Logopäden verhelfen Parkinson-Patienten zu mehr Lebensqualität

Fortbildung für spezielle Stimmtherapie an der Universität Mainz ist einzigartig in Deutschland

 

Frechen (28. August 2008) – Etwa 240.000 bis 280.000 Menschen leiden in Deutschland an Morbus Parkinson. Meist treten die ersten Symptome im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf, so dass die Zahl der Betroffenen angesichts der Veränderungen der Alterspyramide in Zukunft voraussichtlich noch zunehmen wird. Hauptsymptome sind die Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Akinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Zittern (Tremor).

 90 Prozent der Parkinson-Patienten haben auch Probleme mit dem Sprechen: Die Lautstärke ist stark reduziert, die Stimme monoton und rau, die Artikulation ungenau oder das Sprechtempo viel zu schnell. Zunehmend wird auch die Mimik eingefroren, was die Kommunikation zusätzlich erschwert. "Diese Symptome schränken die Kommunikationsfähigkeit von Parkinson-Patienten stark ein und können so zu sozialem Rückzug und Depression führen", so Thomas Brauer, Vorstandsmitglied des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) und fachlicher Leiter der Lehranstalt für Logopäden am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Deshalb sei eine frühzeitige, gezielte logopädische Therapie außerordentlich wichtig, um die Kommunikationsfähigkeit zu erhalten. "Aufgrund des schleichenden Verlaufs bemerken viele Betroffene ihre leise Stimme selbst nicht", so Brauer. Dies mache die therapeutische Arbeit besonders schwierig.

 

Sehr erfolgreich wird seit einigen Jahren in den USA ein neues logopädisches Therapieverfahren eingesetzt: das Lee-Silverman-Voice-Treatment® (LSVT). Das Schlüsselwort dieser Methode ist: "Sei laut"! Bei frühem Therapiebeginn und kurzer (4 Wochen), hochfrequenter (4 x pro Woche) Übung gelingt es, die Parkinsonpatienten in die Lage zu versetzen, mit normaler Lautstärke im Alltag zu kommunizieren. "Trotz fortschreitender Krankheit hält diese Fähigkeit einschlägigen Studien zufolge zwei Jahre an, sofern die Patienten die Übung beibehalten und ihre Lautstärke mit Hilfe der Logopädin in halbjährlichen Abständen immer wieder auf das richtige Maß bringen", so Thomas Brauer.

 

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie will dazu beitragen, dass auch Parkinsonpatienten in Deutschland von dieser Methode profitieren können. Deshalb bietet er am 13./14. September in der Lehranstalt für Logopäden der Universität Mainz eine entsprechende Fortbildung für Logopäden an. Durchgeführt wird sie von Dr. Cynthia Fox und Angela Halpern, die eigens aus den USA angereist sind. "Dies ist in diesem Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum die einzige Gelegenheit, das Lee-Silverman-Voice-Treatment® zu erlernen, das von der Selbsthilfeorganisation Deutsche Parkinson-Vereinigung empfohlen und deren Wirksamkeit von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) anerkannt wird", so Brauer.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bundesverbands für Logopädie (dbl) vom 28.08.2008.

 

MEDICAL NEWS

Perinatal patients, nurses explain how hospital pandemic policies failed them
Johns Hopkins Medicine expert creates comprehensive guide to new diabetes…
An amyloid link between Parkinson’s disease and melanoma
Ultrasensitive, rapid diagnostic detects Ebola earlier than gold standard test
Paranoia therapy app SlowMo helps people ‘slow down’ and manage…

SCHMERZ PAINCARE

Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern
Wenn Schmerzen nach einer OP chronisch werden
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: Schmerzmediziner, Politiker und…
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2021 – ONLINE: COVID-19-Pandemie belastet Schmerzpatienten…

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ meldet…
Typ-2-Diabetes: Vorteil mit Toujeo® in der Einstellphase – Geringeres Hypoglykämierisiko…
Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes

ERNÄHRUNG

DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…

ONKOLOGIE

Leberkrebs: Bei welchen Patienten wirkt die Immuntherapie?
Konferenzbericht vom virtuellen Münchener Fachpresse-Workshop Supportive Therapie in der Onkologie
Wie neuartige Erreger die Entstehung von Darmkrebs verursachen können
Onkologische Pflegekräfte entwickeln Hörspiel für Kinder: Abenteuer mit Alfons
Krebsüberleben hängt von der Adresse ab

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Salzkonsum reguliert Autoimmunerkrankung
Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?

PARKINSON

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung
Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Covid-19-Prävention: besondere Vorsicht bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…