Daiichi Sankyo Satellitensymposium beim 117. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Wiesbaden

 

Kombinationsstrategien mit dem AT1-Blocker Olmesartan

Synergien für die Therapie der Hypertonie nutzen

 

Wiesbaden (1. Mai 2011) – Die ESC-/ESH-Leitlinien empfehlen eine antihypertensive Therapie bei Patienten mit Blutdruckwerten ≥ 140/90 mmHg. Eine zuverlässige Blutdrucksenkung ist von entscheidender Bedeutung für die Reduktion von kardiovaskulären Folgeschäden sowie chronischen Nierenerkrankungen. In vielen Fällen muss dabei zu einer Kombinationstherapie gegriffen werden, um den Blutdruck in den Zielwertbereich zu senken. Mit der neuen Dreifachkombination Sevikar HCT® folgt Daiichi Sankyo Deutschland GmbH den Empfehlungen der ESC-ESH-Guidelines,1 welche Renin-Angiotensin-Systems-Blocker, Calciumantagonist und/oder Diuretika für eine erfolgreiche antihypertensive Therapie vorschlagen. Der besondere Vorteil der Fixkombination bei der Therapie der Hypertonie liegt in dem synergistischen Effekt der einzelnen Wirkstoffe in Kombination. Experten stellten bei einem Symposium von Daiichi Sankyo Deutschland im Rahmen des 117. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin Strategien zur Kombination mit dem AT1-Blocker Olmesartan vor und diskutierten dabei die Vorteile kausaler Ansätze in der Hochdrucktherapie.

 

Die empfohlenen Blutdruckzielwerte der Leitlinien werden hierzulande nur von einem Drittel der behandelten Hypertoniker erreicht.2 Die ESC-/ESH-Leitlinien empfehlen eine antihypertensive Therapie bei Patienten mit Blutdruckwerten ≥ 140/90 mmHg. Haben Patienten zusätzlich ein hohes kardiovaskuläres Risiko, sollte der Blutdruck innerhalb des Zielkorridors von 130 – 139/80 – 85 mmHg liegen.3

 

Wie Prof. Dr. Reinhold Kreutz (Berlin) erläuterte, reicht in vielen Fällen eine pharmakologische Monotherapie für eine angemessene Blutdruckkontrolle nicht aus. Etwa zwei Drittel aller Hypertonie-Patienten in Deutschland benötigen mehr als ein Medikament, um den Zielwert zu erreichen.4 Ein Drittel der Patienten mit Hypertonie erreicht auch mit einer Zweifachkombination den Blutdruckzielwert nicht.4 In diesem Fall ist die Dreifachkombination aus einem RAS-Hemmer, Calciumantagonisten und Diuretikum eine sinnvolle Alternative, so Prof. Kreutz.

 

In der 12-wöchigen multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Parallelgruppenstudie TRINITY (Triple Therapy With Olmesartan Medoxomil, Amlodipine and Hydrochlorothiazide in Hypertensive Patients)5 wurden die möglichen Vorteile einer Dreifachkombination aus Olmesartan 40 mg plus Amlodipin 10 mg plus freies Hydrochlorothiazid 25 mg gegenüber den jeweiligen Zweifachkombinationen untersucht. Die Dreierkombination senkte den Blutdruck signifikant stärker als jede Zweifachkombination (p < 0,001). Am Ende der Studie hatten unter der Dreierkombination deutlich mehr Patienten den Zielblutdruck von < 140/90 bzw. < 120/80 mmHg gegenüber der jeweiligen Zweierkombination (p < 0,001) erreicht.

 

Über kardiovaskuläre Risikofaktoren, die zu strukturellen Veränderungen im Gefäßsystem führen können, sprach Prof. Hermann Haller (Hannover) und machte damit deutlich, welch große Bedeutung der Hypertonie, sowohl für kardiovaskuläre Erkrankungen als auch für chronische Nierenerkrankungen, zu kommt. Weiterhin thematisierte Prof. Haller Studiendaten der vergangenen Jahre, die darauf hinweisen, dass eine Absenkung der (Mikro-) Albuminurie durch therapeutische Interventionen sowohl die renale als auch die kardiovaskuläre Prognose und die Überlebensprognose verbessert.6,7 So konnte in der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Multizenterstudie ROADMAP erstmals gezeigt werden, dass das Risiko für die Entwicklung einer Mikroalbuminurie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, die zu Studienbeginn eine Hypertonie (Blutdruck ≥ 130/80 mmHg) aufwiesen, durch die Olmesartan-Therapie im Vergleich zu Placebo um 25 % reduziert wurde (p = 0,0068).8 Patienten mit höherem systolischen Blutdruck (> 135 mmHg), hohem Albumin-Kreatinin-Quotienten (> 4 mg/g) im Urin, niedrigem HbA1c-Wert (< 7,3 %) oder einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate von < 83,79 ml/min vor Therapiebeginn profitierten am meisten von der Behandlung mit Olmesartan.8

