bite away® von Riemser. Photo: Riemser PharmaLokale Hyperthermie

Einfache und wirksame Hilfe bei Mückenstichen

 

München (22. Juli 2014) – Hausmittel helfen bei Mückenstichen wenig – Juckreiz, Rötung, Schwellung bleiben davon unbeeindruckt. Die lokale Hyperthermie-Behandlung mit bite away® bietet hingegen eine Möglichkeit, solche Symptome zu lindern oder ganz zu verhindern – so das Ergebnis eines Expertengesprächs anlässlich der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München. Auch bei Stichen anderer Insekten, z.B. von Bienen und Wespen, kann die gezielte Wärmebehandlung die Beschwerden lindern.


„Mückenstiche sind häufig und praktisch unvermeidbar. Die Hyperthermie ist eine einfache Möglichkeit, die Folgen in den Griff zu bekommen“, erläuterte Prof. Dr. Marcus Maurer, vom Allergie-Centrum Charité in Berlin. Zur Vermeidung von Mückenstichen wird eine Expositionsprophylaxe, z.B. durch das Meiden von Wasserstellen in der Dämmerung, schützende Kleidung, Moskitonetze und Repellentien, empfohlen. Kommt es doch zum Stich, verursachen Inhaltsstoffe des Insektenspeichels eine Mastzell-Degranulation.

Die Folgen sind Rötung, Ödem, Juckreiz und Infiltratbildung. Darüber hinaus kann es zu Komplikationen wie bakteriellen Superinfektionen nach Aufkratzen und zu Infektionen durch Parasiten im Mückenspeichel kommen. Allergische Reaktionen auf einen Mückenstich sind zwar selten, können aber schwer verlaufen.

 

 

Wirksame Hilfe gegen Mückenstiche

 

Herkömmliche Hausmittel helfen bei Mückenstichen wenig, Kältegele oft nur kurzzeitig. Zudem sei die Wirksamkeit topischer Antihistaminika und Steroide im Gegensatz zur systemischen Applikation wissenschaftlich nicht gut untersucht und bewiesen, so Prof. Maurer. Mit dem bite away® steht erstmals eine geprüfte lokale Behandlungsform bei Mücken- und anderen Insektenstichen zur Verfügung. Die lokale Hyperthermie zeigt für Patienten subjektive Effekte und objektivierbare Symptomminderung. Denn neben Schmerzempfinden und Juckreiz wurden auch Schwellung und Rötung gemessen.

 

In einer offenen Studie [1] wendeten 146 Patienten mit verschiedenen Insektenstichen die lokale Hyperthermie mit bite away® an, 22,6 Prozent der Patienten aufgrund von Mückenstichen. Die Patienten gaben auf visuellen Analogskalen eine Abnahme der Schwellungen von 4 auf 2 Punkte, der Schmerzen von 6 auf 2 Punkte und des Juckreizes von 5 auf 2 Punkte an (jeweils p < 0,0001). Alle Symptome waren nach 10 Minuten nahezu vollständig abgeklungen. Der Juckreiz halbierte sich bei Mücken- wie Wespenstichen durch die lokale Hyperthermie um etwa die Hälfte. Nach Wespenstichen nahm die Schmerzintensität sogar von 7,32 auf 1,03 Punkte ab.

 

„Das ist ein ermutigender therapeutischer Effekt“, erläuterte Maurer die Ergebnisse. Auch eine zweite Studie [2] mit 115 Patienten habe dies bestätigt – 90 Prozent aller Studienteilnehmer hatten über eine Reduktion der Beschwerden nach einem Insektenstich berichtet. Nun müsse man über kontrollierte Studien nachdenken.

 

 

Wirkprinzip wird erforscht

 

Der genaue Wirkmechanismus der lokalen Hyperthermie zur Therapie von Insektenstichen ist noch nicht bekannt. Maurer und sein Team führen derzeit mit Unterstützung durch Riemser grundlegende Studien zum Wirkmechanismus von Hyperthermie bei Stichreaktionen durch. Der Experte favorisiert eine modulierende Wirkung der Hyperthermie auf die Mastzellen, denkbar sei aber auch ein spezifischer Effekt auf bestimmte Hautnerven. Diskutiert werde zudem, dass Bestandteile des Mückenspeichels durch die Wärme verändert werden, oder eine Induktion von Heat-Shock-Proteinen die Reaktionen auf Speichelbestandteile moduliert.

 

„Wenn wir den Wirkmechanismus besser verstehen und die Hyperthermie ein ganz allgemein antiinflammatorisches Wirkprinzip ist, könnten wir sie zukünftig vielleicht noch in ganz anderen Gebieten einsetzen“, hofft Maurer. Aktuell wird die lokale Hyperthermie bei Insektenstichen (z.B. bite away®) und bei Herpes-simplex-Infektionen (Herpotherm®) angewendet.

 

 

Einfache Anwendung

 

Der bite away® ist ein zertifiziertes Medizinprodukt, das über einen integrierten Mikroprozessor Temperaturen in einem Bereich von 50 bis 53°C erzeugt und diese, je nach Einstellung, über 3 oder 6 Sekunden aufrechterhält. „Die Anwendung ist kinderleicht“, betonte Maurer. Die Heizfläche wird leicht auf den Stich gedrückt und die jeweilige Heiztaste betätigt. Eine LED leuchtet auf, sobald die Behandlungstemperatur erreicht ist, und erlischt, wenn das Gerät entfernt werden kann. Hautschäden wurden weder bei Erwachsenen noch bei Kindern beobachtet.

