MEDIZIN

DOC-CHECK LOGIN

Abb.: REM-Aufnahme nach in vitro-Prüfung, kommerzielle Harnleiterschiene (links), beschichtetes Polymer (rechts).Kristalline Biofilme

Längere Verweildauer von Harnleiterschienen durch Senkung des Infektions- und Inkrustationsrisikos

 

Heilbad Heiligenstadt (26. Januar 2015) – Kristalline Biofilme bilden noch immer das folgenschwerste Risiko bei der medizinischen Applikation von Harnwegskathetern. Durch die Verkrustung des im Zusammenhang mit einer Infektion an den luminalen Oberflächen entstandenen Biofilms und die nachfolgende Verblockung des Urinflusses entstehen ernst zu nehmende Komplikationen für die betroffenen Patienten. In 90% der Fälle sind diese Komplikationen Katheter-assoziiert. Das Ziel der Arbeiten bildete daher die Entwicklung von Harnwegskatheter-Beschichtungen mit anti-adhäsiven und anti-mikrobiellen Eigenschaften zur Vermeidung von Infektionen und Inkrustationen.


Zur Lösung dieser Fragestellung wurde eine Kombination aus biokompatibler, die Adhäsion vermindernder Oberflächenschicht basierend auf kovalent fixierten Polymerfilmen und einer ultradünnen Tetraetherlipidschicht sowie einem antibakteriell wirkenden Controlled Release Drug-Delivery-System etabliert.

Die im Rahmen der Studie entwickelten Technologien sollen genutzt werden, um bereits existierende und am Markt etablierte Kathetersysteme wirkungsvoll zu modifizieren und zu verbessern. Hierzu wurde eine Kombination aus einer kovalent fixierten, anti-adhäsiv wirkenden Tetraetherlipidschicht mit einem anti-bakteriell wirkenden Controlled Release Drug-Delivery-System auf Polymerbasis (Polylactide-co-Glycolide PLGA) entwickelt und optimiert. Als Wirkstoffe kamen Antibiotika und Ag-Nanopartikel zur Anwendung. Gleichzeitig bewirkt die Säurebildung aufgrund der Polymerdegradation eine anti-inkrustative Wirkung der Beschichtung. Der Funktionsnachweis basiert auf einer applikationsspezifischen in vitro-Bioadhäsionsprüfung auf der Grundlage eines mikrobiologischen Infektionsmodells. Darüber hinaus entstand ein klinisch validiertes in vitro-Testsystem, welches eine applikations-spezifische Anpassung der Testprozedur erlaubt. Das klinisch ermittelte Infektions- und Inkrustationspotenzial konnte an Urokink®- Harnleiterschienen nachgewiesen werden. Die finale Schichtmodifikation lässt sich des Weiteren über technologisch leicht umsetzbare Verfahren, wie das Tauchen und Sprayen kommerziell einsetzen.

Das Forschungsprojekt des Institutes für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V. "Optimierung von Oberflächenbeschichtungen für Harnwegskatheter basierend auf biodegradierbaren Polymerfilmen und archaebakteriellen Tetraetherlipiden" (FKZ: IGF 16746 BG, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) AiF / Europäische Forschungsgesellschaft Dünne Schichten e.V., Laufzeit: 01.06.2007 – 30.11.2009) wurde gemeinsam mit dem Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Philipps-Universität Marburg bearbeitet.

 

 

Abb.: REM-Aufnahme nach in vitro-Prüfung, kommerzielle Harnleiterschiene (links), beschichtetes Polymer (rechts). 

 

Abb.: REM-Aufnahme nach in vitro-Prüfung, kommerzielle Harnleiterschiene (links), beschichtetes Polymer (rechts).

 


Quelle: Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V., 26.01.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…