 

Die gefäßprotektiven Effekte konnten weiterhin in verschiedenen Studien belegt werden, so Prof. Haller. In der EUTOPIA-Studie verminderte Olmesartan die vaskuläre Mikroinflammation,9 die als Zeichen atherosklerotischer Veränderungen gilt. In der VIOS-Studie10 wurde eine Normalisierung des Wand-Lumen-Verhältnisses gezeigt und bei Patienten mit großen atherosklerotischen Plaques (Plaquevolumen ≥ Median [33,7 μl]) zeigte Olmesartan in der MORE-Studie11 eine signifikante Regression der Plaques in den Karotiden. In der Studie OLIVUS12 wurde dieses Ergebnis für Koronararterien bestätigt.

 

Frau Prof. Eva Brand (Münster) stellte im Anschluss die klinische “real world” Titrationsstudie BPCRUSH13 vor. Diese wurde initiiert, um zu zeigen, dass auch unter Praxisbedingungen Patienten (n=999), die ihre Blutdruckzielwerte unter einer antihypertensiven Monotherapie nicht erreichen, mit einer Kombinationstherapie effektiv therapiert werden können. Kumulativ 90,3 % der Patienten konnten durch eine Titration bis zur Dreifachtherapie mit Olmesartan 40 mg plus Amlodipin 10 mg plus Hydrochlorothiazid 25 mg innerhalb von 20 Wochen auf den Blutdruck-Zielwert gebracht werden. „Da etwa zwei Drittel aller Hypertonie-Patienten in Deutschland mehr als ein Medikament benötigen, um den Blutdruck zu kontrollieren, sinkt mit der Anzahl der täglich einzunehmenden Tabletten die Compliance der Patienten“, so Prof. Brand. Laut einer aktuellen Studie, können Fixkombinationen zur Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck gegenüber einer Kombitherapie aus den jeweiligen Einzelmedikamenten zu einer höheren Compliance führen.14 Darüber hinaus zeichnet sich die Gabe von fixen Kombinationen durch eine geringere Hospitalisierungsquote sowie weniger notfallmedizinischer Vorfälle, im Vergleich zur frei wählbaren Kombinationstherapie, aus.14 Dieser Erkenntnis wird auch in den ESC-/ESH-Leitlinien Rechnung getragen.1 Bei ungenügender Blutdrucksenkung wird die Therapieumstellung auf eine Zweifachkombination empfohlen, bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko sollte bereits initial der Einsatz einer Kombination in Betracht gezogen werden.

 

Allgemein kommt einer regelmäßigen und langfristigen Einnahme von Antihypertensiva eine große Bedeutung zu, was den Grundstein für eine effektive Reduktion dieser kardiovaskulären Komplikationen legt. Allerdings ist die regelmäßige und langfristige Einnahme der Medikation durch den Patienten häufig nicht einfach sicherzustellen. Prof. Peter Bramlage (Mahlow) machte dafür vor allem das Fehlen einer spezifischen Symptomatik verantwortlich. “Typische Begleiterscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen werden nicht als Folge der Hypertonie wahrgenommen. Kompliziert wird diese Situation noch durch die typischen Nebenwirkungen einer antihypertensiven Pharmakotherapie, die sich unter anderem in Hypotension und Ödemen äußern können”, erklärte Prof. Bramlage. Daraus resultiert in der Summe eine hohe Non-Compliance der Patienten.15 Wie Bramlage darstellt, könnte ein Schlüssel zur Verbesserung der Kontrollraten in der Berücksichtigung von Variablen liegen, die sich nicht über Laborwerte erschließen lassen. Dazu zählen die physischen, emotionalen und sozialen Auswirkungen sowohl der Erkrankung als auch der notwendigen Pharmakotherapie. Diese Variablen lassen sich mit den Fragebögen „Short Form“ (SF) 12 und 36 erfassen und werden unter dem Begriff der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zusammengefasst.15

