Kinder- und Jugendmedizin

Jugendsexualität heute

Sexuelle Aktivitäten gehen zurück - Verhütung so gut wie nie zuvor

 

Köln (2. September 2010) - Die Ergebnisse der neuen Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung liegen vor. Seit 1980 untersucht die BZgA regelmäßig Einstellungen und Verhaltensweisen 14- bis 17-jähriger Jugendlicher zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Für die neue Studie wurden insgesamt 3.542 Jugendliche befragt, darunter 1014 Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund. Zu den wesentlichen Ergebnissen der Studie zählt, dass deutsche Mädchen und Jungen verglichen mit der letzten Repräsentativerhebung aus dem Jahr 2005 seltener früh sexuell aktiv sind und sie heute bereits beim ersten Mal besser als je zuvor verhüten.

 

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Rechtzeitig Kinder-Erkrankungen erkennen

 

Hattersheim (31. August 2010) - Für Eltern ist die Gesundheit ihres Kindes eines der höchsten Güter überhaupt. Doch viele Erkrankungen sind für Betroffene und ihre Ärzte schwer zu erkennen. Da wird das Deuten von Symptomen schnell zum Ratespiel. Was haben blaue Flecken und häufiges Nasenbluten gemeinsam? Wer denkt bei einer lang anhaltenden Blutung einer Wunde an eine bedrohliche Erkrankung? So geht es auch den meisten Betroffenen, die am von-Willebrand-Syndrom (vWS) leiden – Viele wissen nichts von ihrer Erkrankung. Doch genau hier liegt das Problem. Wird diese Störung der Blutgerinnung nicht frühzeitig erkannt, drohen besonders bei Operationen im Kindesalter häufig Komplikationen.

Patientenzimmer mit Bett zur Kaenguruh-Pflege Photo: Uni-Heidelberg"Känguruh-Pflege" lindert Schmerzen bei Früh- und Neugeborenen

 

Witten/Herdecke (31. Mai 2010) - Känguruh-Pflege lindert das Schmerzempfinden (z.B. bei notwendigen Blutentnahmen) von früh- oder neugeborenen Kindern. Bei der so genannten Känguruh-Pflege wird das kranke Frühgeborene auf den Bauch der Mutter oder des Vaters gelegt. Für seine systematische Übersichtsarbeit mit diesem Ergebnis ist der leitende Neonatologe der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Herr Dr. med. Michael T. Thiel, vergangene Woche auf dem internationalen Kongress für komplementärmedizinische Forschung in Tromsö/Norwegen ausgezeichnet worden. Thiel erhielt den Posterpreis zusammen mit seinem Koautor, Priv.-Doz. Dr. Thomas Ostermann vom Gerhard-Kienle-Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin im Zentrum für integrative Medizin an der Universität Witten/Herdecke. Thiel: "Diese Methode, die wir hier in Herdecke schon sehr lange anwenden, hat einen deutlichen positiven Einfluss auf die Frühgeborenen: Sie empfinden weniger Schmerzen, aber auch andere positive Effekte sind wissenschaftlich belegt, wie z.B. eine verbesserte Atmung oder ein stabilerer Kreislauf."

Töpfchen-Training ist kein Wettlauf

Geduld und Orientierung an den Bedürfnissen des Kindes könnten das Trocken- und Sauberwerden erleichtern

Berlin (20. Mai 2010) - Viele Eltern eines Kleinkindes fragen sich irgendwann, ob es nicht an der Zeit wäre, dass es trocken und sauber wird. Doch Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell. Da ist es nicht hilfreich, sein Kind ständig mit anderen zu vergleichen und sich so bei der Sauberkeitserziehung unter Druck zu setzen. Darauf weist das IQWiG in seinen auf Gesundheitsinformation.de veröffentlichten Informationen hin.

Living with Phenylketonuria Leben mit Phenylketonurie

Betroffene berichten

 

München (21. Januar 2010) - 75 Prozent der Patienten mit Phenylketonurie (PKU) halten die erforderliche Diät nicht konsequent ein. Das hat zumindest eine europaweite Studie mit mehr als 250 PKU-Patienten, ihren Familien und Behandlern ergeben. Hauptziel der 2009 mit Unterstützung des Unternehmens Merck Serono vorgenommenen europaweiten Untersuchung bei Patienten mit Phenylketonurie war es, Fehler und Missverständnisse beim Management von PKU aufzudecken und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Krebskranke Kinder haben in Deutschland eine hohe Wahrscheinlichkeit zu überleben

  • IQWiG legt Abschlussbericht zur pädiatrisch-onkologischen Versorgung vor
  • Lebensqualität, Schmerzen und Langzeitfolgen noch unzureichend untersucht

