20100-bvmed-bilderwelt-wundversorgung-knoechel. Photo und Copyright: bvmed.deBVMed fordert Pflege- und Qualitätsoffensive

MDS-Bericht zeigt Mängel bei der Versorgung chronischer Wunden in der Krankenpflege

Berlin (12. Februar 2018) – Die Versorgung chronischer Wunden in der stationären und häuslichen Pflege ist oft unzureichend und entspricht nicht dem aktuellen Expertenstandard zur Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) aufgrund der Ergebnisse des aktuellen Pflegeberichts des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Demnach wurden im Jahr 2016 bei Patienten mit chronischen Wunden in der stationären Pflege bei rund einem Viertel (24,4 Prozent) die erforderlichen Maßnahmen nicht nach dem aktuellen Stand des Wissens ausgeführt.

Die Mängel betreffen nach dem MDS-Bericht beispielsweise die Druckentlastung bei Patienten mit Dekubitus oder hygienische Standards. Der Wert hat sich nach Angaben des MDS im Vergleich zum vorherigen Bericht verschlechtert. Bei den zu Hause Gepflegten erfolgte bei rund 13 Prozent nicht die nötige Druckentlastung, Kompression oder phasengerechte, hydroaktive Wundabdeckung einer chronischen Wunde.

"Diese Zahlen sind deshalb alarmierend, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre eindeutig belegen, dass eine an Standards orientierte Versorgung den Patienten spürbar hilft und erheblich zur Heilung beiträgt", so Daniela Piossek, Leiterin des Referats Ambulanter Gesundheitsmarkt beim BVMed. So hätten beispielsweise phasengerechte, hydroaktive Wundauflagen für chronische Wunden ihren Nutzen in Studien unter Beweis gestellt. "Diese Erkenntnisse müssen noch weiter durchdringen", so Piossek. "So sollte dem Pflegefachpersonal beispielsweise durch qualifizierte Fortbildungen sowie angemessene Arbeitsbedingungen und Vergütung verstärkt die Chance gegeben werden, Expertenstandards auch in der Praxis umzusetzen."

Der BVMed weist auf ein weiteres Problem hin: "Von der stationären und häuslichen Pflege sind oft auch Menschen betroffen, die sich nicht mehr gut selbst bewegen können und die ihre Bedürfnisse nur eingeschränkt äußern können. Hier ist eine besondere Kontrolle der Qualitätsstandards erforderlich, um diese Patienten nicht schlechter als andere zu stellen."

Der BVMed unterstützt deshalb die von der Initiative Chronische Wunden (ICW) geforderte bessere finanzielle Ausstattung des Pflegesektors sowie den in Kooperation mit dem Deutschen Wundrat einberufenen Expertenrat, der nötige Strukturen für das Wundmanagement definieren und Vertretern der Politik zur Entscheidung vorlegen soll.


Quelle: Bundesverband Medizintechnologie (BVMed, 12.02.2018 (tB).

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