Medizin

Neuro-Musiktherapie

Mit Tönen gegen das Tönen – Musiktherapie bei akutem Tinnitus

  • Studienergebnisse von Heidelberger Forschern bestätigen, dass die Behandlung durch Neuro-Musiktherapie auch im Akutstadium eines Tinnitus Erfolg verspricht

Heidelberg (12. März 2019) - Tinnitus ist die Wahrnehmung eines störenden Tones oder eines unangenehmen Rauschens ohne äußere Schallquelle. Von einem akuten Tinnitus spricht man, wenn der Tinnitus noch nicht länger als drei Monate besteht. Ohrgeräusche gehören mittlerweile zu den häufigsten Symptomen im HNO-medizinischen Bereich. Für die Behandlung des akuten Tinnitus gibt es derzeit nur wenige wissenschaftlich überprüfte Therapiemöglichkeiten. Das Therapiespektrum wurde nun um die Neuro-Musiktherapie erweitert.

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)

Vorhofflimmern rechtzeitig erkennen dank Smartwatch

Berlin (12. März 2019) - Vorhofflimmern kann von kommerziell erhältlichen Smartwatches korrekt erkannt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Greifswald und Wissenschaftlern des Universitätsspitals Basel. Zukünftig könnten elektronische Armbanduhren daher eingesetzt werden, um den Herzrhythmus von Patienten mit einem erhöhten Risiko bequem und regelmäßig zu überwachen. Vorhofflimmern könnte so früher entdeckt und dadurch das Risiko für einen Schlaganfall deutlich reduziert werden.

Robert Koch InstitutRobert Koch-Institut

Auswertung von Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch

Berlin (7. Februar 2019) - Mit der Anti­biotika-Resistenz-Surveil­lance (ARS) und der Antibiotika-Verbrauchs-Surveil­lance (AVS) sind zwei Surveillance­systeme im Sinne der Deut­schen Anti­biotika­resis­tenz­stra­tegie DART am RKI eta­bliert, seit 2008 bzw. 2014. Teil­nehmer sind bei ARS Labo­rato­rien und bei AVS Kran­ken­häuser. Kran­ken­häusern kommt eine beson­dere Be­deu­tung für die Um­setzung von Antibiotic Stewardship-Maß­nahmen zu. Sie sind nach § 23 Abs. 4 Infek­tions­schutz­gesetz auf­gefordert "[…] Art und Um­fang des Anti­biotika-Ver­brauchs fort­laufend in zu­sammen­gefasster Form [aufzu­zeichnen], unter Berück­sich­tigung der lokalen Resis­tenz­situation [zu bewerten] und sach­gerechte Schluss­folge­rungen [zu ziehen] […]". Die ge­for­derte Zu­sammen­schau der Daten zu Anti­biotika-Ver­brauch und -Resis­tenz ist eine Heraus­forderung. Sie ist mit den Daten aus AVS und ARS möglich, konnte jedoch bisher nicht stan­dar­disiert durch­geführt wer­den. Im Epi­demio­logischen Bul­letin 6/2019 stellen RKI-Wissen­schaft­ler ARVIA vor, die "ARS und AVS inte­grierte Ana­lyse". ARVIA steht nach einer Pilot­phase seit Anfang 2019 allen Kranken­häusern zur Ver­fügung.

63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung

Ein Jahr Blutungsprophylaxe mit Hemlibra: 
Bispezifischer Antikörper eröffnet neue Dimension bei der Behandlung von Hämophilie A

  • Hocheffizienter Blutungsschutz in HAVEN-Studienprogramm bestätigt
  • HAVEN 3: Drei von vier Kindern erleiden keine einzige behandlungsbedürftige Blutung
  • Positives Sicherheitsprofil: Chirurgische Eingriffe unter Hemlibra-Prophylaxe gut handhabbar

Berlin (1. März 2019) - Der bispezifische monoklonale Antikörper Hemlibra®▼(Emicizumab) ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Hämophilie A eine hoch effektive Blutungsprophylaxe. Nach aktuellen Daten aus dem HAVEN-Studienprogramm lässt sich die Blutungskontrolle bei Patienten mit Hämophilie A ohne Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktor VIII im Vergleich zur Prophylaxe mit einem Faktor VIII-Präparat signifikant und klinisch relevant verbessern. Dabei hat Hemlibra in den HAVEN-Studien den Vorteil einer anwenderfreundlichen subkutanen Injektion in ein, zwei und vierwöchentlichem Intervall unter Beweis gestellt. In Übereinstimmung mit den HAVEN-Studien, haben im ersten Jahr klinische Erfahrungen das gute Sicherheitsprofil der Antikörper-Prophylaxe bestätigt. Vor diesem Hintergrund haben HämophilieBehandler bei der 63. Jahrestagung der Gesellschaft für Thrombose und Hämatoseforschung (GTH) positive Bilanz gezogen: „Emicizumab kann die Routineprophylaxe von Patienten mit Hämophilie A unabhängig von der Anwesenheit von Inhibitoren deutlich verbessern,“ kommentierte Prof. Dr. Johannes Oldenburg, Leiter klinische Prüfung der HAVEN 1-Studie und Leiter des Hämophilie-Zentrums am Universitätsklinikum Bonn.  

Für Vergleich mit bisheriger risikobasierter Strategie fehlen aussagekräftige Studien

B-Streptokokken-Test für Schwangere:
Vorteil von universellem Screening weiter unklar

Köln (5. Februar 2019) - Streptokokken der serologischen Gruppe B sind weit verbreitete Bakterien, die aber meist unbemerkt bleiben. Das gilt auch für die knapp 20 % der Schwangeren, bei denen Scheide oder Anus besiedelt sind. Ein Risiko sind die Bakterien aber für die Babys: Stecken sie sich bei der Geburt an, kann das im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung oder eine Hirnhautentzündung auslösen. Um dem vorzubeugen, bekommen Schwangere, bei denen bestimmte Risikofaktoren vorliegen, kurz vor der Geburt Antibiotika (Risiko-Strategie). Allerdings ist auch ein Test auf dem Markt, den man allen Schwangeren anbieten könnte (Test-Strategie). Damit könnte man auch diejenigen Schwangeren finden, die keinen Risikofaktor, aber dennoch B-Streptokokken aufweisen.