Krankenkassen dürfen Medikamente nicht skandalisieren

 

Berlin (6. Januar 2012) – Zu dem seit einigen Monaten schwelenden Streit um Retaxationen meldet sich Prof. Dr. Theo Dingermann in der aktuellen Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) zu Wort. „Rezepte müssen korrekt ausgefüllt sein, keine Frage. Die Krankenkassen sollten aber die Kirche im Dorf lassen und die Versorgung ihrer Patienten in den Vordergrund stellen, statt wegen bürokratischer Fehler die Apotheker unverhältnismäßig abzumeiern,“ sagt Dingermann, der Mitglied der Chefredaktion der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) ist.

 

„Durch die systematische Retaxation werden Medikamente skandalisiert, die die betroffenen Patienten dringend brauchen. Immer wieder wird zu Recht beklagt, dass stark wirkende Schmerzmittel in Deutschland zu wenig aufgeschrieben werden. Während Experten dies in langwierigen und beratungsintensiven Prozessen zu korrigieren versuchen, melden sich Verwaltungsexperten mit einem drakonischen Strafszenario zu Wort. Die Arzneimittelsicherheit sei gefährdet, und das müsse bestraft werden. Derweil fragen sich Arzt und Patient, was sie denn da eigentlich verordnen bzw. was sie da einnehmen. Suchterzeugende Wirkstoffe, deren Abgabe so restriktiv gehandhabt werden muss, dass bei kleinsten Formfehlern die Krankenkasse die Kosten für das Arzneimittel und für die pharmazeutische Dienstleistung einbehalten muss?“

Einige Krankenkassen erstatten Apotheken die Kosten für stark wirksame Schmerzmittel nicht, wenn der Apotheker Fehler des Arztes beim Ausfüllen des Rezepts nicht korrigiert hat. So wird beispielsweise die Erstattung von Betäubungsmitteln seit einiger Zeit verweigert, wenn auf dem Rezept statt des vorgeschriebenen Passus „gemäß schriftlicher Anweisung“ nur „gem. schriftl. Anweisung“ steht. Retaxationen finden in der Regel erst mehrere Monate nach Abgabe des Medikaments an den Versicherten statt. Bei einer Retaxation erhält der Apotheker nicht nur kein Honorar für seine Dienstleistung, auch die Einkaufspreise für die Arzneimittel werden ihm nicht erstattet.

 


Quelle: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, 06.01.2012 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung