Therapie des Typ 2 Diabetes in der Praxis

Liraglutid: Effektive Blutzuckerkontrolle ohne Angst vor Hypoglykämien und Gewichtszunahme

 

Frankfurt am Main (30. März 2011) – Im Rahmen eines Praxisworkshops1, der im März 2011 in Frankfurt stattfand, betonte Dr. Marcel Kaiser, Internist und Diabetologe DDG aus Frankfurt, dass bei der Progression eines Diabetes Typ 2 der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem Patienten die nächsten Therapie­schritte planen und ihn dabei begleiten sollte. Bei der Auswahl der individuell besten Therapie sollte – entsprechend den Leitlinien2 – neben einer effektiven Blutzuckersenkung auch auf ein niedriges Hypoglykämierisiko und einen günstigen Einfluss auf das Gewicht geachtet werden. Da GLP-1 Analoga wie Liraglutid (Victoza®) alle diese Forderungen erfüllen, werden sie Kaiser zufolge künftig eine immer größere Bedeutung bei der Therapie von Menschen mit Typ 2 Diabetes erlangen.

 

Bei einem Typ 2 Diabetes schreitet die Betazell-Dysfunktion mit zunehmender Erkrankungsdauer fort und trotz therapeutischer Intervention verschlechtert sich die glykämische Kontrolle. Die Behandlung muss deshalb immer wieder der aktuellen Situation angepasst und zunehmend intensiviert werden. Dabei zeigen Daten von DelPrato et al.3, dass eine Absenkung des HbA1c-Wertes nach Diagnosestellung auf einen Wert unter sieben Prozent zu einer über Jahre hinaus besseren Blutzuckereinstellung führt, als ein längeres Abwarten. Kaiser rief deshalb dazu auf, nicht zu lange aus­schließlich auf Lebensstiländerungen und eine Metformin-Monotherapie zu setzen, sondern rasch weitere Intensivierungsmaßnahmen zu ergreifen.

 

 

Leitliniengerechte Therapie

 

Dieses Vorgehen entspricht auch den aktuellen Leitlinien der DDG2, die eine Intensi­vierung der Therapie vorsieht, wenn der HbA1c-Wert unter Lebensstiländerungen und Metformin nach drei bis sechs Monaten nicht den Zielwert von 6,5 Prozent erreicht. Neben der Blutzuckersenkung spielen in den Leitlinien die Aspekte „Hypoglykämie“ und „Gewicht“ eine immer wichtigere Rolle: In der aktualisierten Version wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Vermeidung von Hypoglykämien eine wesentliche prog­nostische Bedeutung zukommt und dass bei Patienten mit Übergewicht bzw. Adipositas Substanzen zu bevorzugen sind, die eine weitere Gewichtszunahme nicht begünstigen.

 

 

GLP-1 basierte Therapieoptionen

 

Eine Substanz, die alle Forderungen erfüllt, ist Kaiser zufolge das humane-GLP-1 Analogon Liraglutid. GLP-1 ist ein körpereigenes Inkretinhormon, das blutzuckerabhängig die Insulinsekretion verstärkt und die Glukagonsekretion vermindert.4 GLP-1 basierte Therapieoptionen setzen entweder auf die exogene Zufuhr des Hormons (GLP-1 Analoga) oder auf eine Verhinderung des Abbaus von natürlichem GLP-1 (DPP-IV Inhibitoren). Letzteres führt jedoch im Vergleich zu GLP-1 Analoga zu niedrigeren GLP-1-Spiegeln.5,6

 

 

Erste direkte Vergleichstudie Liraglutid vs. DPP-IV Inhibitor

 

Dies schlägt sich auch in den Ergebnissen der von Kaiser präsentierten ersten direkten klinischen Vergleichsstudie7,8 eines GLP-1 Agonisten mit einem DPP-IV Inhibitor nieder. In die Studie eingeschlossen waren 665 Patienten mit Typ 2 Diabetes, die unter Metformin schlecht eingestellt waren. Nach 52 Wochen betrug die HbA1c-Senkung unter Liraglutid (1,2 mg/d) 1,29 Prozent, unter Sitagliptin dagegen nur 0,88 Prozent (p<0,0001). Liraglutid war dem DPP-IV Inhibitor aber nicht nur in Bezug auf die gly­kämische Kontrolle überlegen: Unter Liraglutid erreichten im Vergleich zu Sitagliptin etwa doppelt so viele Patienten den kombinierten Endpunkt aus HbA1c-Wert unter sieben Prozent ohne Gewichtszunahme und Hypoglykämien. Auch beim zweiten kombinierten Endpunkt (HbA1c unter sieben Prozent, keine Gewichtszunahme und systolischer Blut­druck unter 130 mmHg) war Liraglutid dem DPP-IV Inhibitor signifikant überlegen. Außerdem nahm das Körpergewicht* unter Liraglutid im Vergleich zu Sitagliptin signi­fikant stärker ab. Die Verträglichkeit beider Substanzen unterschied sich nicht.

