Arbeit. Stress. Photo: AVAVA-Istockphoto.com WELEDAKohärenzgefühl, Coping und Stressphasen

Behandlungsansätze in der Anthroposophischen Medizin

 

München / Schwäbisch Gmünd (14. Dezember 2011) – Stress hat viele Ursachen und kann zahlreiche Symptome erzeugen. Je nach Schwachstellen der individuellen Konstitution kommt es zu unterschiedlichen stressassoziierten Beschwerden. Doch nicht jedes dieser Leiden wird mit Stress in Verbindung gebracht.

 

Wahrnehmung und Umgang mit Stress

 

Wie Patienten auf Drucksituationen reagieren, hängt stark von der individuellen Stressresistenz ab. Diese hat der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky mit „Kohärenzgefühl“ beschrieben: Wenn Ereignisse für den Menschen als verstehbar, handhabbar und sinnvoll erlebt werden, ist das eine gute Grundlage zur Gesunderhaltung.(1)

 

Passiert das nicht, können Krankheiten entstehen. Daraus ergibt sich die individuelle Bewertung, ob hektische Situationen als harmlos oder belastend empfunden werden. In der Psychologie spricht man von dem Konzept des Coping.(2) Für die Behandlung von stressassoziierten Beschwerden bedeutet das, diesen inneren Voraussetzungen die gleiche Aufmerksamkeit zu geben wie äußeren belastenden Einflüssen, z.B. chronischen Erkrankungen, Angst um den Arbeitsplatz oder der eigene Perfektionismusanspruch. Die physischen Abläufe des Nervensystems unter Druck sind bei jedem gleich. Dem liegen drei typische Phasen zugrunde, die in der jeweiligen Dauer sehr stark von den Betroffenen abhängen (3):

 

  • Die erste ist die Alarmphase: Der Körper will durch Adaptation entgegenwirken und aktiviert Sympathikus und Nebennierenrinde. Die Hormone Adrenalin, Noradrenalin sowie die Stresshormone Cortisol und Corticosteron werden vermehrt ausgeschüttet. Die Folge ist eine rasche Leistungssteigerung: Die Herz-, Hirn- und Muskeldurchblutung verbessert sich, der Sauerstofftransport erhöht sich und die Hirnwellentätigkeit verändert sich. Gleichzeitig verengen sich die Blutgefäße und die Magen-, Darm- und Blasentätigkeit wird langsamer. Hält dieser Zustand länger an, werden auch der Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel sowie der Blutzuckerspiegel beeinflusst.
  • In der Widerstandphase versucht der Körper sich gegen den hohen Energieverbrauch zu stellen und regt Hypothalamus und Hypophyse an. Die Nebennierenrinde erhöht die Bildung von Cortisol, das Energie bereitstellt, aber auch das Immunsystem schwächt. Die Adrenalin-, Noradrenalin- und Cortisolausschüttungen bleiben jedoch hoch, Schilddrüsenfunktion und Fortpflanzungsorgane werden geschwächt, entzündliche Prozesse gefördert.
  • In der Erschöpfungsphase kommt es zu Energiebereitstellungsproblemen. Adaption ist nicht mehr möglich. Immunsystem und Geschlechtsdrüsen, Appetit, Fortpflanzungs- und Wachstumsprozesse funktionieren nur noch eingeschränkt. Mögliche Folge sind Schlafstörungen, Angststörungen bis hin zum Burnout. Außerdem drohen Beschwerden wie Hypertonie, Herz-, Kreislauf- und Nierenerkrankungen und Allergien.

 

 

Anthroposophische Medizin bei stressassoziierten Erkrankungen

 

Fazit: Stress ist eine große Bedrohung unserer leiblichen, seelischen und geistigen Gesundheit und sollte daher in allen Stadien behandelt werden. Die Anthroposophische Medizin bietet eine natürliche Stresstherapie, die helfen kann, den eigenen Rhythmus und die natürliche Balance zwischen Anspannung und Entspannung wiederzufinden. Ergeben klinische und laborchemische Tests keinen organischen Befund, kann die Komposition aus drei Substanzen in Neurodoron® synergistische Effekte entfalten, welche die körpereigene Selbstregulation in allen Stressphasen stimulieren: Ferrum-Quarz lindert nervöse Erschöpfungszustände, Kalium phosphoricum D6 unterstützt den Aufbaustoffwechsel und regeneriert bei physischer Erschöpfung. Potenziertes Gold aktiviert das Herz- Kreislauf-System. Durch dieses ineinandergreifende Wirkprinzip können stressassoziierte Symptome wie Nervosität, depressive Verstimmungen und gefäßbedingte Kopfschmerzen effektiv therapiert werden – ohne sedierende Begleiterscheinungen und bei sehr guter Verträglichkeit.

 

 

Photo: WELEDA AG 

 

 

Anmerkungen 

  1. Aaron Antonovsky, „Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit“. Erweiterte deutsche Ausgabe von A. Franke, Tübingen 1997.
  2. Die Idee des „Coping“ basiert auf dem Stressmodell des US-Psychologen Arnold Lazarus von der Rutgers University in New Jersey. Er gilt als Begründer der Multimodalen Verhaltenstherapie.
  3. Die körperliche Reaktion auf anhaltende Belastung wird nach dem Stressforscher Hans Selye (1907-1982) in drei Phasen unterteilt.

 


Quelle: Pressemitteilung der Firma Weleda, 14.12.2011 (tB).

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