Mehr Transparenz am Arbeitsmarkt

Vielfältige Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben

 

Düsseldorf (18. März 2013) – Welche Unterschiede gibt es zwischen Frauen und Männern im Arbeitsleben, etwa beim monatlichen Gehalt in den einzelnen Berufen, bei den Extras wie z. B. Sonderzahlungen, bei der Weiterbildung oder bei den Aufstiegschancen? Mit dem Internetportal www.frauenlohnspiegel.de unternimmt das WSI-Tarifarchiv seit einigen Jahren den Versuch, mehr Transparenz in die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Frauen (und Männern) zu bringen und hat dazu zahlreiche Studien vorgelegt.* Einige Schlaglichter aus den aktuellsten Daten belegen, dass es immer noch vielfältige Benachteiligungen von Frauen im Erwerbsleben gibt.

 

 

Datensatz

 

Basis der Analysen des Frauenlohnspiegels ist der Online-Fragebogen, der von den Besucherinnen und Besuchern auf der Website ausgefüllt werden kann. Im vergangenen Jahr haben dies rund 16.000 Personen getan, darunter gut 5.600 Frauen. Wir haben den Datensatz des Jahres 2012 nach verschiedenen Krite-rien ausgewertet.

 

 

Entgelt – Gender Pay Gap

 

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen liegt in Deutschland bei gleicher Arbeitszeit rund 21 Prozent unter dem der Männer. Dies deckt sich in etwa mit den Ergebnissen der amtlichen Verdienststatistik. Bei jüngeren Frauen zwischen 25 und 30 Jahren liegt der Abstand bei 15 Prozent, bei Frauen zwischen 36 und 40 Jahren beträgt er 19 Prozent und in der Altersgruppe zwischen 51 und 55 Jahren erreicht er gut 25 Prozent.

 

 

Berufe

 

Der Einkommensrückstand von Frauen lässt sich über die große Mehrzahl der Berufe beobachten. Das reicht von 3 Prozent bei den Technischen Zeichner/innen über 9 Prozent bei Jurist/innen, 13 Prozent bei Bürokaufleuten, 14 Prozent bei Diplom-Kaufleuten,16 Prozent bei Hotelangestellten, 18 Prozent bei Chemielaboranten/innen, 28 Prozent bei Versicherungskaufleuten bis zu 31 Prozent bei Zahntechniker/innen. Nur in wenigen Berufen liegt das Einkommen der Frauen über dem der Männer. So verdienen Informatikerinnen immerhin 5 Prozent mehr als ihre Kollegen (siehe Übersicht).

 

 

Sonderzahlungen

 

Nicht nur beim monatlichen Gehalt, sondern auch bei den Sonderzahlungen haben die Frauen das Nachsehen: Fast 57 Prozent der Männer haben nach eigenen Angaben eine Sonderzahlung in Form eines Weihnachtsgeldes erhalten, Frauen dagegen nur zu rund 52 Prozent. Männer bekamen zu gut 50 Pro-zent ein Urlaubsgeld, Frauen dagegen nur zu 39 Prozent. Männer erhielten zu 21 Prozent eine Gewinnbeteiligung, Frauen dagegen zu 11 Prozent.

 

 

Weiterbildung und Beförderung

 

Während fast die Hälfte der Männer angaben, im letzten Jahr von ihrem Arbeit-geber eine Weiterbildung bekommen zu haben, sind es bei den Frauen mit gut 45 Prozent etwas weniger. Frauen gaben dagegen öfter an, im letzten Jahr eine Weiterbildung selbst finanziert zu haben, nämlich 20 Prozent gegenüber knapp 16 Prozent bei den Männern. Rund 20 Prozent der Frauen, aber knapp 31 Prozent der Männer geben an, dass sie in dem Betrieb, in dem sie arbeiten, einmal befördert worden sind.

 

 

Führungskräfte

 

28 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss haben eine Führungsposition. Bei den Männern sind es 43 Prozent. Weibliche Führungskräfte erhalten auch bei gleicher Hierarchiestufe ein deutlich geringeres Gehalt. Frauen mit Hoch-schulabschluss erhalten als (Haupt-)Abteilungsleiterinnen ein Gehalt, das im Schnitt 21 Prozent unter dem von Männern in derselben Position liegt.

 

 

Das Projekt

 

Seit dem Start des Projekts im Jahre 2004 haben sich rund 200.000 Beschäftig-te an der Umfrage beteiligt. Der Gehalts-Check bietet Daten zu 354 Berufen. Das Projekt „LohnSpiegel“ ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus über 60 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind.

 

* Veröffentlichungen des Projekts können hier abgerufen werden: http://www.lohnspiegel.de/main/veroeffentlichungen  

 

Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen in ausgewählten Berufen in Euro Beruf

Männer

Frauen

Differenz in %

Zahntechniker/in

2.710

1.882

-31

Versicherungskaufmann/-frau

4.122

2.975

-28

Koch/Köchin

1.983

1.578

-20

Physiotherapeut/in

2.363

1.916

-19

Bauingenieur/in

3.765

3.075

-18

Verwaltungsfachangestellte/r

3.153

2.585

-18

Filialleiter/in

2.968

2.436

-18

Chemielaborant/in

3.469

2.851

-18

Bankkauffrau/-mann

3.824

3.158

-17

Hotelangestellte/r, Hotelkauf-mann/-frau

2.150

1.803

-16

Maschinenbautechniker/in

3.866

3.246

-16

Personalsachbearbeiter/in

2.932

2.490

-15

Einzelhandelskauffrau/-mann

2.392

2.046

-14

Dipl. Kaufmann/-frau

4.606

3.949

-14

Bürokauffrau/-mann

2.407

2.105

-13

Maschinenbauingenieur/in

4.540

3.974

-12

Marketingfachkraft

3.707

3.295

-11

Sozialarbeiter/in

3.030

2.730

-10

Jurist/in

4.626

4.206

-9

IT Berater/in

4.315

3.988

-8

Krankenschwester/-pfleger

2.505

2.332

-7

Steuerfachangestellte/r

2.323

2.193

-6

Fachinformatiker/in

2.706

2.635

-3

Technische Zeichner/in

2.515

2.450

-3

Softwareingenieur/in

3.987

4.052

2

Informatiker/in

3.966

4.153

5

 

Daten: 2010 – 2012

 

 


Quelle: WSI – Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut in der Hans-Böckler-Stiftung, 18.03.2013 (tB).

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