Linagliptin – Trajenta®

Boehringer Ingelheim beendet aktuelle Preisverhandlungen mit GKV-Spitzenverband

 

Ingelheim und Bad Homburg (26. April 2012) – Boehringer Ingelheim beendet die aktuellen Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu Trajenta® (Linagliptin). Ein Erstattungspreis auf dem Niveau der generischen Vergleichstherapie der Sulfonylharnstoffe im niedrigen zweistelligen Centbereich (Tagestherapiekosten) ist für das Unternehmen nicht akzeptabel.

 

Boehringer Ingelheim hatte für Trajenta® in Deutschland einen Herstellerabgabepreis in Höhe von 1,20 Euro Tagestherapiekosten nach Abzug des Zwangsrabattes vorgesehen. Der europäische Durchschnittspreis liegt bei 1,27 Euro Tagestherapiekosten. Mit der vorzeitigen Beendigung der Preisverhandlungen wird Trajenta® offiziell aus dem Handel genommen.

 

Boehringer Ingelheim und Lilly, Partner in einer weltweiten Diabetes-Allianz, bedauern, dass ein neuer Wirkstoff wie Linagliptin zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einem angemessenen Preis, der dieser Innovation gerecht werden würde, auf den deutschen Markt gebracht werden kann. „Leider haben sich nun unsere Befürchtungen, die wir bereits zu Beginn des AMNOG-Prozesses hatten, als die Vergleichssubstanz benannt wurde, bestätigt. Einen Preis auf Generika-Niveau der Sulfonylharnstoffe im niedrigen zweistelligen Centbereich können wir als forschendes Arzneimittelunternehmen für ein innovatives Medikament nicht akzeptieren“, sagt Dr. Engelbert Günster, Landesleiter Deutschland, Boehringer Ingelheim. „Wir fordern eine erneute und sachgerechte Nutzenbewertung und streben zudem eine juristische Klärung wichtiger Prozessfragen an.“ Bis zu einer Einigung über einen akzeptablen Erstattungsbetrag ist Linagliptin für Patienten in Deutschland daher weiterhin nicht verfügbar.

 

Trajenta® ist weltweit in vielen Ländern zugelassen. In Europa haben die nationalen Gesundheitsbehörden entweder einen Preis auf dem Niveau von DPP-4-Inhibitoren genehmigt oder auf den Trajenta®-Preis in anderen europäischen Ländern verwiesen. In keinem Fall wurde auf Preise von Sulfonylharnstoffen referenziert. In Deutschland dagegen soll der Preis auf dem sehr viel niedrigeren Niveau der generischen Sulfonylharnstoffe liegen.

 

„Wir verstehen, dass die frühe Nutzenbewertung zum jetzigen Zeitpunkt ein lernendes System ist, in dem sich alle Beteiligten auf Kriterien einigen müssen, die zum einen die Finanzierbarkeit des Systems und zum anderen eine medizinische Versorgung der Patienten auf hohem Niveau gewährleisten“, sagt Jeremy Morgan, Geschäftsführer der Lilly Deutschland GmbH. „Der derzeitige Umgang mit dem AMNOG sowie die Gestaltung der Preisfindung könnte jedoch die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln in Deutschland dauerhaft gefährden. Zum Wohle der Patienten fordern wir daher eine rasche Neubewertung der vorhandenen Daten.“

 

 


Quelle: Boehringer Ingelheim, Lilly Deutschland, 26.04.2012 (tB)

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