Abb.: Der Kommunikations-Mix ist entscheidend: Ein OP-Team an der Arbeit. Foto: Pascal GuglerMehr sachbezogene Kommunikation im Operations-Team

Smalltalk im OP kann Patienten gefährden

 

Bern, Schweiz (13. Oktober 2015) – Mehr sachbezogene Kommunikation im Operations-Team senkt das Wundinfektions-Risiko für den Patienten. So lautet das Ergebnis einer soeben im British Journal of Surgery veröffentlichten Studie des Inselspitals Bern und der Universität Neuenburg (Schweiz). Auf Initiative der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Inselspitals Bern haben Fachleute des Instituts für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Neuenburg und des Instituts für Psychologie der Universität Bern von 2010 bis 2013 während 167 Operationen am offenen Bauch die Gespräche im Berner OP-Team beobachtet und analysiert. Die Analysedaten aus den Eingriffen, welche im Durchschnitt 4,6 Stunden dauerten, wurden danach mit den dokumentierten Wundinfektionen gemäss Standards der Fachorganisation Swiss NOSO verglichen.

Das Ergebnis: Mehr fallrelevante Kommunikation während der gesamten Operation hatte weniger Wundinfektionen zur Folge. Zu viel Smalltalk während des Verschliessens der Operationswunde bedeutete dagegen eine höhere Infektionsrate.

Wundinfektionen nach operativen Eingriffen treten vor allem im Bauchbereich relativ häufig auf (Schweizer Durchschnitt: 13.8%) und haben längere Spitalaufenthalte und damit auch höhere Kosten zur Folge. Hauptrisikofaktoren sind der Zustand des Patienten und die Art und Dauer der Operation. Beides lässt sich vom OP-Team nicht oder nur bedingt beeinflussen. Es gibt aber qualitative Elemente wie Ablenkung und Lärm während der OP, die sich steuern lassen. Die Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Inselspitals Bern forscht und publiziert zu diesem Thema seit Jahren.


Link zur Originalstudie (englisch)

 

 

Weitere Informationen

 

 

 

 

Abb. oben: Der Kommunikations-Mix ist entscheidend: Ein OP-Team an der Arbeit. Foto: Pascal Gugler

 

 


Quelle: Universitätsspital Bern, 13.10.2015 (tB):

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