimpfung insbesondere für Kinder mit Grunderkrankungen, die von der Ständigen Impfkommission seit Jahren empfohlen wird.

 

Erleichterung der Gerinnungs-Anamnese:

Anamnesefragebögen für Kinder jetzt auch auf Türkisch, Russisch und Serbokroatisch

 

Hamburg (21. Januar 2011) – Viele Ärzte kennen das Problem, dass Sprachbarrieren die Diagnose und damit eine adäquate Behandlung erschweren. Besonders im perioperativen Umfeld können Verständigungsschwierigkeiten zwischen Arzt und Patient zu ernsten Komplikationen führen. Das „Netzwerk vWS“ hat nun seinen deutschsprachigen Anamnesefragebogen zur Erfassung des Blutungsrisikos bei Kindern auch in Russisch, Türkisch und Serbokroatisch aufgelegt. Die Bögen sind für den Kinderarzt sehr hilfreich, da sie zuverlässige Hinweise liefern, ob eine Gerinnungsstörung vorliegt oder nicht und ob mit Blutungen bei Tonsillektomien, Adenotomien und anderen Operationen gerechnet werden muss. Die Anamnesefragebögen enthalten sowohl eine Eigen- als auch eine Familienanamnese und können als pdf-Datei im Ärztebereich der Website www.netzwerk-von-willebrand.de heruntergeladen werden.

 

Diagnostik des Fetalen Alkoholsyndroms (FASD)

Leitlinienprozess soll wissenschaftlich fundierte und flächendeckende Diagnostik dieser schweren Behinderung ermöglichen

 

Berlin (13. Dezember 2010)  -  Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, gibt heute den Startschuss für die Erarbeitung einheitlicher Diagnoseleitlinien für das fetale Alkoholsyndrom (FASD) durch die entsprechenden medizinischen Fachgesellschaften.

Dazu erklärt Mechthild Dyckmans: "Bisher existieren in Deutschland keine Standards für die Diagnose des fetalen Alkoholsyndroms. In der Ärzteschaft ist das Wissen um die Krankheit, ihre Symptome und Auffälligkeiten noch nicht weit genug verbreitet. Das muss sich ändern. Nur mit der richtigen Diagnose kann diesen Kindern gezielt geholfen werden. Deshalb habe ich die medizinischen Fachgesellschaften gebeten, wissenschaftlich fundierte Leitlinien für Deutschland auf der Grundlage des neuesten Forschungsstands zu erarbeiten." Mit dem heutigen Auftakt wird auch der Dialog zwischen den betroffenen ärztlichen Fachdisziplinen begonnen, der ein gemeinsames Verständnis für die Symptomatik fördert.

Gute Noten für die Rotavirus-Schluckimpfung – aktuelle Daten bestätigen die Wirksamkeit

 

Dresden (8. Dezember 2010) – Die Rotavirus-Schluckimpfung (z. B. RotaTeq®) kann die Anzahl der durch Rotaviren bedingten Gastroenteritiden erheblich reduzieren und auch die Anzahl der damit verbunden Komplikationen verringern. Dies zeigen aktuelle Zahlen aus Sachsen, wo die Impfrate auch durch die Empfehlung der Sächsischen Impfkommission (SIKO) mit 56,8 % relativ hoch ist.1 Dies deckt sich mit Erfahrungen aus anderen Ländern, wo z. B. durch nationale Impfprogramme innerhalb kurzer Zeit hohe Impfraten erreicht werden konnten, die zeitnah zu einer Senkung der Krankheitslast und Rückgang der durch Rotavirus-Gastroenteritiden verursachten Hospitalisierungen führten. In Deutschland, wo es bis jetzt keine allgemeine Empfehlung gibt, werden bundesweit nur rund ein fünftel der Säuglinge gegen Rotaviren geimpft.1 Dabei zeigen die Daten, dass bei hoher Impfrate die Morbidität stark zurückgeht.

 

Eltern können ihre Kinder selbst vor Allergien schützen

 

Hannover (8. September 2010) – Die Anzahl allergiekranker Kinder hat in den letzten Jahrzehnten Besorgnis erregend zugenommen. Über 40 Prozent der Kinder im Alter zwischen 3 und 17 Jahren sind bereits allergisch sensibilisiert, und jedes vierte Kind erkrankt an Heuschnupfen, allergischem Asthma bronchiale oder Neurodermitis. (1) Die zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Allergien spielen Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin (Pädiater), die sich auf die Behandlung von Allergien spezialisiert haben. „Kinderallergologen können verhindern, dass aus Risikokindern allergiekranke Kinder und aus diesen wiederum allergiekranke Erwachsene werden. Dadurch kann die mit dem Lebensalter steigende Allergierate in Deutschland langfristig sinken“, sagte Professor Dr. Albrecht Bufe aus Bochum, Erster Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (GPA), auf dem 5. Gemeinsamen Deutschen Allergie-Kongress vom 8. bis 11. September 2010 in Hannover.