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Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) 2017

Metastasiertes Nierenzellkarzinom (mRCC): Therapie optimieren und Patienten mit Sunitinib individuell durch die Erstlinie begleiten

  • Der Tyrosinkinase-Inhibitor bietet beim mRCC mehrere Möglichkeiten, die Therapie und auftretende Nebenwirkungen patientenindividuell zu managen

Berlin/Dresden (11. Oktober 2017) – „Die Behandlungsdauer beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC) steigt stetig an: 30 bis 40 Monate sind in unserer Klinik mittlerweile möglich“, unterstrich Privatdozent Dr. Bernhard Brehmer, Schwäbisch Hall*, in einem von Pfizer Oncology unterstützten Symposium auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden.1 „Damit steigt auch die Bedeutung eines Therapie- und Nebenwirkungsmanagements, das direkten Einfluss auf das Befinden der Patienten hat und dabei hilft, den Effekt der Therapie zu optimieren“, ergänzte Professor Dr. Viktor Grünwald, Hannover**. Die Grundlage für Langzeitbehandlungen ist, dass heute zielgerichtete Medikamente sequenziell in mehreren Therapielinien hintereinander eingesetzt werden können.2 „Im Laufe der Sequenztherapie treten bei nahezu jedem Patienten Nebenwirkungen auf“, berichtete Dr. Katrin Bothe, Kiel***. „In dieser Situation ist es wichtig, die Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen, ohne ein Medikament absetzen zu müssen, das Wirksamkeit zeigt“, verwies die Urologin auf das Therapieziel, die Patienten beim mRCC möglichst lange auf einer effektiven Therapie zu halten und jede Therapielinie bestmöglich auszuschöpfen.3,4 „Mit Sunitinib eröffnen sich in der mRCC-Erstlinie eine Reihe von Möglichkeiten, die Therapie patientenindividuell zu managen: Neben einem breiten Spektrum an bewährten Supportivmaßnahmen lassen sich unerwünschte Therapieeffekte durch individualisierte Dosierungsunterbrechungen und/oder Dosisanpassungen meist gut kontrollieren“3,4,5,6, so Bothe.

Die Erstlinientherapie mit Sunitinib (Handelsname Sutent®) ist ein Standard und Rückgrat der modernen mRCC-Therapie.2,5,7,8 Der orale Tyrosinkinase-Inhibitor bietet zum Teil einzigartige Möglichkeiten, um unerwünschte Therapieeffekte durch Supportivmaßnahmen oder durch individuelle Dosierungsunterbrechungen und Dosisanpassungen zu kontrollieren und so die Behandlung an die spezifische Situation und den konkreten Bedarf der Patienten anzupassen.3,4,5,6

Patientenindividuelles Therapiemanagement beim mRCC

„In der modernen mRCC-Therapie mit zielgerichteten Substanzen müssen wir mit Nebenwirkungen umgehen, um die Behandlung steuern und optimieren zu können“, sagte Prof. Grünwald. „Jeder Patient ist anders und spricht unterschiedlich auf eine Therapie an. Daher kann man für das Management der Therapie kein standardisiertes Vorgehen ableiten. In der mRCC-Erstlinie mit Sunitinib können wir jedoch viele patientenindividuelle Anpassungen vornehmen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um für die Patienten ein Maximum an Wirksamkeit und Verträglichkeit aus der Therapie herauszuholen“, ergänzte Dr. Bothe.

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Einige unerwünschte Ereignisse lassen sich schon im Vorfeld präventiv begegnen, bei dem Hand-Fuß-Syndrom unter anderem mit Fußpflege und Cremes.4 „Bei manchen Patienten sind diese Maßnahmen völlig ausreichend, damit sich die Symptomatik nicht oder nur in einem gut tolerierbaren Maße zeigt“, erklärte Prof. Grünwald. In über zehn Jahren Anwendungserfahrung mit Sunitinib und indikationsübergreifend über 300.000 behandelten Patienten9, kann heute auf einen breiten Katalog an bewährten Maßnahmen zurückgegriffen werden, mit dem die Sunitinib-Therapie unterstützt werden kann und sich auftretende Nebenwirkungen meist gut kontrollieren lassen.10

„Wenn wir Nebenwirkungen mit Supportivmaßnahmen nicht in den Griff bekommen, haben wir mit Sunitinib auch die Möglichkeit, entweder die Dosis anzupassen oder die Dosierung – je nach Situation und Bedarf – patientenindividuell zu unterbrechen. Das heißt, wir können von der Standardgabe 4 Wochen Sunitinib / 2 Wochen Pause in einen anderen Rhythmus wechseln, zum Beispiel auf 2 Wochen Sunitinib / 1 Woche Pause“5,6, so Prof. Grünwald weiter. Diese Option der individualisierten Dosierungsunterbrechungen zum Management von Nebenwirkungen ist ein Charakteristikum der mRCC-Erstlinientherapie mit Sunitinib.

