Lymphomtherapie: News vom ASH 2007

Die ersten 10 Jahre MabThera®: Jetzt geht´s ums Überleben!

Frankfurt am Main (17. Januar 2008) – Der monoklonale Antikörper Rituximab (MabThera®) hat die Therapie der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) revolutioniert. 10 Jahre nach seiner Erstzulassung ist MabThera® heute aus der Lymphomtherapie nicht mehr wegzudenken und inzwischen zur Standardtherapie bei der Behandlung aggressiver und follikulärer Lymphome geworden. Wo früher wenig Hoffnung für Patienten bestand, sind heute Überleben und Heilung etablierte Therapieziele in der Behandlung von Lymphompatienten. Der weltweit größte hämatologische Fachkongress der American Society of Hematology, der ASH, unterstrich einmal mehr die Ausnahme­stellung von MabThera®. Annähernd die Hälfte der dort eingereichten Präsentationen und Abstracts drehten sich um MabThera® und seinen Einsatz.

Ein Jahrzehnt Antikörpertherapie mit MabThera®

Mit der Zulassung im Jahr 1998 war MabThera® die erste Neueinführung eines Medikaments zur Therapie der Non-Hodgkin-Lymphome seit über 12 Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Diagnose „Lymphom“ für viele Patienten ein sicheres Todesurteil. Durch den Einsatz von MabThera®, das in Kombination mit einer Chemotherapie verabreicht wird, hat sich seitdem die Prognose vieler Patienten mit NHL verbessert. Und die Bilanz von MabThera® liest sich in der Tat eindrucksvoll:

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Der Antikörper Mabthera(R) dockt an entartete B-Lymphozyten an. Photos: Roche Pharma AG

Fast doppelt so viele Patienten mit aggressivem Lymphom als früher können mit einer Kombination aus MabThera® und einer Chemotherapie geheilt werden.

Bei Patienten mit follikulären Lymphomen wird durch die MabThera®-Therapie zumindest eine deutliche Verlängerung des Überlebens erreicht. Eine tödliche Erkrankung ist chronisch geworden, und die Aussicht auf Heilung scheint – nach Expertenmeinung – in greifbare Nähe gerückt.

So hat MabThera® durch seinen einzigartigen Wirkmechanis­mus, der bei der Vernichtung der Krebszellen auf das Immun­system des Patienten zurückgreift, die Behandlung von Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphomen und anderen bösartigen CD20+-Erkrankungen revolutioniert.  

Aggressive Lymphome: Bessere Heilungschancen

Der weltweit anerkannte Lymphomexperte Professor Dr.  Michael Pfreundschuh von der Universität Homburg/Saar unterstrich in Atlanta/Georgia die Bedeutung der Immunchemotherapie mit MabThera®: „Rituximab ist beim aggressiven Lymphom der etablierte Standard und hat bei allen B-Zell-Lymphomen, bei denen er bisher geprüft wurde, eine erhebliche Verbesserung der Therapieergebnisse gebracht.“ Große randomisierte Studien haben gezeigt, dass durch die Kombination mit MabThera® mehr Patienten geheilt werden als durch Chemotherapie allein (1-5). In einer Studie konnte durch die Kombination mit MabThera® ein 3-Jahres-Gesamtüberleben von 78 Prozent erzielt werden – das sind die besten Ergebnisse, die bei älteren Patienten mit aggressivem NHL je erreicht wurden4. Wie Pfreundschuh auf dem ASH anhand eigener Daten aus einer neuen Studie berichtete, könnten die Heilungsraten bei Patienten mit aggressivem Lymphom und schlechter Prognose in Zukunft durch ein dosisdichtes Regime mit MabThera® noch weiter steigen (6). 

Follikuläres Lymphom: Länger leben in allen LinienDas Immunsystem wird aktiviert und vernichtet die entarteten Zellen.

