Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

12. – 15. September 2012 in Berlin

 

Palliativmedizin heute: multiprofessionell und interdisziplinär

 

Berlin (12. Juli 2012)  – Unter dem Leitmotiv „Perspektiven in Mitte“ findet vom 12. bis 15. September 2012 der 9. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in Berlin statt. Rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren im Berliner Congress Centrum (bcc) über zentrale Zukunftsthemen der Hospiz- und Palliativversorgung.

 

Unheilbar kranke Menschen psychosozial zu unterstützen und ihre körperlichen Beschwerden zu lindern – das ist Aufgabe der Palliativversorgung. Sie legt sich wie ein schützender Mantel – lateinisch „pallium“ – um Schwerstkranke und Sterbende. Patienten mit Krebserkrankungen sollten wie auch Patienten mit schweren Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Niere und des Nervensystems in fortgeschrittenen Stadien bereits frühzeitig kompetent palliativmedizinisch betreut und begleitet werden. Fachleute kümmern sich dabei um Symptome wie Atemnot und Angst, Schmerz und Unruhe sowie um soziale und psychische Probleme. „Kombiniert mit einer spirituellen Begleitung tragen diese Maßnahmen zu einer wesentlichen Verbesserung der Lebensqualität bei“, erklärt Professor Dr. Christof Müller-Busch, emeritierter Leitender Arzt der Abteilung für Anästhesiologie, Schmerztherapie und Palliativmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin und einer der drei Kongresspräsidenten.

Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen alle beteiligten Berufsgruppen speziell qualifiziert sein. Der 9. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin wird sich in Berlin schwerpunktmäßig mit dem Themenkomplex „Qualifikation“ beschäftigen. „Zahlreiche Veranstaltungen zu Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung lassen während des Kongresses spannende Diskussionen zu diesem Thema erwarten“, sagt Kongresspräsidentin Martina Kern vom Zentrum für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn. Bis Ende 2011 haben 6.415 Ärztinnen und Ärzte bundesweit die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ erworben. Ab dem kommendem Jahr gehört die Lehre der Palliativmedizin als eigenständiges Querschnittsfach zur universitären Ausbildung von Medizinstudenten. „Mehr als 16.500 Pflegende haben die ‘Palliative Care’-Weiterbildung nach den anerkannten Kriterien der DGP und des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbandes (DHPV) durchlaufen“, so Kern. „In sämtlichen weiteren beteiligten Berufsgruppen, wie bei den Sozialarbeitern, den Seelsorgern, den Physiotherapeuten und den Apothekern, gibt es eigene Curricula, für die Psychologen ist eines in Bearbeitung.“ Doch der Bedarf an palliativmedizinisch qualifiziertem Personal wird in den kommenden Jahren steigen. Der Hauptgrund: Die Menschen werden immer älter und Krebserkrankungen und andere nicht heilbare zum Tode führenden Erkrankungen wie die Demenz oder unheilbare Herz- und Lungenerkrankungen nehmen weiter zu.

Kongresspräsident Professor Dr. Michael Ewers von der Charité Berlin betont, dass daher sowohl die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten wie auch die Qualifizierungswege der anderen Gesundheitsberufe auf den Prüfstand gestellt werden müssen: „Jeder Gesundheitsberuf muss für künftige Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gerüstet sein. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Integration von Wissen und Fertigkeiten im Bereich der Palliativversorgung.“

Wie wichtig Fachveranstaltungen wie der Kongress für Palliativmedizin sind, erklärt Professor Dr. Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: „Wissenschaftler und Praktiker können während unseres Kongresses aktiv dazu beitragen, dem gemeinsamen Ziel einer gut vernetzten, ambulanten wie stationären sowie spezialisierten und allgemeinen Palliativversorgung noch einen Schritt näher zu kommen. Dazu laden wir alle Interessierten herzlich vom 12. bis zum 15. September 2012 nach Berlin ein!“


Palliativmedizin in Deutschland

Als am 7. April 1983 die erste Palliativstation an der Chirurgischen Klinik der Universität zu Köln eröffnet wurde, musste man Deutschland noch als palliativmedizinisches Entwicklungsland bezeichnen. Heute gibt es hierzulande mehr als 300 Palliativstationen und Hospize. Die Deutsche Krebshilfe hat den Weg für diesen Prozess von Anfang an geebnet und schon die erste Palliativstation in Köln gefördert. Bis heute hat die Organisation insgesamt mehr als 63 Millionen Euro in den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen, Stiftungsprofessuren, in Forschungsprojekte mit palliativmedizinischen Inhalten sowie in Akademien für die palliativmedizinische Aus- und Weiterbildung investiert. Inzwischen ist die Palliativmedizin ein unverzichtbarer Bestandteil der Krankenversorgung und Lehrfach in der medizinisch-universitären Ausbildung.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre über 4.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.


Weitere Informationen

 

www.palliativmedizin.de und www.dgp2012.de

 


 

Quelle:  Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP)., 12.07.12 (tB).

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