Einig waren sich die Experten darin, dass die Wahrnehmung der Patienten in Bezug auf den Schweregrad ihrer Nebenwirkungen häufig deutlich von der Einschätzung der Ärzte abweicht. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten ist also auch eine wichtige Schlüsselposition in der Behandlung und Anpassung der Therapie. So individuell wie die Patienten sind, nehmen sie auch ihre Nebenwirkungen wahr oder fühlen sich durch bestimmte Symptome/Ereignisse mehr in ihrem Lebenswandel eingeschränkt als andere Patienten. „Schon ein Blick in das Nebenwirkungstagebuch hilft oftmals, die Therapie mit Sunitinib patientenindividuell so anzupassen, dass möglicherweise auftretende Nebenwirkungen für den einzelnen Patienten besser zu tolerieren sind“, so Dr. Bothe.

Wann sollte in die nächste Linie gewechselt werden?

„Wenn ein Patient mit seiner Therapie unzufrieden ist, stellt sich natürlich immer auch die Frage nach dem Wechsel der Therapielinie. Wenn die Erstlinientherapie anschlägt, sollte jedoch immer versucht werden, die laufende Therapie so anzupassen, dass die Patienten möglichst lange von der Effektivität profitieren“, konstatierte Dr. Bothe. Hier bietet Sunitinib verschiedene Möglichkeiten zur Anpassung. Wenn sich im Anschluss die Frage stellt, ob die Dosierung unterbrochen oder die Dosis gewechselt werden sollte, empfehlen die Experten, einen genauen Blick auf die unerwünschten Wirkungen zu werfen. Wann starten die Nebenwirkungen in jedem Zyklus, wann schränken sie den Patienten besonders ein? Zu prüfen ist dann, ob sich eine Dosierungsunterbrechung anbietet oder es zunächst mehr Sinn macht, die Dosis zu reduzieren. „Hier muss individuell entschieden werden und sehr genau auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten eingegangen werden“, erläuterte Dr. Bothe anhand einiger Patientenfälle.


Die Referenten

  • * Privatdozent Dr. med. Bernhard Brehmer, Chefarzt der Urologischen Klinik am Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall
  • ** Professor Dr. med. Viktor Grünwald, Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover
  • *** Dr. med. Katrin Bothe, Funktionsoberärztin an der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel


Quellen

  1. Pfizer Oncology Satellitensymposium auf dem 69. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V, Dresden, Deutschland, 21. September 2017. ‘2017: Modernes Therapiemanagement beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC)’.
  2. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms, Langversion 1.2, 2017; AWMF Registernummer: 043/017OL. http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Nierenzellkarzinom.85.0.html.
  3. Négrier, S. Duration of Targeted Therapy for Metastatic Renal Cell Carcinoma: A Review of Current Practices. Oncology 82, 189–196 (2012).
  4. Castellano, D. et al. Therapy management with sunitinib in patients with metastatic renal cell carcinoma: Key concepts and the impact of clinical biomarkers. Cancer Treat. Rev. 39, 230–240 (2013).
  5. Ljungberg, B. et al. EAU Guidelines on Renal Cell Carcinoma, Full Text Guidelines. (2016).
  6. Sutent® Fachinformation.
  7. Escudier, B. et al. Renal cell carcinoma: ESMO clinical practice guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Ann. Oncol. 27, v58–v68 (2016).
  8. Larkin, J., Paine, A., Foley, G., Mitchell, S. & Chen, C. First-line treatment in the management of advanced renal cell carcinoma: systematic review and network meta-analysis. Expert Opin. Pharmacother. 16, 1915–1927 (2015).
  9. Pfizer, data on file.
  10. Pfizer Oncology Broschüre ‘Therapiemanagement Sutent® und Inlyta® Empfehlungen aus Literatur und Praxis’, Stand März 2017.


Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

Wenn Menschen krank werden, können sich viele Dinge für sie verändern – ein oft schwieriger Weg beginnt. Mehr als 10.000 Forscher und etwa 97.000 Mitarbeiter arbeiten bei Pfizer daran, Menschen auf diesem Weg zu unterstützen. Sie entwickeln und vertreiben innovative Medikamente und Impfstoffe sowie einige der weltweit bekanntesten rezeptfreien Produkte.
Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Gesamtumsatz von 52,8 Milliarden US-Dollar. In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit mehr als 2.000 Mitarbeiter an drei Standorten: Berlin, Freiburg und Karlsruhe.


Quelle: Pfizer, 11.10.2017 (tB).

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