 

 

Vorteile von Liraglutid im Praxisalltag

 

Kaiser machte aus der Sicht des niedergelassenen Arztes weitere Vorteile von Liraglutid deutlich: So ist der Schulungsaufwand bei Therapiebeginn unter dem GLP-1 Analogon sehr viel geringer als bei der Umstellung auf eine intensivierte Insulintherapie. Die Patienten schätzen es außerdem, dass sie ihren Blutzuckerspiegel nicht engmaschig überwachen müssen und dass die einmal tägliche Injektion zu einem beliebigen Zeit­punkt erfolgen kann. „Die Patienten lernen schnell, wie sie mit dem Pen umgehen. Wir nehmen uns viel Zeit, um auf alle Fragen einzugehen“, so Britta Schütt aus dem Praxisteam. Birthe Kemmerling, Oecotrophologin und Diabetesberaterin, betonte den hohen Stellenwert der Ernährungsberatung bei Diabetes. „Auch bei GLP-1 basierter Therapie ist eine entsprechende Aufklärung wichtig – wenn auch die Schulung nicht so umfangreich ist, wie bei Patienten, die Insulin bekommen“, so Kemmerling.

 

Abschließend schilderte Kaiser eine Kasuistik aus der eigenen Praxis: Eine 53-jährige adipöse Patientin mit Typ 2 Diabetes, die unter oraler Therapie mit Metformin und Glimepirid ungenügend eingestellt war (HbA1c 8,8 Prozent) wurde auf Liraglutid um­gestellt. Nach drei Monaten war der HbA1c-Wert auf 6,6 Prozent gesunken und die Patientin, die unter Glimepirid etwa 7 Kilogramm zugenommen hatte, hatte bereits 4,2 Kilogramm verloren.

 

 

Anmerkung

 

* Es ist nach Einschätzung der Autoren der Studie nicht ausgeschlossen, dass das Ergebnis zur Gewichts­ver­änderung und zur Behandlungszufriedenheit durch das offene Studiendesign beeinflusst werden könnte. So könnten die Patienten unterschiedliche Erwartungen an die Gewichtsveränderung und die Behandlungs­zufriedenheit aufgrund der unter­schiedlichen Behandlungen gehabt und daher Empfehlungen zur Lebensweise unter­schiedlich befolgt haben.

 

 

Quellen 

  1. Praxisworkshop Victoza® „Behandlung von Diabetes Typ 2 in der täglichen Praxis“, 30. März 2011, Frankfurt am Main
  2. Matthei S et al. Diabetologie 2010;5 Suppl 2:127-132
  3. DelPrato S et al. Int J Clin Pract. 2005;59:1345-1355
  4. Nauck MA et al. Diabetologia 1993;36:741-744
  5. Degn et al. Diabetes 2004;53:1187-1194
  6. Mari et al. J Clin Endocrinol Metab 2005;90:4888-4894
  7. Pratley RE et al. Lancet 2010;375 (9724):1447-1456
  8. Pratley RE et al. Poster 16-LB, 70th Scientific Sessions der American Diabetes Association (ADA) Juni 2010, Orlando, Florida, USA

 

 

Über Novo Nordisk:

 

Novo Nordisk ist ein international tätiges und forschendes Unternehmen der Gesundheitsbranche mit einer weltweit führenden Position in der Diabetesversorgung. Daneben hält Novo Nordisk führende Stellungen in den Bereichen Blutgerinnung (Hämostase), Wachstumshormon- und Hormonersatztherapie. Dem ganzheitlichen Anspruch „Changing Diabetes® – Diabetes verändern“ entsprechend werden alle Produkte und Aktivitäten in größtmöglicher Verantwortung für Patienten, Ärzte und Gesellschaft konzipiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Dänemark beschäftigt weltweit mehr als 29.300 Mitarbeiter in 76 Ländern, davon rund 600 am deutschen Standort in Mainz. Seine Produkte werden in 179 Ländern vertrieben. Als Aktiengesellschaft ist Novo Nordisk an den Börsen von Kopenhagen und New York gelistet.

 

Weitere Informationen unter www.novonordisk.de

 


 

Quelle: Praxisworkshop Victoza der Firma Novo Nordisk zum Thema “Behandlung von Diabetes Typ 2 in der täglichen Praxis“ am 30.03.2011 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation) (tB).

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