 

Tatsächlich dokumentiert eine Reihe von aktuellen Studien Unterschiede der von den Patienten wahrgenommenen Lebensqualität zwischen verschiedenen Substanzklassen.16,17 Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Kombinationstherapien zum Teil erhebliche Vorteile aufweisen, wenn sich Nebenwirkungen kompensieren oder die durch z.T. niedrigeren Dosierungen der Medikamente gar nicht erst auftreten. “Wir konnten diese Erkenntnisse in Studien15 im klinischen Alltag validieren, in denen Olmesartan einmal als Monotherapie und einmal als Kombination mit Amlodipin zum Einsatz kam”, so Prof. Bramlage. Die mit der Kombination aus Olmesartan und Amlodipin behandelten Patienten zeigten dabei einen deutlichen Anstieg der Lebensqualität unter der Therapie, der im Vergleich zu gesunden Kontrollen zu einer weitgehenden Normalisierung der Lebensqualität führte.

 

 

Referenzen

 

  • 1 Quaschning T et al., Leitlinien Arterielle Hypertonie, ESC / ESH 2007; Journal of Hypertension, 2007;25:1105-1187
  • 3 Mancia G et al., Blood Pressure 2009;18:308–347
  • 4 Datamonitor, Treatment algorithms Hypertension, 2002; FDC Estimates from IMS
  • 5 Oparil S et al., Clin Ther 2010;32:1252-1269
  • 6 Araki S et al., Diabetes 2007;56:1727–1730
  • 7 Groop P-H et al., Diabetes 2009;58:1651–1658
  • 8 Haller H, Präsentation beim ESH-Kongress, Oslo 2010
  • 9 Fliser D et al., Circulation 2004;110:1103-1107
  • 10 Smith R D et al., J Am Soc Hypertens 2008;2(3):165-172
  • 11 Stumpe K O. et al., Ther Adv Cardiovasc Dis 2007;1(2):97-106
  • 12 Hirohata A et al., J Am Coll Cardiol 2010;55:976-982
  • 13 Weir MR et al., J Clin Hypertens 2011;DOI:10.1111/j.1751-7176.2011.00437
  • 14 Yang W et al., Curr Med Res Opin 2010;26:2065–2076
  • 15 Bramlage P et al., MMW Fortschr Med Originalien 2011;13:33-40
  • 16 Dahlöf B et al., Am J Hypertens 2005;18:1313-1319
  • 17 Takase B et al., Circ J 2008;72:764-769

 

 

Über Daiichi Sankyo

 

Daiichi Sankyo entwickelt und produziert innovative Arzneimittel, um wirksame Therapien für bislang unzureichend behandelte Krankheitsbilder anbieten zu können. Das gilt für Patienten in Industriestaaten ebenso wie für Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern. Der Konzern ist 2005 aus der Fusion der beiden japanischen Traditionsunternehmen Daiichi und Sankyo entstanden und gehört heute mit einem Jahresumsatz von fast 7,3 Milliarden Euro zu den 20 führenden Pharmakonzernen der Welt. Das Unternehmen vermarktet Arzneimittel gegen Hypertonie, Hyperlipidämie und bakterielle Infektionen. In seiner Forschung und Entwicklung konzentriert sich Daiichi Sankyo auf neuartige Therapien in den Bereichen thrombotische Erkrankungen, Onkologie, Herz/Kreislauf und Stoffwechselerkrankungen. Mit dem „Hybridmodell“ hat Daiichi Sankyo eine Konzernstrategie entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten in den verschiedenen Arzneimittelmärkten gerecht werden und Wachstumsmöglichkeiten nutzen soll.

 

Der Hauptsitz des Unternehmens ist Tokio. Seine Europazentrale befindet sich in München. Daiichi Sankyo Europe besitzt Niederlassungen in zwölf europäischen Ländern sowie eine globale Fertigungsstätte in Pfaffenhofen, Deutschland.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.daiichisankyo.com oder www.daiichi-sankyo.eu

 


 

Quelle: Satellitensymposium der Firma Daiichi Sankyo zum Thema „Kombinationsstrategien mit dem AT1-Blocker Olmesartan – Synergien für die Therapie der Hypertonie nutzen“ am 01.05.2011 in Wiesbaden, anlässlich des 117. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (Med-in-Mind) (tB).

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