Lungenkrebs:

Atmung erschwert zielgenaue Bestrahlung

 

Hamburg (23. Juli 2008) – Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Eine der wichtigsten Behandlungsmethoden – neben der Operation und Chemotherapie – ist die Bestrahlung. Dabei müssen die hochenergetischen Strahlen exakt auf die Krebszellen ausgerichtet werden, um diese wirksam zu zerstören. Die Lunge und damit auch der Tumor bleiben aufgrund der Atmung jedoch nicht an einer festen Position, so dass leicht auch gesundes Gewebe durch die Strahlen geschädigt wird. Wissenschaftler am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wollen jetzt konkrete Empfehlungen erarbeiten, wie Lungentumoren trotz der Atembewegung verbessert bestrahlt werden können. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 117.600 Euro.

 

 

Moderne Bestrahlungstechniken sind heute in der Lage, mit einer sehr hohen Genauigkeit die gewünschte Strahlendosis in den Tumor einzubringen. Hierzu ist aber eine genaue Kenntnis dessen Position notwendig. Diese ist jedoch bei Tumoren im Oberkörper – insbesondere bei Lungenkarzinomen – aufgrund der Atmung nur schwer berechenbar. "Die atmungsbedingte Tumorbewegung ist noch immer ein Problem der Hochpräzisions-Bestrahlung", sagt der Projektleiter Professor Dr. Heinz Handels, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts untersucht der Wissenschaftler zunächst, welchen Einfluss die Atmung auf die Verteilung der Strahlendosis in Lungenkarzinomen hat und wie stark gesundes Gewebe dabei beeinträchtigt wird. Darauf aufbauend soll unter anderem analysiert werden, wie groß die Sicherheitssäume um den atmungsbewegten Tumor sein müssen, um diesen bei reduzierter Belastung des gesunden Gewebes gleichmäßig bestrahlen zu können. "Außerdem wollen wir untersuchen, inwieweit die Dosisverteilung durch eine atemgetriggerte Bestrahlungstechnik verbessert werden kann. Bei dieser neuen Technik wird der Tumor nur in ausgewählten Atempausen bestrahlt", erläutert Handels. Grundlage der Untersuchungen bilden sehr komplexe, vierdimensionale Bilddaten, welche die inneren Organe in 14 verschiedenen Atemphasen abbilden und somit die räumliche Bewegung des Tumors und der Lunge erfassbar machen.

"Lungentumoren werden sehr spät erkannt, da es kaum Möglichkeiten zur Früherkennung gibt. Die Heilungschancen sind dementsprechend meist nicht gut", erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. "Dieses Forschungsprojekt hat daher eine hohe Relevanz. Es wird dazu beitragen, die Therapie bei dieser Krebserkrankung zu verbessern."

Lungenkrebs
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 33.000 Männer und 13.200 Frauen neu an einem Lungenkarzinom. Die Hauptursache ist das Rauchen. Bislang gibt es keinen Nachweis für die Wirksamkeit von Früherkennungsuntersuchungen bei Lungenkrebs. Die Therapie des Tumors hängt von der Art der Krebszellen ab: Schnell wachsende, kleinzellige Formen werden chemo-, fallweise auch strahlentherapeutisch behandelt. Nicht kleinzellige Tumoren werden chirurgisch entfernt, wenn die Krebszellen noch nicht im Körper gestreut haben. In fortgeschrittenen Stadien kommen ebenfalls Chemo- und Strahlentherapie in Frage. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen kostenlosen Ratgeber zum Thema Lungenkrebs heraus. Dieser kann kostenlos bestellt werden bei Deutsche Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn und unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.


Quelle: Pressemeldung der Deutschen Krebshilfe e.V. vom 23.07.2008.

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…
DBfK: Besondere Rolle für Pflegeexpert/innen Schmerz – nicht nur in…

DIABETES

“Körperstolz”: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Finanzierung der ambulanten Krebsberatung weiterhin nicht gesichert
Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…