 

Eine möglichst baldige Anwendung nach dem Stich optimiert die Wirkung. Auch eine mehrfache Anwendung sei möglich und könne z.B. bei Bienen- und Wespenstichen den Effekt der Behandlung weiter verbessern. Die Drei-Sekunden-Anwendung wird für Kinder und Erwachsene mit empfindlicher Haut empfohlen, die Sechs-Sekunden-Anwendung für Erwachsene und bei größeren Insekten.

 

 

Abbildungen

 

 

Abb.1: NIS Herpes labialis – Behandlungserfolg: Bewertung des Behandlungserfolges durch die an der NIS zu Herpes labialis teilnehmenden Patienten (Herpotherm-Gruppe: N=51, Aciclovir-Gruppe: N=52). Graphik: Riemser Pharma 

 

Abb.1: NIS Herpes labialis – Behandlungserfolg: Bewertung des Behandlungserfolges durch die an der NIS zu Herpes labialis teilnehmenden Patienten (Herpotherm-Gruppe: N=51, Aciclovir-Gruppe: N=52). Graphik: Riemser Pharma

 

 

Abb. 2: NIS Herpes labialis – Lebensqualität: Besserung der Lebensqualität über den Beobachtungszeitraum der NIS zu Herpes labialis. Gezeigt ist die Abnahme des NAS-Werts (Numerische Analog Skala: 0 = kein Empfinden, 9 = schlimmstes vorstellbares Empfinden/ Herpotherm-Gruppe: N=51, Aciclovir-Gruppe: N=52). Graphik: Riemser Pharma 

 

Abb. 2: NIS Herpes labialis – Lebensqualität: Besserung der Lebensqualität über den Beobachtungszeitraum der NIS zu Herpes labialis. Gezeigt ist die Abnahme des NAS-Werts (Numerische Analog Skala: 0 = kein Empfinden, 9 = schlimmstes vorstellbares Empfinden/ Herpotherm-Gruppe: N=51, Aciclovir-Gruppe: N=52). Graphik: Riemser Pharma

 

 

Abb.3: NIS Herpes genitalis – Behandlungserfolg: Entwicklung von Vesikulae und Beschwerdesymptomatik im Beobachtungszeitraum der NIS zu Herpes genitalis. *Bei den Angaben in Visite 5 handelt es sich um Rezidive. Graphik: Riemser Pharma 

 

Abb.3: NIS Herpes genitalis – Behandlungserfolg: Entwicklung von Vesikulae und Beschwerdesymptomatik im Beobachtungszeitraum der NIS zu Herpes genitalis. *Bei den Angaben in Visite 5 handelt es sich um Rezidive. Graphik: Riemser Pharma

 

 

Abb.4: NIS Rettungsdienst – Behandlungserfolg: Rückgang der Symptomatik (Schwellung/Schmerzen/Juckreiz) im Rahmen der bite away NIS im Rettungsdienst. Graphik: Riemser Pharma 

 

Abb.4: NIS Rettungsdienst – Behandlungserfolg: Rückgang der Symptomatik (Schwellung/Schmerzen/Juckreiz) im Rahmen der bite away NIS im Rettungsdienst. Graphik: Riemser Pharma

 

 

Literatur 

  1. Müller C et al. Clin Cosmet Investig Dermatol 2011; 4: 191-196
  2. bite away®-Anwendungsbeobachtung II-III/2011, data on file

 


 

Quelle: Riemser Pharma, 22.07.2014 (tB).

MEDICAL NEWS

New guidance to prevent the tragedy of unrecognized esophageal intubation
Overly restrictive salt intake may worsen outcomes for common form…
COVID-19 vaccines are estimated to have prevanented 20 million deaths…
Novel sleep education learning modules developed for nurse practitioners
Scientists discover how salt in tumours could help diagnose and…

SCHMERZ PAINCARE

Aktuelle Versorgungssituation der Opioidtherapie im Fokus
Individuelle Schmerztherapie mit Opioiden: Patienten im Mittelpunkt
Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…

DIABETES

Menschen mit Diabetes während der Corona-Pandemie unterversorgt? Studie zeigt auffällige…
Suliqua® zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT
„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Kaltplasma bei diabetischem Fußsyndrom wirkt via Wachstumsfaktoren
Typ-1-Diabetes: InRange – auf die Zeit im Zielbereich kommt es…

ERNÄHRUNG

Gesunde Ernährung: „Nicht das Salz und nicht das Fett verteufeln“
Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?

ONKOLOGIE

Nahrungsergänzungsmittel während der Krebstherapie: Es braucht mehr Bewusstsein für mögliche…
Fusobakterien und Krebs
Fortgeschrittenes Zervixkarzinom: Pembrolizumab verlängert Leben
Krebspatienten unter Immuntherapie: Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko für schwere…
Aktuelle Kongressdaten zum metastasierten Mammakarzinom und kolorektalen Karzinom sowie Neues…

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose: Analysen aus Münster erhärten Verdacht gegen das Epstein-Barr-Virus
Aktuelle Daten zu Novartis Ofatumumab und Siponimod bestätigen Vorteil des…
Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…