Leben! – trotz Krebs

Lebensperspektiven dank Angiogenesehemmung

 

Köln (20. März 2012) – „Kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Es ist, als hätte ein Seelenbeben von uns Besitz genommen.“ Mit diesen Worten beschreibt Ursula Goldmann-Posch, Gründerin und Vorstandsmitglied von mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., ihre Empfindungen nach der Diagnose Krebs. Jahr für Jahr erleben allein in Deutschland fast eine halbe Million Menschen Ähnliches [1]. Dank einer zielgerichteten Therapie hat Ursula Goldmann-Posch ihre schwere Erkrankung wie viele andere Betroffene überlebt. Maßgeblich ermöglicht werden diese Fortschritte in der Behandlung von Krebspatienten durch die Entwicklung neuer, zielgerichteter Medikamente, wie zum Beispiel   Bevacizumab (Avastin®).

 

Der Angiogenesehemmer, der sich gezielt gegen das Wachstum des Tumors richtet, hat die onkologische Therapielandschaft in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderes Medikament verändert. Doch wie genau definiert sich der Nutzen der anti-angiogenen Therapie für den Patienten? Und welche Erwartungen kann und muss eine moderne Krebstherapie heute erfüllen? Im Rahmen einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG gingen Ursula Goldmann-Posch und die Experten Professor Ralf Hofheinz, Mannheim, und Privatdozent Sherko Kümmel, Essen, gemeinsam mit Vertretern des Unternehmens diesen Fragen nach.

 

„Für mich ist die Therapie insofern wichtig, als sie meine Lebensqualität erhält und nicht nur das Leben hinauszieht“, betont Jutta S., Brustkrebspatientin im fortgeschrittenen Stadium. „Ich kann mein Leben derzeit so gestalten, wie es mir gefällt. Das bedeutet für mich maximale Lebensqualität.“ Dieses Zitat verdeutlicht, wie entscheidend es für Patienten ist, die verbleibende Zeit genießen zu können. Denn in der Zeit, in der der Krebs nicht fortschreitet, können sie in vielerlei Hinsicht weiterhin aktiv am Leben teilnehmen. „Die Zeit ohne ein Fortschreiten der Erkrankung ist für viele Patienten – sowohl physisch als auch psychisch – eine weitestgehend beschwerdefreie Zeit“, so Kümmel. Sie genießen die wertvolle verbleibende Zeit mit der Familie und Freunden – trotz Krebs ist ihnen ein nahezu unbeschwertes Leben möglich.

 

 

Oberstes Therapieziel: Lebensqualität

 

Gerade in der palliativen Situation ist der Erhalt der Lebensqualität der Patienten das oberste Therapieziel. Welche Behandlung dabei für den einzelnen Patienten gewählt wird, hängt von zahlreichen Parametern ab, erläuterte Kümmel. Neben dem Krankheitsverlauf und den Vortherapien spielen immer auch der Allgemeinzustand und der Patientenwunsch eine Rolle. Die Behandlung soll den Patienten einen hohen Nutzen bringen, sie jedoch zugleich möglichst wenig durch Nebenwirkungen belasten. „Krebs lässt sich nicht mit einer klassischen Therapie von der Stange behandeln“, betonte auch Ursula Goldmann-Posch. „Wir fordern zielgerichtete, auf uns zugeschnittene und nebenwirkungsarme Therapien. Und gerade auch in scheinbar aussichtslosen Situationen, wenn keine Heilung mehr möglich ist, brauchen wir mutige Ärzte, die uns unterstützen, für uns kämpfen und uns eine Therapie ermöglichen, die uns möglichst viel krankheitsfreie Zeit bis zum nächsten Rückfall schenkt.“

 

 

Wegbereitende Fortschritte durch zielgerichtete Therapien

 

Durch die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien konnten in der Behandlung onkologischer Erkrankungen relevante Fortschritte erzielt werden. Einen maßgeblichen Beitrag dazu leistet der Angiogenesehemmer Bevacizumab. Dieser Antikörper, der gezielt die Neubildung von Blutgefäßen hemmt, wurde in Europa erstmals 2005 für die Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs zugelassen. „Diese Zulassung war in vielerlei Hinsicht wegbereitend“, so Hofheinz. „Mit Bevacizumab wurde nicht nur ein Medikament, sondern vor allem ein innovatives Therapieprinzip – die gezielte Inhibition der Tumorangiogenese – entwickelt.“ Mittlerweile ist der Antikörper in fünf Indikationen zugelassen: Nach dem fortgeschrittenem Darmkrebs folgten die Zulassungen von Bevacizumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Brust-, Lungen-, Nieren- und Eierstockkarzinom [2]. „Gerade in schwierigen Therapiesituationen, das heißt im fortgeschrittenen Krankheitsstadium – hat Bevacizumab als effektives und gut verträgliches Medikament die Therapie maßgeblich zum Nutzen der Patienten beeinflusst“, so Hofheinz.

 

 

Forschung für innovative Krebsmedikamente

 

Die kontinuierliche Verbesserung des medizinischen Standards – im Sinne eines patientenrelevanten Nutzens – ist das oberste Ziel der Roche Pharma AG. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen jedes Jahr rund 20 % seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Allein zu Bevacizumab laufen aktuell mehr als 500 Studien in den unterschiedlichen klinischen Situationen von über 50 Tumorarten. „Bis heute wurden mehr als eine Million Patienten mit einer zielgerichteten Therapie mit Bevacizumab behandelt“, so Dr. Stefanie Srock, Roche Pharma AG. „Mit unserem umfassenden Studienprogramm investieren wir in eine Zukunft, in der diese innovative Therapieoption weiteren Patienten mit malignen Krebserkrankungen zur Verfügung gestellt werden kann.“

 

 

Quellen 

  1. Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2007/2008; 8. Ausgabe, 2012
  2. Fachinformation Avastin®, Stand: Februar 2012
  3. Hurwitz H et al., NEJM 2004; 350: 2335-2342
  4. Gray R et al., J Clin Oncol 2009; 27: 4966-4972
  5. Sandler A et al., N Engl J Med 2006; 355: 2542-2550
  6. Escudier B et al.,J Clin Oncol 2010; 28: 13: 2144-2150
  7. Burger RA et al., N Engl J Med 2011; 365: 2473-2483
  8. Katz M et al., Ann Surg Oncol 2009; 16: 836-847

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Leben! – trotz Krebs. Lebensperspektiven dank Angiogenesehemmung“ am 20.03.2012 in Köln. (tB)

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