Berlin (16. Oktober 2009) - Bezogen auf das Überleben ist die Versorgung krebskranker Kinder in Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut. Andere Aspekte, wie etwa Lebensqualität, Schmerzen und Langzeitfolgen der Erkrankung sind jedoch noch zu wenig in Studien untersucht, so dass unklar bleibt, wie gut die medizinische Versorgung hier ist. Zu diesem Ergebnis kommt der am 16. Oktober 2009 veröffentlichte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Wenn chronisch kranke Kinder erwachsen werden

Stiftung Kindergesundheit informiert über die schwierige Suche nach der richtigen Betreuung

 

München (6. Oktober 2009) - Eine gute Nachricht, ohne Zweifel: Kinder mit schweren, chronischen Krankheiten, die zu früheren Zeiten nur eine begrenzte Lebensspanne hatten, erreichen heute immer häufiger das Erwachsenenalter. Dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten dürfen viele von ihnen trotz ihrer Behinderung mit einer Lebenserwartung rechnen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten kaum vorstellbar gewesen wäre. Doch das Älterwerden bringt leider auch neue Probleme mit sich. Der Wechsel von der kinderärztlichen Betreuung zur Erwachsenenmedizin kann die bis dahin zufrieden stellenden Behandlungsergebnisse plötzlich in Frage stellen: Es drohen Rückschritte statt Fortschritte. Auf dieses drängende und immer größer werdende Problem macht die in München beheimatete Stiftung Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme aufmerksam.

Diakonie: Reha für chronisch kranke Kinder unverzichtbar

 

Berlin (4. September 2009) - Die Diakonie und die Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen setzen sich für bessere Rehabilitationschancen von chronisch kranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein. In einem Memorandum fordern sie, die stationäre medizinische Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen zu sichern und weiterzuentwickeln.

Schweres persistierendes allergisches Asthma

Novartis erhält EU-Zulassung für Xolair® zur Behandlung von Kindern zwischen 6 und <12 Jahren

  • Bei mehr als der Hälfte aller Kinder mit schwerem Asthma kann die Erkrankung nur unzureichend kontrolliert werden (1), so dass Krankenhauseinweisungen (1), Fehltage in der Schule (2) und die Anwendung von oralen Kortikosteroiden häufig erforderlich sind (1)
  • Richtungsweisende Studie zeigt, dass Xolair® bei guter Sicherheit und Verträglichkeit (3,4,5) Asthmaanfälle bei Kindern zwischen 6 und <12 Jahren nach einem Jahr Therapie halbieren kann6
  • Als Zusatztherapie bietet Xolair® nun eine einzigartige neue Behandlungsmöglichkeit für die 50 Prozent der Kinder mit schwerem Asthma, die demografischen Untersuchungen zu Folge nicht ausreichend therapiert sind (1)

Berlin (4. September 2009) – Am 27. Juli 2009 hat die EMEA der Novartis Pharma GmbH eine Zulassungserweiterung für das Asthma-Medikament Xolair® ausgesprochen. Der bisher für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassene monoklonale Antikörper zur Therapie von schwerem allergischem Asthma (SAA) ist nun auch für die Behandlung von Kindern ab sechs Jahren zugelassen.

Bettnässen: Stress in der Familie

Interview mit Dr. med. Daniela Marschall-Kehrel

 

Frankfurt am Main (3. September 2009) - Dr. med. Daniela Marschall-Kehrel ist Urologin und Präsidentin der Deut­schen Enuresis Akademie e.V. in Frankfurt/Main. Ihr Forschungsschwer­punkt und der Schwerpunkt ihrer urologischen Praxis in Frankfurt ist die Enuresis (Bettnässen).

 

Frage: Dr. Marschall-Kehrel, wie gut wissen die Eltern der betroffenen Kinder in Deutschland über die Erkrankung ihres Kindes Bescheid?

 

Viele Eltern, deren Kind auch nach dem fünften Lebensjahr noch ein­nässt, wissen gar nicht, dass es sich um eine behandlungsbedürftige Erkrankung handelt. Sie kommen häufig viel zu spät zum Arzt und hätten ihren Kindern viel Leid ersparen können, wenn sie früher gekommen wären.

Zuverlässigkeit und Nutzen von Diagnoseverfahren für Asthma bei Kleinkindern ist unklar

Laut Studien kann kein Test die Erkrankung im Vorschulalter sicher feststellen

 

IQWiGBerlin (4. August 2009) - Wie zuverlässig Asthma bronchiale bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren diagnostiziert werden kann und welchen Nutzen Testergebnisse für diese Patientinnen und Patienten haben könnten, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Am 4. August 2009 stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihren Abschlussbericht der Öffentlichkeit vor. Demnach weisen die verfügbaren Studien kein Diagnoseverfahren als besonders geeignet aus. Unklar bleibt auch, ob die Patientinnen und Patienten aufgrund der Testergebnisse anschließend so behandelt werden können, dass sie davon profitieren.