Auch in der Behandlung follikulärer Lymphome ist MabThera® nicht mehr wegzudenken, wie der Leiter der Deutschen Studien­gruppe für niedrigmaligne Lymphome (GLSG), Professor Dr. Wolfgang Hiddemann von der Universität München, betonte: „In den letzten 10 Jahren hat sich bei der Behandlung von Patienten mit follikulären Lymphomen sehr viel getan – alle großen randomisierten Studien (7-10) haben klar belegt, dass die Verlängerung des Gesamt­überlebens bei diesen Patienten Rituximab zu verdanken ist.“ Auf dem ASH wurden Daten einer neuen Metaanalyse vorgestellt, die belegen, dass das Sterberisiko durch eine Erhaltungs­therapie mit MabThera® halbiert wird (11). Fast alle Patienten, die MabThera® als Induktions­therapie erhalten, sprechen auf die Erhaltungs­therapie an. Kehrt die Krankheit zurück, dann kann sie in vielen Fällen mit MabThera® wieder zurückgedrängt werden. Hatten solche Patienten vor der Einführung von MabThera® eine mittlere Überlebenserwartung von 5-10 Jahren, ist das follikuläre Lymphom mittlerweile zu einer chronischen Erkrankung geworden. „Rituximab plus Chemotherapie zur Remissions­induktion, dann Rituximab als Monotherapeutikum zur Remissionserhaltung – das ist heute der absolute Standard bei der Therapie des follikuären Lymphoms“, so Hiddemann. Es zeigt sich, dass auch längst Standard gewordene Therapien durch intelligente Konzepte, wie beispielsweise die Erhaltungstherapie, durchaus noch effizienter werden können. 

Zulassungserweiterung für MabThera® wird im Februar 2008 erwartet

Die Erfolgsgeschichte von MabThera® geht weiter: Für Februar 2008 wird die Erweiterung der Zulassung der Erstlinien­behandlung des follikulären Lymphoms erwartet. Die EMEA trägt damit dem – in 4 unabhängigen Studien – gezeigten Überlebensvorteil einer Kombination aus Chemotherapie und MabThera-Therapie Rechnung.   

Quellen

  1. Coiffier B et al. Long-term results of the GELA study comparing R-CHOP and CHOP chemotherapy in older patients with diffuse large B-cell lymphoma shows good survival in poor-risk patients [abstract]. Proc ASCO 2007; 25: 443a
  2. Habermann T et al. Rituximab-CHOP versus CHOP alone or with maintenance rituximab in older patients with diffuse large B-cell lymphoma. J Clin Oncol 2006; 24: 3121-3127
  3. Pfreundschuh M et al. CHOP-like chemotherapy plus rituximab versus CHOP-like chemotherapy alone in young patients with good-prognosis diffuse large B-cell lymphoma: a randomised controlled trial by the MabThera International Trial (MinT) Group. Lancet Oncol 2006; 7: 379-89
  4. Pfreundschuh M et al. Six vs. eight cycles of biweekly CHOP-14 with or without rituximab for elderly patients with diffuse large B-cell lymphoma (DLBCL): results of the completed RICOVER-60 trial of the German High-Grade Non-Hodgkin Lymphoma Study Group (DSHNHL) [abstract]. Blood 2006; 107: 205
  5. Sehn LH et al. Introduction of combined CHOP plus rituximab therapy dramatically improved outcome of diffuse large B-cell lymphoma in British Columbia. J Clin Oncol 2005: 23: 5027-5033
  6. Pfreundschuh M et al., ASH 2007, Abstract 789.
  7. Marcus R et al. CVP chemotherapy plus rituximab compared with CVP as first-line treatment for advanced follicular lymphoma. Blood 2005; 105: 1417-1423
  8. Hiddemann W et al. Frontline therapy with rituximab added to the combination of cyclophosphamide, doxorubicin, vincristine, and prednisone (CHOP) significantly improves the outcome for patients with advanced-stage follicular lymphoma compared with therapy with CHOP alone: results of a prospective randomized study of the German Low-Grade Lymphoma Study Group. Blood 2005; 106: 3725-3732
  9. Herold M et al. Rituximab added to first-line mitoxantrone, chlorambucil, and prednisolone chemotherapy followed by interferon maintenance prolongs survival in patients with advanced follicular lymphoma: an East German Study Group Hematology and Oncology Study. J Clin Oncol 2007; 25: 1986-1992
  10. Salles G et al. Rituximab added to alpha IFN+CHVP improves the outcome of follicular lymphoma patients with a high tumor burden: first analysis of the GELA-GOELAMS FL-2000 randomized trial in 359 patients [abstract]. Blood 2004; 104: 160a und Update (Final Analysis): Salles G et al., ASH 2007, Abstract 792
  11. Vidal L, Gafter-Gvili A, Dreyling M et al. ASH 2007, Abstract 3408. 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Lymphomtherapie: News vom ASH 2007. Die ersten 10 Jahre MabThera®: Jetzt geht´s ums Überleben!“ am 17.01.2008 in Frankfurt am Main (3K-Agentur für Kommunikation GmbH).

  

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