Grundbausteine eines New Deal für die Zukunft der Gesundheit

Mehr Integration, mehr Prävention

 

Gelsenkirchen (12. März 2010) – Neue integrative Konzepte sollen die Gesundheitsversorgung der Zukunft sicherstellen: traditionelle Angebote – vom Haus- oder Facharzt über die Apotheke, die Behandlung im Krankenhaus, den Pflegedienst bis zum Hospiz – werden im Zukunftsmodell sektorübergreifend verbunden und koordiniert, um Qualität und Effizienz zu verbessern. "Ein solcher New Deal kann mehr Wohlfahrt für die breite Bevölkerung schaffen, wir müssen aber auch die Voraussetzungen schaffen und Arbeit und Qualifizierung im Gesundheitsbereich entsprechend weiterentwickeln", forderte PD Dr. Josef Hilbert, Direktor des Instituts Arbeit und Technik (IAT/FH Gelsenkirchen), auf dem Gesundheitskongress des Westens 2010 in Essen.

 

Der Schub für eine integrierte Lösung gelinge nur unter Einbeziehung der Patienten, zumal die integrierten Gesundheitskonzepte verstärkt auf Prävention setzen und die Versorgung von chronischen oder Mehrfach-Erkrankungen verstärkte Aufmerksamkeit erfordert. Technik und Telematik sollten schneller und breiter genutzt werden, nicht als Ersatz, sondern als Hilfe für die Arbeit, so Hilbert.

Probleme der Umsetzung anspruchsvoller integrierter Lösungen sieht Hilbert nicht zuletzt in Qualifikationsengpässen, aber auch in den geringen finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten der Kassen. Auch die Akzeptanz bei Patienten und Kunden sei keineswegs überall vorhanden; High-Tech-Lösungen stoßen auf Vorbehalte, oft auch bei etabliertem Personal und bei Kostenträgern. Mehr Integration, Prävention und Technik erfordern Konsequenzen für Arbeit und Qualifizierung, forderte Hilbert. Denn Pflege- und Ärztepersonal werden knapp – die Gesundheitsberufe müssen attraktiver werden, etwa durch einen neuen Professionenmix aus Medizin, Pflege und sonstigen nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen. Auszubauen sind v.a. Qualifizierungen bei organisatorischen, kommunikativen und präventiven Kompetenzen.

 


 

Quelle: Presseinformation Institut Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen vom 12.03.2010 (tB).

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