Klinische Lernumgebung und Praxisbegleitung in der Pflegeausbildung

 

Erprobung und Testung einer deutschen Version der Clinical Learning Environment Supervsion Scale (CLES+T)

 

Berlin (21. Februar 2011) – Der klinisch-praktischen Ausbildung von Pflegenden wurde in Deutschland in Wissenschaft und Praxis lange Zeit wenig Aufmerksamkeit zuteil. Zuweilen konnte der Eindruck entstehen, als handle es sich dabei lediglich um einen mehr oder weniger formalisierten „Appendix der Pflegeausbildung“. Zwischenzeitlich scheint sich dies zu verändern – nicht zuletzt angestoßen durch einschlägige Modellvorhaben, rechtliche Neuordnungen sowie durch Bestrebungen zur akademischen Primärqualifizierung von Pflegenden und die Einrichtung entsprechender Studiengangsangebote. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen dabei einerseits die Qualifizierung von so genannten Praxisanleitern, andererseits die Entwicklung von praxistauglichen Instrumenten für die Anleitung von Lernenden.

 

Die Bedeutung der klinischen Lernumgebung und deren Einfluss auf die Kompetenzentwicklung auf Seiten der Lernenden sind hingegen noch kaum ins Blickfeld gerückt. Folglich findet sich wenig empirisches Datenmaterial mit entsprechender Aussagekraft. Um dem zu begegnen, die Aussagekraft von Evaluationsergebnissen zur klinischen Pflegeausbildung zu erhöhen, eine Vergleichbarkeit von Daten zu ermöglichen und letztlich Innovationen in der klinischen Pflegeausbildung zu legitimieren, bedarf es nicht zuletzt wissenschaftlich überprüfter Evaluationsinstrumente. Mit der aus Finnland stammenden „Clinical Learning Environment Supervsion Scale“ (CLES+T / Saarikoski et al. 2008) liegt ein Instrument vor, das mehrfach erfolgreich auf seine statistische Güte und seine theoretische Fundierung hin untersucht wurde und sich insofern als interessanter Anknüpfungspunkt erweist.

Ziel des Vorhabens ist es, dieses Instrument unter bundesdeutschen Bedingungen zu erproben. Dabei wird der Frage nachgehen, ob sich die CLES+T auf die hierzulande übliche Ausbildungssituation übertragen lässt. Zu diesem Zweck werden Lernende der Gesundheits- und Krankenpflege/ Gesundheits- und Kinderkrankenpflege unterschiedlicher Ausbildungsstufen im Anschluss an ihre praktischen Einsätze in Versorgungseinrichtungen der Maximal- und Regelversorgung zur klinischen Lernumgebung und Lernbegleitung unter Verwendung einer deutschsprachigen Version des CLES+T befragt. Die psychometrische Über­prüfung des Instruments erfolgt entsprechend ausgewählter Methoden der klassischen Testtheorie. Die Ergebnisse dieser Erprobung sowie ggf. notwendige Anpassungen des Instruments sollen anschließend mit Experten diskutiert und konsentiert werden.


Verlässliche Instrumente sind sowohl für den Einsatz in Qualitätsentwicklungsprojekten als auch für die wissenschaftliche Begleitung neuer Ausbildungs­formate notwendig, um die Abläufe in der praktischen Ausbildung aus Sicht der Lernenden überprüfen und Innovationen nachhaltig implementieren zu können. Die Anwendung des auf die bundesdeutschen Verhältnisse angepassten CLES+T könnte dazu beitragen, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

 

Laufzeit: Juli 2010 – Jan 2012

Leitung/Bearbeitung: Dr. Manuela Bergjan

 

Projektpartner

 

  • Hedwig Francois-Kettner, Pflegedirektion Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Dr. Marianne Rabe, Gesundheitsakademie – Charité – Universitätsmedizin Berlin

 

 


Quelle: Charité Universitätsmedizin Berlin, (21.02.2011) (tB).

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